Bachelorarbeit, 2014
60 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Indirekte Steuern im EU-Recht
2.1.1 Primärrechtliche Grundlagen
2.1.2 Harmonisierungsauftrag
2.1.3 Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie
2.1.4 Verhältnis EU-Recht – nationales Recht
2.2 Der EuGH und seine Rechtsprechung
2.2.1 Einordnung des EuGH in die EU
2.2.2 Verfahren vor dem EuGH: Fokus Vorabentscheidungsverfahren
2.2.3 Bindungswirkung der Vorabentscheide
2.2.4 Von Rechtsauslegung zu Rechtsfortbildung
3 Auswirkungen der Rechtsprechung auf das nationale Umsatzsteuerrecht
3.1 Der EuGH und die Umsatzsteuer
3.2 Auswirkungen auf nationaler Ebene anhand von ausgewählten Urteilen
3.2.1 Auswirkungen auf die deutsche Gerichtsbarkeit
3.2.2 Auswirkungen auf die deutsche Finanzverwaltung
3.2.3 Auswirkungen auf die deutsche Gesetzgebung
4 Ergebnis und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den maßgeblichen Einfluss der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) auf das deutsche Umsatzsteuerrecht. Dabei steht insbesondere die Analyse der Bindungswirkung sowie der faktischen Bedeutung des Vorabentscheidungsverfahrens im Mittelpunkt, um aufzuzeigen, wie europäische Vorgaben die nationale Rechtsprechung, die Finanzverwaltung und die Gesetzgebung beeinflussen.
3.2.1 Auswirkungen auf die deutsche Gerichtsbarkeit
Aufgrund der offenkundigen, unmittelbaren Bindungswirkung der EuGH-Urteile für die vorlegenden nationalen Gerichte bietet es sich an, zunächst mit der Auswirkung der Vorabentscheide auf die nationalen Finanzgerichte und den BFH zu beginnen. Durch die Vorlagepflicht, die darauffolgende Bindung der letztinstanzlichen, obersten Bundesgerichte an den EuGH und durch die faktische Rechtsmittelunfähigkeit seiner Vorabentscheidungen, wirkt der EuGH beispielsweise im Umsatzsteuerrecht unübersehbar auf die mit Umsatzsteuerstreitigkeiten befassten Instanzen der deutschen Finanzgerichtsbarkeit ein.
Da das nationale Umsatzsteuerrecht auf der europäischen MwStSystRL beruht, berührt nahezu jeder Rechtsstreit vor den nationalen Gerichten bezüglich einer deutschen Umsatzsteuernorm gleichzeitig auch eine Vorschrift des Unionsrechts. Die unionsrechtskonforme Auslegung des deutschen Umsatzsteuergesetzes spielt daher in der nationalen Finanzgerichtsbarkeit eine große Rolle. Dies wird zum Beispiel am Urteil des BFH vom 28. Mai 2013 bezüglich der Zuordnung der bewegten Lieferung bei Transport durch den mittleren Unternehmer im Reihengeschäft deutlich. Der XI. Senat hielt die nicht auf der MwStSystRL beruhende, widerlegbare Gesetzesvermutung des § 3 Abs. 6 S. 6 UStG nicht für unionswidrig, sie sei lediglich unionskonform auszulegen. Nach EuGH-Rechtsprechung sei eine „umfassende Würdigung aller besonderen Umstände des Einzelfalls“ vorzunehmen, die zur Widerlegung der Vermutung führen könne. Der BFH bezieht sich dabei auf Vorabentscheidungen des EuGH aus dem Jahr 2010 und die von ihm angeregte und für ihn bindende Vorabentscheidung des EuGH vom 27. September 2012, in dem der EuGH in Randnummer 34 mit seinen Äußerungen über die wirtschaftliche Verfügungsmacht dem BFH Kriterien an die Hand gibt, anhand dessen er die Beurteilung der bewegten Lieferung vornehmen kann.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Harmonisierung des Mehrwertsteuersystems ein und skizziert die Rolle des EuGH bei der Beseitigung nationaler Hemmnisse und der Weiterentwicklung des Umsatzsteuerrechts.
2 Grundlagen: Das Kapitel erläutert die primärrechtlichen Grundlagen des EU-Steuerrechts, die Funktion des EuGH sowie die Mechanismen der Rechtsauslegung und Vorabentscheidungsverfahren.
3 Auswirkungen der Rechtsprechung auf das nationale Umsatzsteuerrecht: Hier werden die konkreten Einflüsse der EuGH-Rechtsprechung auf die deutsche Finanzgerichtsbarkeit, die Verwaltungspraxis und die nationale Gesetzgebung anhand ausgewählter Urteile untersucht.
4 Ergebnis und Ausblick: Das Abschlusskapitel resümiert die vielfältigen Auswirkungen und betont die zentrale Rolle der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie für das harmonisierte europäische Steuerrecht.
Umsatzsteuer, EuGH, Vorabentscheidungsverfahren, Harmonisierung, MwStSystRL, Anwendungsvorrang, Unionsrechtskonforme Auslegung, Rechtsfortbildung, BFH, Finanzverwaltung, Umsatzsteuergesetz, Steuerharmonisierung, Binnenmarkt, Richtlinie, Bindungswirkung.
Die Arbeit analysiert, wie die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) das nationale Umsatzsteuerrecht in Deutschland prägt und welche Mechanismen diesen Einfluss steuern.
Die zentralen Felder sind die Rolle des EuGH als Integrationsmotor, die Bindungswirkung von Vorabentscheidungen sowie die Auswirkungen auf deutsche Gerichte, Finanzbehörden und Gesetzgeber.
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen europäischer Rechtsprechung und nationalem Steuerrecht aufzuzeigen und zu untersuchen, wie nationale Akteure auf EuGH-Urteile reagieren.
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, Primärrecht der EU, einschlägigen EuGH-Entscheidungen sowie deutschen Finanzgerichtsurteilen und Gesetzesmaterialien.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des EU-Steuerrechts und analysiert praxisnah an Urteilen (z.B. zu Restaurationsumsätzen), wie Gerichte und Verwaltung mit der EuGH-Rechtsprechung umgehen.
Wesentliche Begriffe sind insbesondere Umsatzsteuer, EuGH, Vorabentscheidungsverfahren, Harmonisierung, Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie und Anwendungsvorrang.
Sie befreit letztinstanzliche Gerichte von der Vorlagepflicht an den EuGH, wenn die Anwendung des Unionsrechts derart offenkundig ist, dass keinerlei vernünftige Zweifel bestehen.
Die Finanzverwaltung passt ihre Verwaltungspraxis, oft durch BMF-Schreiben oder Änderungen im Umsatzsteuer-Anwendungserlass, an die EuGH-Rechtsprechung an, wobei sie sich teils an Präjudizen orientiert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

