Bachelorarbeit, 2016
73 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Grundsätzliches zum Erstspracherwerb
2.1 Zum Begriff Sprache
2.2 Die Phasen des Spracherwerbs
2.3 Die Erstsprache als Fundament für den Erwerb der Zweitsprache
2.4 Die Rolle der Erstsprache für die Identitätsentwicklung
2.5 Zusammenfassung
3. Grundlagen zur Mehrsprachigkeit
3.1 Zum Begriff Mehrsprachigkeit
3.2 Fakten und Zahlen über Mehrsprachigkeit
3.3 Mehrsprachigkeit aus neurologischer Sicht
3.4 Familien- und Umgebungssprache
3.5 Starke und schwache Sprache
3.7 Zusammenfassung
4. Die Mehrsprachigkeit beeinflussende Faktoren
4.1 Art des sprachlichen Angebotes
4.2 Form der Förderung
4.3 Motivation und Emotionalität
4.4 Familiärer Sprachgebrauch
4.5 Alter bei Spracherwerbsbeginn
4.6 Zusammenfassung
5. Arten der Mehrsprachigkeit
5.1 Simultane versus sukzessive Mehrsprachigkeit
5.2 Natürliche versus gesteuerte Mehrsprachigkeit
5.3 Additive versus subtraktive Mehrsprachigkeit
5.4 Zusammenfassung
6. Pro und Kontra früher Mehrsprachigkeit
6.1 Vorteile der Mehrsprachigkeit
6.1.1 Steigerung der Kommunikationsfähigkeit
6.1.2 Interkulturelle Kompetenz
6.1.3 Bessere Berufschancen
6.1.4 Kognitiver Aspekt
6.1.5 Erhöhung der Aufmerksamkeitskontrolle
6.2 Nachteile der Mehrsprachigkeit
6.2.1 Sprachverweigerung
6.2.2 Doppelte Halbsprachigkeit
6.2.3 Sprachverlust bei Mehrsprachigkeit
6.2.4 Negativer Transfer beim Zweitspracherwerb
6.2.5 Kindlicher Sprachwechsel und Sprachmischungen
6.3 Zusammenfassung
7. Fazit
Die Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit als eine wertvolle Chance oder als ein Entwicklungsrisiko für das Kind zu bewerten ist. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse förderlicher Bedingungen für einen erfolgreichen Zweitspracherwerb.
3.3 Mehrsprachigkeit aus neurologischer Sicht
Unser menschliches Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen, deren Anzahl sich beim gesunden Menschen nicht mehr verändert. Entscheidend für die Arbeitsfähigkeit des Gehirns sind die Verbindungen zwischen den Nervenzellen, deren Anzahl bei der Geburt etwa 50.000 Milliarden beträgt. Erst infolge des Wachstums der Anzahl dieser Verbindungen zwischen den Nervenzellen ist Lernen möglich. Unser gesamtes Wissen und alle Emotionen befinden sich in diesen neuronalen Netzwerken des Gehirns (vgl. Küls 2003, online).
Im Gehirn werden Sinneswahrnehmungen aufgenommen und verarbeitet. Diese Verarbeitung erfolgt wie zuvor beschrieben durch den Aufbau, die Verbindung und die Anreicherung der Informationen innerhalb von Netzwerken. Die Knotenpunkte werden hierbei als Synapsen bezeichnet, deren Anzahl theoretisch unendlich ist. Aus dieser Tatsache heraus begründet sich die Erkenntnis, dass das gesunde Gehirn während des gesamten Lebens in der Lage ist, zu lernen. Ein solches Lernen schließt naturgemäß auch das Erlernen einer weiteren Sprache mit ein (vgl. Franceschini 2008, S. 14).
