Diplomarbeit, 2000
83 Seiten, Note: 1,7
1 Themenüberblick
1.1 Aufgaben des Gesundheitssystems
1.2 Gang der Arbeit
2 Die Grundstruktur des türkischen Gesundheitssystems
2.1 Geschichte nach dem ersten Weltkrieg
2.2 Juristische Rahmenbedingungen
2.3 Gegenwärtige Organisationsform
2.3.1 Ärzte- und Apothekenverbände
2.3.1.1 Organe, Aufgaben und Kompetenzen der Verbände
2.3.1.2 Leistungen der Verbände an ihre Mitglieder
2.3.2 Regelungen für den Apotheker und die Apotheken
2.3.3 Vorschriften für pharmazeutische Erzeugnisse
2.3.4 Sichtweisen eines Arztes und einer Apothekerin aus der Praxis
3 Zur Situation der einzelnen Organisationseinheiten
3.1 Krankenversicherungen
3.1.1 Öffentliche Krankenversicherungen
3.1.1.1 Aufbau und Aufgaben der öffentlichen Krankenversicherungen
3.1.1.2 Anwendung der öffentlichen Krankenversicherung
3.1.1.2.1 Voraussetzungen
3.1.1.2.2 Beiträge der Krankenversicherungen
3.1.1.2.3 Leistungen der Krankenversicherungen
3.1.2 Private Krankenversicherungen
3.1.2.1 Aufbau und Aufgaben der privaten Krankenversicherung am Beispiel der „ANADOLU LEBEN“
3.1.2.2 Bedingungen und Arten des Vertragsabschlusses
3.1.2.3 Beiträge zur Krankenversicherung
3.1.2.4 Leistungen der Krankenversicherung
3.1.3 Versorgung minderbemittelter Bevölkerungsschichten mit Gesundheitsdiensten
3.2 Leistungserbringer im türkischen Gesundheitswesen
3.2.1 Öffentliche Krankenhäuser
3.2.1.1 Öffentliche Krankenhäuser in Trägerschaft des Gesundheitsministeriums
3.2.1.1.1 Allgemeiner Organisationsaufbau
3.2.1.1.2 Organe und ihre Funktionen
3.2.1.1.3 Organisation der medizinischen und pflegerischen Dienstleistungen
3.2.1.1.4 Finanzielle Organisation
3.2.1.2 Öffentliche Krankenhäuser in der Trägerschaft der Sozialversicherungseinrichtung (SSK)
3.2.1.2.1 Allgemeiner Organisationsaufbau
3.2.1.2.2 Organe und ihre Funktionen
3.2.1.2.3 Organisation der medizinischen und pflegerischen Dienstleistungen
3.2.1.2.4 Finanzielle Organisation
3.2.1.3 Preisbildung in den öffentlichen Krankenhäusern
3.2.1.4 Führungs- und Organisationsprobleme in den öffentlichen Krankenhäusern
3.2.2 Private Krankenhäuser
3.2.2.1 Vorschriften für die Eröffnung eines Krankenhauses
3.2.2.2 Personal und Ausstattung des Krankenhauses
3.2.2.3 Dienstleistungen der privaten Krankenhäuser
3.2.2.4 Sichtweisen des Geschäftsführers eines Privatkrankenhauses in Balikesir
3.2.3 Gesundheitszentren
3.2.4 Personal des türkischen Gesundheitssystems
3.2.4.1 Niedergelassene Ärzte
3.2.4.2 Krankenschwester und –pfleger
4 Fragebogenaktion: Die Sicht der betroffenen Bevölkerung
4.1 Zur Methode
4.2 Ergebnisse und Auswertung
4.3 Kommentar
5 Fazit und Ausblick
5.1 Fazit
5.2 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Aufbau, die Organisation und die bestehenden Herausforderungen innerhalb des türkischen Gesundheitssystems. Sie verfolgt das Ziel, Transparenz über die Strukturen von Krankenversicherungen und Leistungserbringern zu schaffen, um daraus resultierende Problematiken für die Bevölkerung zu identifizieren und Lösungsansätze zu diskutieren.
