Examensarbeit, 2012
70 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Motorik
2.2 Motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten
2.3 Leistung und Leistungsfähigkeit
2.4 Motorische Tests
2.4.1 Gütekriterien
2.4.2 Taxonomie von Testaufgaben
2.4.3 Klassifikation von motorischen Tests
2.5 Motorische Entwicklung
2.5.1 Konzeptionen der motorischen Entwicklung
2.5.2 Systematik der Einflussfaktoren motorischer Entwicklung
3 Forschungs- und Diskussionsstand
3.1 Skizzierung der gegenwärtigen kindlichen Lebenswelt
3.1.1 Demographische Entwicklung
3.1.2 Ernährung
3.1.3 Medien
3.1.4 Sozialstrukturen
3.1.5 Urbanisierung und Verhäuslichung
3.2 Veränderungen der motorischen Leistungsfähigkeit von Grundschulkindern
3.3 Einflussfaktoren der motorischen Entwicklung
3.3.1 Personenebene
3.3.2 Handlungsebene
3.3.3 Mikroökologische Ebene
3.3.4 Makroökologische Ebene
3.3.5 Diskussion und Ausblick
4 Studien und Projekte zur Verbesserung der motorischen Leistungsfähigkeit
4.1 Studien und Projekte aus dem deutschsprachigen Raum
4.1.1 CHILT
4.1.2 Fit sein macht Schule
4.1.3 FITOC
4.1.4 KISS
4.2 Internationale Studien und Projekte
4.2.1 Interventionsstudie in Kroatien I
4.2.2 Interventionsstudie in Kroatien II
4.2.3 Interventionsstudie in Schweden
4.2.4 MIGI
4.3 Zusammenfassung und Ausblick
5 Entwicklung eines Sportprogramms zum Abbau motorischer Defizite
5.1 Vorüberlegungen
5.2 Koordinative Fähigkeiten
5.3 Sensomotorisches Training
5.4 Praktische Umsetzung des Sportprogramms
5.4.1 Allgemeine Organisation
5.4.2 Organisation einer Einheit
6 Schlussbemerkungen
Diese Arbeit zielt darauf ab, den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs über die motorische Leistungsfähigkeit von Grundschulkindern zu beleuchten, Einflussfaktoren kritisch zu bewerten und ein praxistaugliches Sportprogramm zum Abbau motorischer Defizite zu konzipieren.
2.1 Motorik
Der Begriff „Motorik“ (engl.: motor system) stellt im Allgemeinen einen zentralen Begriff der Sportwissenschaft und im Besonderen einen der Bewegungslehre des Sports dar (Bös & Mechling, 1992; Wirszing, 2007). In Bezug auf Bös und Mechling (1992) wird nach Singer und Bös (1994) Motorik als „die Gesamtheit aller Steuerungs- und Funktionsprozesse verstanden, die Haltung und Bewegung zugrundeliegen“ (S. 15). Ein wichtiger Aspekt dabei ist die eindeutige Unterscheidung „von 'Motorik' als […] Gesamtheit aller Steuerungs- und Funktionsprozesse einerseits und ihrem vielfältigen Ergebnis, der 'Haltung und Bewegung' andererseits“ (Singer & Bös, 1994, S. 15). Neben dieser Differenzierung liegen weitere Begriffssysteme in der Literatur vor, bei denen jeweils andere Akzente gesetzt werden (Singer & Bös, 1994; Wagner, 2011; Willimczik & Singer, 2009). Der Begriff „Neuromotorik“ verweist beispielweise „auf die neurophysiologischen Grundlagen von Bewegung und Haltung, während im Begriff ‚Sensomotorik‘ auf die Wechselwirkung sensorischer und motorischer Vorgänge […] abgehoben wird. Die Begriffswahl ‚Psychomotorik‘ will deutlich machen, dass für die Koordination von Bewegungen höhere psychische Vorgänge erforderlich sind“ (Willimczik & Singer, 2009, S. 17).