Unser Gehirn ist jedoch in verschiedene Areale aufgeteilt. In einzelnen Bereichen ist nur in einem begrenzten Alterszeitfenster eine optimale Ausbildung der Fähigkeiten möglich. Dies betrifft im Besonderen das Hören, Sehen und die Sensomotorik. Die Areale, die für die Verarbeitung von Sprache genutzt werden, besitzen bis zum elften Lebensjahr eine sehr hohe Lernfähigkeit, die ab diesem Alter dann langsam abnimmt, insbesondere hinsichtlich der korrekten Aussprache der Zweitsprache. Infolge der Unterschiedlichkeit der Menschen ist der letztgenannte Aspekt jedoch individuell sehr verschieden (vgl. ebd.).
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Mehrsprachigkeit und die wachsende Bedeutung sprachlicher Kompetenz im heutigen europäischen und gesellschaftlichen Kontext.
2. Grundsätzliches zum Erstspracherwerb: Dieses Kapitel erläutert die Phasen des Spracherwerbs und verdeutlicht die essenzielle Rolle der Erstsprache als Grundlage für die Identitätsbildung und das Erlernen weiterer Sprachen.
3. Grundlagen zur Mehrsprachigkeit: Hier werden Definitionen der Mehrsprachigkeit, neurologische Hintergründe sowie die Konzepte von Familien- und Umgebungssprache ausführlich dargestellt.
4. Die Mehrsprachigkeit beeinflussende Faktoren: Der Fokus liegt auf Umweltfaktoren wie der Art des Sprachangebots, der Motivation, dem familiären Sprachgebrauch und dem Einfluss des Lebensalters auf den Spracherwerb.
5. Arten der Mehrsprachigkeit: Es erfolgt eine Gegenüberstellung verschiedener Begriffspaare wie simultan/sukzessiv, natürlich/gesteuert sowie additiv/subtraktiv.
6. Pro und Kontra früher Mehrsprachigkeit: Dieses Kapitel diskutiert die Vorteile, wie kognitive Stärken und interkulturelle Kompetenz, sowie mögliche Risiken wie Sprachverlust oder Interferenzerscheinungen.
7. Fazit: Die abschließende Betrachtung fasst die Kernergebnisse zusammen und beantwortet die Eingangsfrage positiv im Sinne einer Chance.
Mehrsprachigkeit, frühe Kindheit, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Sprachförderung, kognitive Entwicklung, Interkulturelle Kompetenz, Identitätsbildung, Migrationshintergrund, Input-Hypothese, Sprachdominanz, Neurologie.
Die Publikation untersucht, ob das Aufwachsen mit mehreren Sprachen in der frühen Kindheit für die Entwicklung eines Kindes eine positive Chance oder ein Entwicklungsrisiko darstellt.
Die Arbeit behandelt den Spracherwerbsprozess, die neurologischen Grundlagen der Mehrsprachigkeit, verschiedene Förderansätze sowie die Auswirkungen auf kognitive und soziale Kompetenzen.
Das Ziel ist es, Eltern und Pädagogen fundiert aufzuzeigen, wie Mehrsprachigkeit optimal gefördert werden kann, um eine erfolgreiche Sprachentwicklung in beiden Sprachen zu gewährleisten.
Die Autorin stützt sich auf eine umfassende Literaturanalyse aktueller Studien und Theorien aus den Bereichen Linguistik, Neurowissenschaften und Pädagogik.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Erst- und Zweitspracherwerbs, beeinflussende Umweltfaktoren, verschiedene Arten der Mehrsprachigkeit sowie eine differenzierte Pro-und-Kontra-Diskussion.
Wesentliche Begriffe sind Mehrsprachigkeit, frühe Kindheit, Sprachförderung, kognitive Vorteile, Interkulturalität und das Prinzip "eine Person – eine Sprache".
Nein, aus neurologischer Sicht ist das Gehirn in der Lage, mehrere Sprachen zu verarbeiten, sofern die emotionale und soziale Umgebung stabil ist und die Erstsprache ebenfalls gestärkt wird.
Die Erstsprache ist das Fundament; eine hohe Kompetenz in der Muttersprache ist die Voraussetzung, um auch die Zweitsprache auf einem qualitativ hohen Niveau erwerben zu können.
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