Masterarbeit, 2015
103 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Hochbegabung
1.1 Historische Entwicklung
1.2 Begriffsbestimmungen
1.2.1 Hochbegabung
1.2.2 Intelligenz
1.2.3 Intelligenzquotient (IQ)
1.3 Häufigkeit/Vorkommen
1.4 Begabungsmodelle
1.4.1 Das ‚3-Ringe-Modell‘ nach Renzulli
1.4.2 Das ‚Modell der triadischen Interpendenz‘ nach Mönks
1.4.3 Das ‚differenzierte Begabungs-Talent-Modell‘ nach Gagné
1.4.4 Das ‚Münchener Hochbegabungsmodell‘ nach Heller
1.4.5 Das ‚gesellschaftlich-ökologische Modell der Hochbegabung‘ nach Fels
1.4.6 Intelligenzmodelle
1.4.7 Zusammenfassung
1.5 Aktuelle Entwicklungen
2. Schulsozialarbeit
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Definition
2.3 Rechtsgrundlagen
2.4 Rahmenbedingungen
2.5 Aufgabenfelder der Schulsozialarbeit
2.6 Anforderungsprofil der SchulsozialarbeitInnen
2.7 Zusammenfassung
3. Der/die hochbegabte Schüler/in als KlientIn der Schulsozialarbeit
3.1 Nicht-kognitive Entwicklungsfaktoren der Hochbegabung
3.2 Identifikation von Hochbegabung
3.2.1 Subjektive Diagnoseverfahren
3.2.1.1 Beobachtung und Nomination
3.2.1.2 Schulnoten
3.2.2 Objektive Diagnoseverfahren
3.2.2.1 Intelligenztest
3.2.2.2 Verfahren zu Ermittlung nichtkognitiver Persönlichkeitsfaktoren
3.2.2.3 Kreativitätstest
3.2.2.4 Das diagnostische Verfahren nach Brackmann
3.2.3 Zusammenfassung
3.3 Merkmale/Profile von hochbegabten SchülerInnen
3.4 Verhaltensauffälligkeiten von hochbegabten SchülerInnen
3.4.1 Schulische Unterforderung
3.4.2 Asynchrone Entwicklung
3.4.3 AD(H)S
3.4.4 Underarchievment
3.4.5 Teilleistungsschwäche
3.4.6 Psychosomatische Beschwerden
3.4.7 Zusammenfassung
3.5 Probleme im interpersonalen Bereich
3.5.1 Sozialverhalten
3.5.2 Mobbing
3.5.3 Familiäre Konflikte
4. Förderung von Hochbegabung aus schulischer Sicht
4.1 Rechtlicher Rahmen zur Förderung Hochbegabter
4.2 Schulische Fördermaßnahmen
4.2.1 Akzeleration
4.2.2 Enrichment
4.2.3 Mischformen
5. Pädagogische Handlungsmöglichkeiten im Rahmen der Schulsozialarbeit
5.1 Entwicklungsstufe Adoleszenz
5.2 Anforderungen an die Fachkraft der Schulsozialarbeit
5.2.1 Pädagogisches Handeln
5.2.2 Zusammenfassung
5.3 Beratungsgrundlagen
5.3.1 Elternberatung
5.3.2 Zusammenfassung
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Schulsozialarbeit bei der Identifikation und Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher, wobei ein besonderer Fokus auf SchülerInnen mit sozialen oder psychischen Problematiken liegt. Es wird analysiert, wie Fachkräfte der Schulsozialarbeit in der Praxis mit dieser Zielgruppe in Kontakt kommen und welche sozialpädagogischen Handlungsoptionen ergänzend zu bestehenden schulischen Fördermaßnahmen existieren.
1.4.1 Das ‚3-Ringe-Modell‘ nach Renzulli
Eines der ältesten, aus der psychologischen Hochbegabtenforschung stammende Modell ist das Begabungsmodell des Psychologen Joseph Renzulli, welches das ‚3-Ringe-Modell der Hochbegabung‘ genannt wird und stellt eine erste Kritik an der Definition Termans dar. (vgl. Rohrmann & Rohrmann 2010, S. 47)
Im Rahmen dieses Konzeptes, welches in den 1980er Jahren entwickelt wurde, wird davon ausgegangen, dass eine spezielle Begabung bei einer Person durch die, sich wechselseitig beeinflussenden (aus diesem Grund das Schaubild der drei Ringe) überdurchschnittlichen, jedoch nicht herausragenden Faktoren der allgemeinen Kompetenz bzw. Intelligenz (‚Above-Average-Ability‘), der Kreativität (‚Creativity‘) und der Motivation bzw. Aufgabenverpflichtung (‚Task Commitment‘) geprägt wird. (vgl. Hirschmann 2007, S. 9) Der Bereich der ‚Above-Average-Ability‘ umfasst alle Komponenten der intellektuellen Kompetenz, wie etwa Schulleistungen, Beurteilungen von Lehrern oder Eltern. Den Bereich ‚Creativitiy‘ deskribiert Renzulli nicht explizit, da seiner Meinung nach zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Modells kaum qualitativ hochwertige Kreativitätstest vorhanden waren. Zum Bereich der ‚Task Commitment‘ sagt Renzulli, dass es „die Energie [ist], die eine Person in die Bearbeitung eines speziellen Problems oder Leistungsbereichs erbringt.“ (Renzulli in Langeneder 1997, S. 27-28) Es wird hier eine stark entwicklungsorientierte Komponente vertreten. Eben Genanntes bedeutet, dass Renzulli eine Hochbegabung nicht als gegeben ansieht, sondern die notwendige Interaktion zwischen den Fähigkeiten einer Person und den Faktoren der Umwelt als Grundvoraussetzung für die Entwicklung von Begabung wahrnimmt. (vgl. Holling & Kanning 1999, S. 8ff) Er lehnt entsprechend die alleinige Diagnostik mithilfe von Intelligenztests ab, da hiermit lediglich die ‚schulische Hochbegabung‘ gemessen werden kann, nicht aber die kreative.