Führungs- und Organisationsprobleme in den öffentlichen Krankenhäusern der Türkei
Die Koordination für Gesundheitsprojekte des Gesundheitsministeriums veröffentlichte über die nationale Gesundheitspolitik der Türkei 1993 ein Dokument, indem die größten Organisationsprobleme in den öffentlichen Krankenhäusern der Türkei dargestellt wurden. Demnach verdichten sich die Probleme bei den SSK-Krankenhäusern und den Staatskrankenhäusern besonders stark. Als Hauptgründe werden die stark zentrale Leitung dieser Einrichtungen, fehlende Flexibilität der Bürokratie, mangelhafte Professionalität bei der Führung der Krankenhäuser und die Nichtanwendung der Produktivitätsprinzipien genannt. Die zentrale Leitung zeigt sich in allen Bereichen der Krankenhausorganisation. So wird die zentrale Budgetierung und Personaleinsatz als Beispiel genannt. Der Finanzbegriff hat sich in den Krankenhäusern nicht so weit wie benötigt verbreitet, weshalb kaum ein Kosten-Nutzen-Analyse System vorhanden ist. Es sind auch keine Systeme für die Bewertung der Leitungsorgane bzw. Leitungspersonen vorhanden. So kann nur sehr schwer festgestellt werden, wie gut oder schlecht eine Person die gestellten Aufgaben erfüllt.
Da es in der Türkei kein Hausarztsystem gibt müssen die Krankenhäuser zusätzlich neben der stationären Versorgung der Bevölkerung auch kleinere Erkrankungen in den Ambulanzen behandeln. Dies führt dazu, daß die Krankenhäuser alle überlaufen sind und Wartezeiten von einem Tag nicht selten sind. Auch der Apothekenbedarf der ambulanten Patienten wird durch die Krankenhausapotheken gedeckt, was zu einer weiteren Belastung des Krankenhauses führt. Die Motivation des Krankenhauspersonals in diesem Umfeld ist nicht gegeben. Es fehlt auch an Anreizen und Motivationsprogrammen, mit denen dieses Problem gelöst werden könnte.
Themenüberblick: Einführung in die Komplexität der medizinischen Versorgung und den notwendigen Anforderungen an ein Gesundheitssystem in Krisensituationen.
Die Grundstruktur des türkischen Gesundheitssystems: Historische Entwicklung seit dem Ersten Weltkrieg, gesetzliche Rahmenbedingungen und allgemeine Organisationsprinzipien.
Zur Situation der einzelnen Organisationseinheiten: Analyse der Krankenversicherungen sowie Vorstellung der Leistungserbringer wie Krankenhäuser, Gesundheitszentren und das Personal.
Fragebogenaktion: Die Sicht der betroffenen Bevölkerung: Methodik und Analyse einer empirischen Untersuchung zur Zufriedenheit der Bevölkerung in Balikesir.
Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse mit Handlungsempfehlungen für eine notwendige Reform des Gesundheitssystems.
Türkei, Gesundheitssystem, Krankenversicherung, SSK, Krankenhäuser, Mediziner, Apotheken, Patientenversorgung, Sozialversicherung, Reformbedarf, Krankenhausmanagement, Gesundheitsreform, Leistungsanbieter, Balikesir, Prävention.
Die Arbeit analysiert den Aufbau, die Organisation und die finanzielle Struktur des türkischen Gesundheitssystems sowie die damit verbundenen Probleme in der praktischen Umsetzung.
Im Zentrum stehen die Struktur der Krankenversicherungen, die Organisation von öffentlichen und privaten Krankenhäusern, die Rolle von Ärzte- und Apothekenverbänden sowie die Versorgungsqualität aus Patientensicht.
Ziel ist es, ein tiefgreifendes Verständnis für die organisatorischen Defizite des türkischen Systems zu schaffen und auf Basis einer empirischen Erhebung Reformansätze aufzuzeigen.
Neben einer Literatur- und Gesetzesanalyse führt der Autor eine Fragebogenaktion unter 426 Bürgern in Balikesir durch, um die reale Situation der Gesundheitsversorgung abzubilden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Versicherungssysteme (SSK, Bag-Kur, Emekli Sandigi), der Krankenhausorganisation (Staats- und Privatkliniken) sowie des Personals im Gesundheitssektor.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Krankenversicherung, türkisches Gesundheitssystem, Privatisierung, Patientenversorgung und Krankenhausmanagement.
Kritisiert werden insbesondere die übermäßige Bürokratie, fehlende Flexibilität, mangelnde betriebswirtschaftliche Anreize sowie das Fehlen eines Hausarztsystems, was zu überlaufenen Ambulanzen führt.
Private Anbieter wie die ANADOLU LEBEN spielen eine ergänzende Rolle, werden jedoch durch regulatorische Vorgaben in ihrem Wettbewerb stark eingeschränkt, was die Entfaltung von marktwirtschaftlichen Effizienzpotenzialen verhindert.
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