Diplomarbeit, 2008
173 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2 Wertorientierte Unternehmenssteuerung
2.1 Shareholder Value Konzept
2.1.1 Begriff und Einordnung
2.1.2 Ursache und Zielsetzung
2.2 Stakeholder Ansatz
2.3 Stand der Umsetzung in der Praxis
3 Der Unternehmenswert als Erfolgskriterium
3.1 Definition des Unternehmenswertes
3.2 Wertansätze
3.2.1 Objektivierter Unternehmenswert
3.2.2 Subjektiver Unternehmenswert
3.2.3 Schieds- Arbitriumswert
3.3 Wertkategorien der Unternehmensbewertung
3.3.1 Substanzwert- und Liquidationswertansatz
3.3.2 Multiplikatorverfahren
3.3.3 Ertragswertansatz
3.4 Der Unternehmenswert aus Managementperspektive
3.4.1 Die Bedeutung von Steuerungsgrößen
3.4.2 Mehrperiodische Steuerungsgrößen am Beispiel des DCF
3.4.3 Einperiodische Steuerungsgrößen am Beispiel des EVA
3.4.4 Cash Flow versus Ertragsgrößen
3.5 Anlageentscheidungen der Investoren
3.5.1 Fundamentalwertansatz
3.5.2 Technische Analyse
3.5.3 Random Walk Theorie
3.6 Entstehung und Relevanz der Wertlücke
4 Value Reporting
4.1 Erweiterung der Berichterstattung
4.1.1 Begriff und Zielsetzung des Value Reporting
4.1.2 Aufgaben des Value Reporting
4.1.3 Entstehung des Value Reporting
4.1.4 Einordnung des Value Reporting
4.2 Value Reporting Kommunikationsprozess
4.2.1 Informationsgeber
4.2.2 Praktische und inhaltliche Umsetzung des Value Reporting
4.2.2.1 Grundsätze des Value Reporting
4.2.2.2 Komponenten des Inhalts
4.2.2.2.1 Value Reporting Framework nach PWC
4.2.2.2.2 Value Reporting nach Müller
4.2.2.2.2.1 Value Added Reporting
4.2.2.2.2.2 Total Return Reporting
4.2.2.2.2.3 Strategic Advantage Reporting
4.2.2.2.3 Die Bedeutung von Werttreibern
4.2.3 Kommunikationskanäle
4.2.4 Adressaten des Value Reporting
5 Wirkungszusammenhänge des Value Reporting
5.1 Untersuchungsdesign
5.2 Ermittlung der Value Reporting Scores
5.3 Determinanten der Berichterstattungsqualität
5.4 Wirkung des Value Reporting auf Kapitalmarktvariablen
5.4.1 Ergebnisse weiterer Studien
5.4.2 Direkte Untersuchungen
5.4.3 Indirekte Untersuchungen
6 Rechtliche Einflussfaktoren auf das Value Reporting
6.1 Corporate Governance
6.2 Rechnungslegungsvorschriften und Empfehlungen
6.2.1 Der Lagebericht nach HGB
6.2.2 IASB Forschungsprojekt „Management Commentary“
7 Möglichkeiten und Probleme
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die wertorientierte Unternehmenssteuerung und Berichterstattung unter besonderer Berücksichtigung des „Value Reporting“. Ziel ist es, die Möglichkeiten und Probleme sowie die Wirkungsweisen dieses Instruments zur Verringerung der Informationsasymmetrie und zur Steigerung des Unternehmenswerts theoretisch und empirisch zu analysieren.
1.1 Problemstellung
Der 21. Januar 2008 wird insbesondere Börsenhändlern noch länger in Erinnerung bleiben. Der Deutsche Aktienindex (DAX) verlor an diesem Montag 7,1%, einzelne Werte, insbesondere Finanztitel, verloren gar im zweistelligen Prozentbereich. Zu Beginn des Jahres hatte der DAX noch bei 8100 Punkten dotiert, der Fall auf 6790 Punkte am 21. Januar 2008 bedeutete einen Rückgang um 16,2%. Zuletzt wurde ein ähnlich hoher Verlust nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 beobachtet, nach denen der DAX 8,5% an einem Tag verlor. Finanzmarktexperten hatten einen Einbruch der Aktienkurse auf Basis der Finanzmarkt- und Immobilienkrise in den USA zwar erwartet, jedoch wurden auch aufgrund des Zeitpunktes und des Tempos überrascht, da es Neuigkeiten zur Begründung eines solchen „Crashs“ fehlte.
Der absolute Verlust der Marktkapitalisierung und somit der Summe der Börsenwerte der DAX 30 Unternehmen betrug zum Abschluss des 21. Januar 2008 50 Milliarden Euro, einen Tag später gar 63 Milliarden Euro.
Der ökonomischen Theorie folgend, ergibt sich der Börsenwert aus der Diskontierung zukünftiger Cash Flows oder Erträge. Fraglich ist, ob sich die Zukunftsaussichten für die DAX Unternehmen folglich an diesem Tag derart dramatisch verschlechterten, obwohl 23 von 30 Unternehmen des DAX ihr Jahresergebnis von 2007 gegenüber 2006 verbessern konnten.