1. Hochbegabung: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung der Begabungsforschung, definiert die zentralen Begriffe Hochbegabung und Intelligenz und stellt verschiedene Begabungsmodelle sowie aktuelle Trends in der Förderung vor.
2. Schulsozialarbeit: Hier wird das Berufsfeld der Schulsozialarbeit hinsichtlich seiner Entstehung, rechtlichen Grundlagen und seiner Aufgabenfelder analysiert, um eine Basis für die praktische Arbeit an Schulen zu schaffen.
3. Der/die hochbegabte Schüler/in als KlientIn der Schulsozialarbeit: Dieses Kapitel verknüpft beide Themenbereiche, indem es Diagnoseverfahren, Merkmale und spezifische Verhaltensproblematiken hochbegabter Schüler im Kontext der Schulsozialarbeit untersucht.
4. Förderung von Hochbegabung aus schulischer Sicht: Hier werden schulische Interventionsmöglichkeiten wie Akzeleration und Enrichment sowie deren rechtliche Rahmenbedingungen kritisch beleuchtet.
5. Pädagogische Handlungsmöglichkeiten im Rahmen der Schulsozialarbeit: Dieser Teil widmet sich dem konkreten Handeln der Schulsozialarbeiter, insbesondere durch Beratung und gezielte pädagogische Maßnahmen, um Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.
6. Fazit: Das Fazit reflektiert die Ausgangsfragen und verdeutlicht die Relevanz der Schulsozialarbeit bei der Identifikation und Förderung hochbegabter Kinder, weist aber auch auf die Notwendigkeit weiterer Spezialisierung und finanzieller Förderung hin.
Hochbegabung, Schulsozialarbeit, Schulentwicklung, Begabungsmodelle, Unterforderung, Underarchievment, Identifikation, Beratung, Elternarbeit, soziale Kompetenz, Kreativität, Motivation, Jugendhilfe, Förderung, Schulleistungen
Die Arbeit untersucht, wie Schulsozialarbeiter Schüler mit Hochbegabung identifizieren und unterstützen können, da dieses Klientel in der pädagogischen Literatur bisher kaum Beachtung fand.
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Hochbegabung, die professionelle Rolle der Schulsozialarbeit sowie die Verbindung beider Bereiche in der schulischen Praxis.
Ziel ist es, Handlungsmöglichkeiten für Schulsozialarbeiter zu erarbeiten, um hochbegabte Kinder – insbesondere solche mit Problemlagen wie Unterforderung oder sozialen Konflikten – angemessen zu fördern.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, Studien und Modellen zur Hochbegabung sowie zur Schulsozialarbeit, um daraus ein fundiertes Konzept für die Praxis abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begabungsmodelle), die Beschreibung der Schulsozialarbeit, die Analyse von Problemen bei Hochbegabten (z.B. Underarchievment) und konkrete Handlungsempfehlungen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Hochbegabung, Schulsozialarbeit, Underarchievment, Identifikation, pädagogische Förderung und Beratung.
Underarchievment führt bei hochbegabten Schülern oft zu Minderleistungen und psychischen Belastungen, wodurch diese Schüler häufig fälschlicherweise als "Störer" eingestuft werden, was ein direktes Handlungsfeld für Schulsozialarbeiter eröffnet.
Eltern benötigen Unterstützung bei der Identifikation der besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder, da sie oft unter widersprüchlichen Informationen leiden und Angst haben, den Anforderungen einer Hochbegabtenförderung nicht gerecht zu werden.
Während Lehrer sich primär auf Lerninhalte und Unterrichtsstoff konzentrieren, liegt der Fokus der Schulsozialarbeit auf der ganzheitlichen, sozialpädagogischen Unterstützung und der Bearbeitung von Problemen im psychosozialen oder interpersonalen Bereich.
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