Examensarbeit, 2014
125 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung in die kurdische Geschichte
1.1 Ethnogenese
1.2 Geographische Lage
1.3 Geschichtlicher Überblick
1.4 Die Kurdische Sprache
1.5 Religionen
1.6 Soziale Strukturen
1.7 Demographische Entwicklungen
1.8 Die wirtschaftliche Lage
2. Die Situation der Kurden in den Herkunftsländern
2.1 Türkei
2.2 Iran
2.3 Irak
2.4 Syrien
2.5 UdSSR
3. Flucht aus Kurdistan
3.1 Konflikten zwischen Religionen
3.2 Wirtschaftliche Gründe
3.3 Politische Verfolgung
4. Migration
4.1 Definition
4.2 Kurdische Migranten in Deutschland
4.2.1 Kurdische Arbeitsmigranten
4.2.2 Kurdische Flüchtlinge
4.3 Aufenthaltsgesetze
4.4 Asylrechte
5. Allgemeine soziale Situation der Kurden in Deutschland
5.1 Lebensbedingungen der Kurden in Deutschland
5.2 Sozial und kulturelle Rechte
5.3 Politische Rechte
5.4 Die kurdische Frauen
5.5 Kurdische Organisationen
5.6 Die Bildungssituation der Migranten in Deutschland
5.7 Förderung der Muttersprache
5.8 Kurdische Medien
6. Der Bezug Deutschlands zur Kurdenfrage
6.1 Die Beziehung zwischen Deutschland und Türkei
6.2 Einfluss der türkischen Regierung gegenüber Kurden in Deutschland
7. Selbstwahrnehmungen von Kurden
7.1 Bewusstsein der Kurden in Deutschland
7.2 Differenzierungen unter kurdischen Migranten
7.3 Politische Differenzierungen zwischen kurdischen Migranten
8. Integration
8.1 Integrationspolitik
8.2 Integration und Diskriminierung
8.3 Integration und Kurdenspezifische Migrationspolitik
9. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die historisch-politischen Hintergründe der kurdischen Frage in den Herkunftsstaaten Türkei, Iran, Irak und Syrien sowie deren Auswirkungen auf die kurdische Migration nach Deutschland. Das zentrale Ziel ist es, die sozioökonomische und rechtliche Situation kurdischer Migranten im Kontext der deutschen Integrationspolitik zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, wie sich das Fehlen einer institutionalisierten Lobby auf ihre Lebensbedingungen und Wahrnehmung in der Bundesrepublik auswirkt.
1.2 Geographische Lage
Eine allgemein akzeptierte geographische Definition Kurdistans gibt es nicht. Das ist nicht überraschend, weil mit dem Begriff ganz verschiedene Vorstellungen verbunden werden. Kurdische Nationalisten verwenden ihn mit Nachdruck, während die Staaten, auf deren Territorien Kurdistan liegt, ihn leugnen oder ignorieren. Kurdistan ist auf der einen Seite (z.B. in der Türkei) ein verpöntes zuweilen auch verbotenes Wort, auf der anderen Seite ein politischer Kampfbegriff, der das Ziel eines beträchtlichen Teils der Kurden benennt (vgl. Strohmeier/Yalcin-Heckmann 2000, 20).
Es gibt heute kein exaktes geographisches Territorium Kurdistan und es ist auch nicht fixiert, und so lässt sich Kurdistan auch nicht genau in festgelegten Grenzen definieren. Je nachdem, auf welches internationale Abkommen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts man sich bezieht, können die kurdischen Gebiete ganz unterschiedliche Ausmaße annehmen. Die Kurden selbst sind sozusagen ein Volk ohne einen Staat. Die meisten Kurden leben in einem zusammenhängenden Siedlungsgebiet, das weite Teile der Türkei, des Iran, des Irak und Syrien umfasst. Weder existierende noch antizipierte Nationalstaaten weisen ethnische Homogenität auf (vgl. Amman 2001, 64).
In der Literatur tauchte die Bezeichnung „Kurdistan“ erstmals im elften Jahrhundert auf. Geographisch gesehen ist Kurdistan eine ausgedehnte Gebirgslandschaft in Vorderasien und wird heute auf sechs verschiedene Staaten verteilt, nämlich Irak, Iran, Aserbaidschan, Armenien, Türkei und Syrien. Eine von allen Völkern der Region akzeptierte einheitliche Karte Kurdistan gibt es nicht (vgl. Ibrahim 1983, 109). Die gesamte Fläche Kurdistans beträgt über 500.000 qkm, davon liegen in Ost-Kurdistan 175.000 qkm, in Süd-Kurdistan 75.000 qkm, in Süd-West-Kurdistan 15.000 qkm und in Nord-West Kurdistan 235.000 qkm (vgl. Kizilhan 1995, 17).
