Examensarbeit, 2012
76 Seiten, Note: 1,0
1. Zu den Bildungsbe(nach)teiligungen von Migrantenkindern
1.1 Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem
1.2 Einige wichtige Befunde
1.3 Vermeintliche Ursachen für die ungleiche Bildungsbeteiligung
1.3.1 Der familiäre Einfluss – Gestützt auf die Kapitaltheorie
1.3.2 Der bildungspolitische Aspekt
1.3.3 Die Rolle der Sprachkenntnisse für den Bildungserfolg
2. Welchen wichtigen Einfluss die Sprache auf Mathematik hat
2.1 Zusammenhänge zwischen dem Sprach- und Mathematiklernen
2.2 Mathematische Begriffe in Alltags- und Fachsprache
2.3 Aufbau mathematischen Wissens mit der Sprache
2.4 Zwei Ansätze zum Denken und Sprechen
2.5 Kinder mit Migrationshintergrund und Mathematiklernen
2.5.1 Sprachen im Mathematikunterricht
2.5.2 Mathematiklernen von Migrantenkindern
2.5.3 Bedeutung der Erstsprache
2.5.4 Sprachliche Besonderheiten mathematischer Aufgabenstellungen
3. Die Entwicklung des numerischen Verständnisses
3.1 Bildung der türkischen und deutschen Zahlwörter
3.1.1 Bildung der deutschen Zahlwörter
3.1.2 Bildung der türkischen Zahlwörter
3.2 Zählen – Was kann das sein?
3.3 Wie sich die Zählkompetenz bei Vorschulkindern entwickelt
3.3.1 Die Prinzipien-Vorher-Theorie
3.3.2 Die Prinzipien-Nachher-Theorie
3.3.3 Phasen der prozeduralen Sicherheit
3.4 Zählstrategien
3.5 Wie sich der Zahlbegriff bei Vorschulkindern entwickelt
3.5.1 Zahlaspekte
3.5.2 Piagets Theorie zum Zahlbegriffserwerb
4. Beschreibung des OTZ
5. Anliegen der Untersuchung
6. Methodische Beschreibung der Durchführung
6.1 Anwendung des OTZ
6.2 Die Auswahl der beiden Kindergärten
6.3 Darstellung der einzelnen Aufgaben
7. Ergebnisse der Untersuchung
7.1 Interpretation der einzelnen Ergebnisse
7.2 Gesamtbetrachtung der Ergebnisse
7.3 Gesamtbetrachtung nach dem Schwierigkeitsgrad
8. Vergleich mit den Ergebnissen von Hasemann
9. Fazit
Die Untersuchung zielt darauf ab, die numerischen Kompetenzen von Vorschulkindern mit türkischem Migrationshintergrund im Vergleich zu Kindern ohne Migrationshintergrund zu analysieren, um zu klären, ob sprachliche Hürden oder sozioökonomische Faktoren primär für Leistungsdefizite verantwortlich sind.
3.1.1 Bildung deutscher Zahlwörter
Nachfolgend soll anhand einiger Überlegungen dargestellt werden, wie komplex die Bildung deutscher Zahlwörter ist und wie viele Regelabweichungen sie beinhaltet:
Die Kinder müssen sich die Zahlwörter von eins bis zwölf zunächst gut einprägen. Die Zahlwörter von dreizehn bis neunzehn lassen sich anschließend daraus ableiten. Das Zahlwort „zwanzig“ muss separat gelernt werden, weil keine Analogie zu dem Ziffernwort zwei besteht (zwei-zig ist falsch!). Bei den anderen Zahlwörtern mit dem vollen Zehner sind Übereinstimmungen zu den Zahlwörtern deutlich zu erkennen (z.B. drei-zig, vier-zig,...bis neun-zig). Auch das Zahlwort „hundert“ muss auswendig gelernt werden.
Eine große Schwierigkeit der deutschen Zahlwörtern stellt die Inversion dar: Von dreizehn bis neunundneunzig wird der Einer zuerst genannt und danach folgt die Zehnerstelle. Ab der Zahl 101 ändert sich dies jedoch: Von 101 (Hundert-eins) bis 109 (Hundert-neun) wird zuerst der Hunderter, dann der Einer gesagt. Allerdings taucht ab 113 die Inversion wieder auf, denn ab dieser Zahl wird zuerst der Hunderter, dann der Einer und zuletzt der Zehner genannt (Hundert-drei-zehn).
Das Stellenwertsystem bringt darüber hinweg auch viele Schwierigkeiten mit sich. Noel und Turconi (1999) trennen zwischen der Phase des Zahlverständnisses und der Zahlproduktion. Bei dem Ersteren geht es um das Verständnis der Zahlen, die nach ihrer Bedeutung der Stellenwerte aufzufassen sind. Ein Beispiel dafür wäre 'Zwei-hundert-drei-und-vierzig', d.h. zwei Hunderter, vier Zehner und drei Einer. Bei dieser Zahl kommt die Inversion erneut vor, weil der Zehner nach dem Einer ausgesprochen wird. Bei der Zahlenproduktion dagegen werden die Zahlen selbst gesprochen oder geschrieben. Dabei kommt es oftmals zu Fehlern, weil Kinder zu Übergeneralisierungen neigen. Ein Beispiel dazu wäre das Aufschreiben von Zahlen nach ihrer Sprechweise statt ihrem Stellenwert, wenn also 108 als 1008 notiert wird (vgl. Schmitman gen. Pothmann 2008, S. 40). Dazu betont Moser Opitz (2008), dass dieser besonders für anderssprachige Kinder eine Hürde darstellt (vgl. Moser Opitz 2008, S. 94).