Nun stellt der Börsenkurs nicht auf vergangene Ergebnisse ab, sondern beurteilt den Unternehmenswert auf Basis zukünftiger Erträge. Zwar werden auch die Gewinne einer Prognose zufolge für die DAX 30 Unternehmen im Jahr 2008 um 2% gegenüber dem Vorjahr zurückgehen, im Jahr 2009 dagegen wieder um 8% steigen.
Es stellt sich daher die Frage, wie die Unternehmen einerseits an Wert verlieren können, nahezu gleichzeitig jedoch steigende Gewinne bei weiterhin positiven Ertragsaussichten erwirtschaften. Insbesondere kurzfristig existiert nicht unbedingt ein Zusammenhang bzw. die Tatbestände müssen differenziert betrachtet werden. Demgemäß wird bei der Bekanntgabe des Jahresergebnisses eine Erfolgsgröße des Unternehmens retrospektiv für eine Periode kommuniziert, hingegen bildet sich der Börsenkurs aus den Erwartungen über zukünftige Nettozuflüsse bei den Investoren und ist somit prospektiv ausgerichtet.
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Problematik der Kursschwankungen und die Diskrepanz zwischen fundamentalem Unternehmenswert und Börsenbewertung dar sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Wertorientierte Unternehmenssteuerung: Hier werden das Shareholder Value Konzept und der Stakeholder Ansatz diskutiert sowie deren praktische Umsetzung in deutschen Unternehmen betrachtet.
3 Der Unternehmenswert als Erfolgskriterium: Das Kapitel bietet eine tiefgehende Analyse verschiedener Wertansätze, Bewertungskategorien und Managementperspektiven sowie eine Einordnung der Anlageentscheidungen.
4 Value Reporting: Hier wird das Konzept des Value Reporting als Mittel zur Erweiterung der Berichterstattung und als Kommunikationsprozess definiert, inklusive der Frameworks und der Bedeutung von Werttreibern.
5 Wirkungszusammenhänge des Value Reporting: Dieses Kapitel widmet sich der empirischen Untersuchung und quantitativen Analyse der Zusammenhänge zwischen der Berichterstattungsqualität und Kapitalmarktvariablen.
6 Rechtliche Einflussfaktoren auf das Value Reporting: Hier werden die regulatorischen Aspekte wie Corporate Governance und die Anforderungen an den Lagebericht nach HGB und IASB analysiert.
7 Möglichkeiten und Probleme: Dieses Kapitel fasst die Chancen und Risiken einer erweiterten Berichterstattung zusammen und diskutiert die Herausforderungen für das Management.
8 Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die theoretischen und empirischen Ergebnisse zur wertorientierten Steuerung und Kommunikation.
Value Reporting, Unternehmenssteuerung, Shareholder Value, Unternehmenswert, Kapitalmarkt, Informationsasymmetrie, Stakeholder Ansatz, Berichterstattungsqualität, DCF-Verfahren, EVA, Werttreiber, Investor Relations, Corporate Governance, Marktkapitalisierung, Finanzberichterstattung.
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen ihren Unternehmenswert durch eine wertorientierte Steuerung und eine transparente, über die gesetzlichen Pflichten hinausgehende Berichterstattung (Value Reporting) kommunizieren und welche Auswirkungen dies auf den Kapitalmarkt hat.
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen der wertorientierten Steuerung, die Methoden der Unternehmensbewertung, die Gestaltung des Value Reporting-Kommunikationsprozesses sowie eine empirische Überprüfung der Berichterstattungsqualität deutscher Unternehmen.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob eine höhere Qualität der Berichterstattung tatsächlich zu einer Verringerung der Informationsasymmetrie führt und wie sich dies in messbaren Kapitalmarktgrößen wie dem Börsenwert niederschlägt.
Neben einer umfassenden Literaturanalyse und theoretischen Herleitung wird ein empirischer Ansatz gewählt. Dabei werden Scoring-Modelle zur Qualitätsmessung von Geschäftsberichten genutzt und die Zusammenhänge zu Kapitalmarktvariablen mittels Regressionsanalysen statistisch überprüft.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Shareholder Value, Bewertungsmethoden), die Ausgestaltung des Value Reporting (Frameworks, Werttreiber) und die empirische Analyse der Wirkungszusammenhänge, unterfüttert durch Daten von DAX- und weiteren Unternehmen.
Die wichtigsten Begriffe sind Shareholder Value, Value Reporting, Informationsasymmetrie, Kapitalmarktvariablen, Unternehmensbewertung und Werttreiber-Netzwerke.
Der Anhang enthält detaillierte Analysedaten, wie etwa die Ergebnisse des Geschäftsberichts-Rankings der DAX-Unternehmen, statistische Tests zur Normalverteilung der Scores sowie die tabellarischen Grundlagen für die durchgeführten Mehrfachregressionen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Nutzen der Informationsbereitstellung die Kosten für das Unternehmen rechtfertigt, sofern eine sorgfältige Wirtschaftlichkeitsanalyse stattfindet und die Kommunikation auf die spezifischen Informationsbedürfnisse der Investoren ausgerichtet ist.
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