1. Einführung in die kurdische Geschichte: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die Ursprünge der Kurden, ihre ethnogenetischen Grundlagen, geographische Verteilung sowie religiöse und soziale Organisationsformen.
2. Die Situation der Kurden in den Herkunftsländern: Der Abschnitt analysiert die politische Lage der Kurden in der Türkei, im Iran, Irak, Syrien und der ehemaligen UdSSR sowie die historischen Auswirkungen der Grenzziehungen.
3. Flucht aus Kurdistan: Hier werden die zentralen Fluchtursachen wie politische Verfolgung, ökonomische Benachteiligung und religiöse Konflikte, die zum Verlassen der Heimat führen, detailliert untersucht.
4. Migration: Dieses Kapitel definiert Migration, beleuchtet die Geschichte der Migration nach Deutschland und differenziert zwischen Arbeitsmigranten und Flüchtlingen.
5. Allgemeine soziale Situation der Kurden in Deutschland: Hier werden Lebensbedingungen, kulturelle Rechte, die Bildungssituation sowie die Bedeutung der Muttersprache und kurdischer Medien für die Diaspora in Deutschland erörtert.
6. Der Bezug Deutschlands zur Kurdenfrage: Untersucht wird das politische Verhältnis zwischen Deutschland und den Herkunftsstaaten sowie der Einfluss türkischer Politik auf kurdische Aktivitäten in Deutschland.
7. Selbstwahrnehmungen von Kurden: Ein Fokus auf Identitätsbildungsprozesse, das Bewusstsein kurdischer Jugendlicher und die internen Differenzierungen innerhalb der Diaspora.
8. Integration: Dieser Teil befasst sich mit den Ansätzen der Integrationspolitik, der Problematik von Diskriminierung und der spezifischen Situation kurdischer Migrationsverbände.
9. Resümee: Die Arbeit fasst die wichtigsten Ergebnisse zur ökonomischen, politischen und sozialen Lage kurdischer Migranten zusammen und reflektiert über die Notwendigkeit einer verbesserten Integrationspolitik.
Kurden, Kurdistan, Migration, Deutschland, Asyl, Integration, politische Verfolgung, ethnische Identität, Diaspora, Herkunftsländer, Arbeitsmigration, Bildungsbenachteiligung, Diskriminierung, Kurdenfrage, Minderheitenrechte.
Die Arbeit untersucht die historische und politische Situation der Kurden in ihren Herkunftsländern und analysiert die daraus resultierenden Migrationsbewegungen nach Deutschland sowie die soziale Situation der Migranten.
Die Arbeit behandelt unter anderem die kurdische Geschichte, Fluchtgründe, migrationsrechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland, die Bildungssituation, Identitätsfragen und die Auswirkungen der Politik der Herkunftsstaaten auf die kurdische Diaspora.
Das Ziel ist es, die sozioökonomische und politische Lage kurdischer Einwanderer zu analysieren und zu verstehen, wie sich ihre Position als Minderheit ohne institutionalisierte staatliche Vertretung in Deutschland gestaltet.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der historische Analysen mit soziologischen und politikwissenschaftlichen Fragestellungen kombiniert, um komplexe Zusammenhänge zwischen Herkunft, Migration und Integration zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Lage in den Herkunftsländern, die Ursachen für die Flucht, die soziologische Einordnung der Migration, die Integration in Deutschland sowie die Analyse der Rolle von Organisationen und Medien.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kurden, Migration, Integration, Asyl, politische Verfolgung und Ethnizität beschreiben.
Kurdische Organisationen fungieren als Akteure für die Identitätsstiftung, politische Repräsentation und soziale Beratung, wobei sie häufig mit politischen Verboten und Repressionen konfrontiert sind.
Sie kritisiert, dass kurdische Migranten aufgrund der fehlenden Anerkennung ihrer Identität durch die Herkunftsstaaten oft pauschal anderen Nationalitäten zugerechnet werden, was gezielte Integrationsmaßnahmen erschwert.
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