1. Zu den Bildungsbe(nach)teiligungen von Migrantenkindern: Dieses Kapitel thematisiert die ungleiche Bildungsbeteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund unter Berücksichtigung von familiären Einflüssen und bildungspolitischen Aspekten.
2. Welchen wichtigen Einfluss die Sprache auf Mathematik hat: Hier wird der Zusammenhang zwischen Sprachkompetenz und mathematischem Lernen beleuchtet, wobei der Fokus auf dem Erwerb von Fachsprache und den Schwierigkeiten bei der Dekontextualisierung mathematischer Probleme liegt.
3. Die Entwicklung des numerischen Verständnisses: In diesem Teil werden theoretische Grundlagen zur Entwicklung von Zahlbegriff und Zählkompetenz bei Vorschulkindern erörtert, inklusive der verschiedenen Zählprinzipien.
4. Beschreibung des OTZ: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau und die Struktur des Osnabrücker Tests zur Zahlbegriffsentwicklung, welcher die Basis für die praktische Untersuchung bildet.
5. Anliegen der Untersuchung: Hier werden die Gründe für die Forschungsarbeit dargelegt, insbesondere das Ziel, numerische Vorkenntnisse unabhängig von der Sprachbarriere der Zweitsprache zu erfassen.
6. Methodische Beschreibung der Durchführung: Es wird erläutert, wie der OTZ modifiziert und in zwei Kindergärten mit unterschiedlicher sozialer Zusammensetzung durchgeführt wurde.
7. Ergebnisse der Untersuchung: Dieses Kapitel präsentiert und interpretiert die erhobenen Daten, vergleicht die Leistungen und beleuchtet die Lösungsstrategien der untersuchten Kindergruppen.
8. Vergleich mit den Ergebnissen von Hasemann: Hier werden die gewonnenen Ergebnisse mit früheren Erkenntnissen von Hasemann kontrastiert, um die Einordnung der eigenen Daten zu ermöglichen.
9. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Ergebnisse, in der die Bedeutung der häuslichen Förderung gegenüber der bloßen Unterrichtssprache hervorgehoben wird.
Numerische Kompetenzen, Migrationshintergrund, Zahlbegriffsentwicklung, Osnabrücker Test, Zählstrategien, Vorschulkinder, Sprachkompetenz, Erstsprache, Mathematikdidaktik, Bildungsgerechtigkeit, sozioökonomischer Status, Inversion, Frühpädagogik, Zählkompetenz, schulische Vorbereitung.
Die Arbeit untersucht numerische Kompetenzen von Vorschulkindern mit und ohne türkischen Migrationshintergrund, um zu ermitteln, ob Sprachdefizite in der deutschen Sprache als Hauptursache für mathematische Leistungsunterschiede gelten können.
Die zentralen Themen sind der Zusammenhang zwischen Sprach- und Mathematiklernen, die Entwicklung des Zahlbegriffs bei Vorschulkindern, die Auswirkungen des Migrationshintergrunds auf schulische Leistungen und die Validität diagnostischer Tests im vorschulischen Bereich.
Das primäre Ziel ist herauszufinden, ob Kinder mit türkischem Migrationshintergrund bessere mathematische Ergebnisse erzielen, wenn Aufgaben in ihrer Erstsprache gestellt werden, und ob dies Rückschlüsse auf ihre tatsächliche numerische Kompetenz zulässt.
Die Autorin nutzt Teile des "Osnabrücker Tests zur Zahlbegriffsentwicklung" (OTZ), um in halbstandardisierten Interviews pränumerische und numerische Aufgaben abzuprüfen, wobei für Kinder mit Migrationshintergrund Übersetzungen verwendet wurden.
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zur Sprache und Mathematik, eine detaillierte Beschreibung der Testmethodik, die Ergebnisse der durchgeführten Aufgaben und einen Vergleich mit bestehenden Forschungsarbeiten von Hasemann.
Wichtige Begriffe sind numerische Kompetenzen, Migrationshintergrund, Zahlbegriff, Zählstrategien, Sprachbarrieren und frühpädagogische Diagnostik.
Das Weiterzählen erfordert die flexible Beherrschung der Zahlwortreihe, um von einem beliebigen Punkt aus fortzusetzen, was über das bloße auswendige Aufsagen von eins bis zwanzig hinausgeht.
Die Arbeit deutet darauf hin, dass die familiäre Förderung eine entscheidende Rolle spielt und dass Kinder aus bildungsnahen Schichten bereits früh heuristische Strategien zur Problemlösung entwickeln können.
Das Phänomen beschreibt den Wechsel zwischen Türkisch und Deutsch, der bei vielen Kindern mit Migrationshintergrund auftritt und einerseits kreative Sprachnutzung beweist, aber andererseits bei mathematischen Fachbegriffen zu Schwierigkeiten führen kann.
Das Fazit besagt, dass nicht primär die deutsche Unterrichtssprache für Defizite verantwortlich ist, sondern eine mangelnde Förderung mathematischer Grundlagenkompetenzen im Elternhaus, die auch in der Erstsprache nicht kompensiert wurde.
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