Examensarbeit, 2004
137 Seiten, Note: sehr gut
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFSKLÄRUNG
2.1 RECHTSEXTREMISMUS UND NEONAZISMUS
2.2 RECHTSEXTREME IDEOLOGIE
2.3 „RECHTSEXTREME“ MUSIK?
3 GRUNDZÜGE DER GESCHICHTE DES RECHTSROCK
3.1 WURZELN IN GROßBRITANNIEN: SKINHEADS UND IHRE MUSIK
3.1.1 Arbeiterklasse und Ska
3.1.2 Vom Punk zur Oi!-Musik
3.1.3 »Skrewdriver«: Beginn des Rechtsrock
3.2 ENTWICKLUNG DES RECHTSROCK IN DEUTSCHLAND
3.2.1 1979 bis 1989: Beginn des Rechtsrock in der BRD
3.2.2 1989 bis 1993: Radikalisierung
3.2.3 1994 bis heute: Zwischen Anpassung und Underground
EXKURS: STAATLICHE MAßNAHMEN
4 ZU DEN STRUKTUREN DER RECHTEN MUSIKSZENE
4.1 KONZERTE UND FANZINES
4.1.1 Konzerte und ihre Funktionen
4.1.2 Zur Bedeutung von Fanzines
4.2 NETZWERKORGANISATIONEN
4.2.1 »Blood & Honour«
4.2.2 »Hammerskins«
4.3 ÖKONOMISCHE VERNETZUNGEN: BANDS, LABELS, VERTRIEBE, FANZINES
Fallbeispiel: Torsten Lemmer
4.4 ZUR BEDEUTUNG DES INTERNET
5 POPULARMUSIK ALS AUSDRUCKSMITTEL RECHTER IDEOLOGIE
5.1 RECHTE TENDENZEN IN VERSCHIEDENEN MUSIKGENRES
5.1.1 Liedermacher
5.1.2 Dark Wave
5.1.3 Black Metal
5.1.4 HipHop
5.1.5 Techno
5.1.6 „Partymusik“: Schlager und NDW-Hits
5.2 IDEOLOGISCHE FRAGMENTE IN DEN TEXTEN DES RECHTSROCK
5.2.1 „Liebe“
5.2.1.1 Zur Thematisierung von Frauen
5.2.1.2 Deutschland
5.2.2 Helden
5.2.2.1 Adolf Hitler, Rudolf Heß, Ian Stuart
5.2.2.2 Wehrmacht, SA, SS
5.2.2.3 Wikinger und nordische Götter
5.2.3 Feinde
5.2.3.1 „Ausländer“
5.2.3.2 Juden
5.2.3.3 „Linke“
5.2.3.4 Der Staat BRD und seine Vertreter
6 ZU FUNKTION UND WIRKUNG RECHTSEXTREMER MUSIK
6.1 RECHTSEXTREME MUSIK ALS MITTEL FÜR PROPAGANDA UND REKRUTIERUNG
6.2 ZUR WIRKUNG RECHTSEXTREMER MUSIK
6.2.1 Wirkung durch Emotionen und einfache Strukturen
6.2.2 Rechtsrock als Ursache von Gewalttaten und aggressivem Verhalten?
6.2.3 Rezipienten von Rechtsrock
6.2.4 Zum Stellenwert von Kontext und individueller Disposition
7 FAZIT UND AUSBLICK
8 LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS
Die Arbeit untersucht Popularmusik als ein zentrales Ausdrucksmittel rechtsextremer Ideologie in Deutschland. Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme, die über eine rein musikwissenschaftliche Analyse hinausgeht und die Musik als interdisziplinäres Phänomen zwischen Politik, Jugendkultur und Ökonomie begreift, um so ihre Funktion bei der Rekrutierung von Anhängern zu durchleuchten.