Generell unterscheidet die Motorik- und Bewegungsforschung zwischen verschiedenen Ansätzen und Betrachtungsweisen (Bös & Mechling, 1983; Roth & Willimczik, 1999). Grundlage dieser Arbeit ist die fähigkeitsorientierte Betrachtungsweise. Diese „befaßt sich mit der Beschreibung und Erklärung von individuellen motorischen Leistungsdifferenzen. Sie ist wissenschaftshistorisch aus einer Übernahme der zentralen Gedanken und Methoden der Differentiellen Psychologie entstanden“ (Roth, 1999, S. 228).
1 Einleitung: Diese Einleitung reflektiert die mediale Berichterstattung über die vermeintlich sinkende motorische Leistungsfähigkeit von Kindern und definiert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die zentralen Begriffe der Motorik, die Differenzierung motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die theoretischen Ansätze der motorischen Entwicklung.
3 Forschungs- und Diskussionsstand: Hier wird die aktuelle kindliche Lebenswelt analysiert und der Stand der Forschung zu Veränderungen der motorischen Leistungsfähigkeit sowie deren Einflussfaktoren dargestellt.
4 Studien und Projekte zur Verbesserung der motorischen Leistungsfähigkeit: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene Interventionsprogramme aus dem In- und Ausland und deren Ansätze zur Bewegungsförderung.
5 Entwicklung eines Sportprogramms zum Abbau motorischer Defizite: Basierend auf den theoretischen Erkenntnissen wird ein konkretes sensomotorisches Trainingskonzept für Grundschulen erarbeitet und organisatorisch strukturiert.
6 Schlussbemerkungen: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der aktuellen Studienlage und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungsschwerpunkte.
Motorik, motorische Entwicklung, Grundschulalter, motorische Leistungsfähigkeit, Interventionsstudien, Sensomotorisches Training, Koordinative Fähigkeiten, Bewegungsmangel, Sportprogramm, Trainingslehre, Körperhaltung, Bewegungsfertigkeiten, Adipositas, Schulsport, Bewegungsförderung.
Die Arbeit befasst sich mit der motorischen Leistungsfähigkeit von Kindern im Grundschulalter, analysiert aktuelle Trends und die Einflussfaktoren der Entwicklung und entwickelt ein praktisches Sportprogramm zum Abbau motorischer Defizite.
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Motorik, die Analyse der modernen kindlichen Lebenswelt, den aktuellen Forschungsstand zu motorischen Veränderungen sowie verschiedene Interventionsmöglichkeiten in Schule und Freizeit.
Das primäre Ziel ist es, die wissenschaftliche Debatte um die motorische Leistungsfähigkeit von Grundschulkindern differenziert zu betrachten und eine fundierte methodische Anleitung für ein sensomotorisches Sportprogramm in der Grundschule zu bieten.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche, einem Literaturreview relevanter Interventionsstudien zwischen 1998 und 2012 sowie der konzeptionellen Entwicklung eines Sportprogramms auf Basis sportwissenschaftlicher Erkenntnisse.
Der Hauptteil analysiert die Faktoren, die die motorische Entwicklung beeinflussen (z.B. Mediennutzung, Urbanisierung), vergleicht Interventionsstudien und leitet daraus ein Trainingskonzept mit dem Schwerpunkt auf koordinative Fähigkeiten ab.
Die zentralen Begriffe sind Motorik, motorische Entwicklung, Grundschulalter, sensomotorisches Training, koordinative Fähigkeiten und Interventionsprogramme.
Aufgrund der hohen Trainierbarkeit koordinativer Fähigkeiten im Grundschulalter und der engen Verbindung zwischen motorischen Defiziten und einem erhöhten Unfallrisiko stellt das sensomotorische Training einen besonders effektiven Ansatz dar.
Das Programm umfasst 18 Einheiten à 45 Minuten pro Halbjahr, strukturiert in Einstieg, Erwärmung, sensomotorischen Hauptteil, ein koordinatives Spiel und Entspannung, unter Berücksichtigung von Kleingruppen von acht bis zwölf Kindern.
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