3.1.2 Vom Punk zur Oi!-Musik
In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre entstand in Großbritannien ein neuer Musikstil: Punk Rock, eine soziale und musikalische Erscheinungsform der Rockmusik, die aus einem von Jugendarbeitslosigkeit und sozialer Perspektivlosigkeit geprägten Milieu hervorging. Es entstand eine rebellische Protestbewegung mit einem provokanten Outfit und mit eigenem Musikstil, der besonders durch minimalistische Harmoniestrukturen („Drei-Akkord-Songs“), einfachste technische Ausstattung und mehr geschrienen als gesungenen Songtexten gekennzeichnet war. Punk-Rock-Bands rebellierten gegen die als kommerziell betrachtete Musikindustrie und den „ästhetischen und technischen Hochleistungsperfektionismus“ der aktuellen Rockmusikszene. Provokative Songtexte, mit Hilfe derer die Gesellschaft und staatliche Strukturen kritisiert beziehungsweise angegriffen wurden – »Anarchy In The U.K.« von den »Sex Pistols« –, sorgten für Empörung in der Gesellschaft und Schlagzeilen in den Medien.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, Popularmusik als Ausdrucksmittel und Rekrutierungsinstrument rechtsextremer Ideologie interdisziplinär zu untersuchen.
2 BEGRIFFSKLÄRUNG: Hier werden zentrale Begriffe wie Rechtsextremismus, Neonazismus und ideologische Fragmente definiert, um eine theoretische Basis für die Analyse zu schaffen.
3 GRUNDZÜGE DER GESCHICHTE DES RECHTSROCK: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung des Rechtsrock von seinen Ursprüngen in der britischen Skinhead-Kultur bis zur Etablierung in Deutschland nach.
4 ZU DEN STRUKTUREN DER RECHTEN MUSIKSZENE: Es werden die organisatorischen, wirtschaftlichen und medialen Strukturen der Szene (Konzerte, Fanzines, Netzwerke, Internet) analysiert.
5 POPULARMUSIK ALS AUSDRUCKSMITTEL RECHTER IDEOLOGIE: Untersuchung verschiedener Musikgenres auf rechte Tendenzen und detaillierte inhaltliche Analyse ideologischer Inhalte in Songtexten.
6 ZU FUNKTION UND WIRKUNG RECHTSEXTREMER MUSIK: Dieses Kapitel beleuchtet die propagandistische Bedeutung der Musik sowie die psychologischen Wirkungsweisen auf die Rezipienten.
7 FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Reflexion über die Bedeutung der Musik in der rechtsextremen Szene.
8 LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS: Aufstellung sämtlicher verwendeten Quellen und Literaturangaben.
Rechtsextremismus, Rechtsrock, Popularmusik, Neonazismus, Skinhead-Szene, Ideologieanalyse, Propaganda, Rekrutierung, Jugendkultur, Musikgenres, Ideologiefragmente, Liedtexte, Indizierung, staatliche Maßnahmen.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Popularmusik als Ausdrucks- und Propagandamittel für rechtsextreme und neonazistische Ideologien in Deutschland.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des Rechtsrock, die organisatorischen Strukturen der Szene sowie die inhaltliche und psychologische Analyse der Musik und ihrer Texte.
Ziel ist eine Bestandaufnahme, die aufzeigt, wie Musik interdisziplinär (ideologisch, ökonomisch, psychologisch) genutzt wird, um rechtsextreme Weltbilder zu verbreiten und Sympathisanten zu rekrutieren.
Die Arbeit verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der auf der Auswertung von fachjournalistischer Literatur, Schriften des Verfassungsschutzes, Songtextanalysen und dokumentarischem Material basiert.
Der Hauptteil analysiert die Geschichte des Rechtsrock, Strukturen wie Netzwerke und Labels, rechte Tendenzen in Genres wie Dark Wave oder HipHop und die ideologischen Kerninhalte der Songtexte.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rechtsextremismus, Rechtsrock, Propaganda, Rekrutierung, Neonazismus und Musikszene charakterisiert.
Die Analyse zeigt, dass „Liebe“ in diesen Kontexten oft pervertiert als nationalistische oder rassistische Ideologie sowie als sexistisches oder gewaltverherrlichendes Motiv auftritt, um die eigene „Rasse“ zu überhöhen.
Das Internet fungiert als zentrales Distributionssystem, das den illegalen Tausch von indizierten Liedern erleichtert, die Szene vernetzt und eine kostengünstige Rekrutierung ermöglicht.
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