Masterarbeit, 2014
156 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Erläuterung und Differenzierung der Begriffe „Heirat“ und „Ehe“ sowie „Ritus“ und „Praxis“
3. Die traditionelle Hochzeit Chinas – Praktiken im China von 1850 bis 1950
3.1 Die Zeremonie einer traditionellen Hochzeit und die Bedeutung ihrer Praktiken in der Region Peking
3.2 Exkurs: Die Heirat durch Entführung
3.3 Exkurs: Die Praxis der Klagelieder am Beispiel der Regionen Hunan, Nanhui, Hong Kong und Sai Kung
4. Wandel der traditionellen Heirat und Ehe in den Städten Chinas infolge politischer Umbrüche ab 1949
5. Heirat und Ehe in den Städten des modernen Chinas
5.1 Wandel der Partnerwahl durch innerfamiliäre Machtverschiebung
5.2 Von der patrilokalen und uxorilokalen Heirat zur familiären Neugründung an einem neuen Ort
5.3 Die moderne Hochzeitzeremonie des gegenwärtigen Chinas
5.4 Der Weg zur Hochzeit – Voraussetzungen und Bedingungen der städtischen Gesellschaft an das Brautpaar
5.5 Stellenwerte traditioneller Praktiken auf modernen städtischen Hochzeitszeremonien und Anforderungen bei der Partnerwahl
5.5.1 Betrachtung der Umfrageergebnisse
5.5.2 Zusammenfassung der Umfrageergebnisse
6. Alternative Erscheinungsbilder der modernen Hochzeit und Partnerwahl
6.1 „Naked Marriage“
6.2 „Flash Marriage“ und Matchmaking Events
6.3 Die moderne Partnersuche im Internet – Online Dating in den Städten Chinas
7. Gesellschaftliche Erscheinungsformen und Konflikte – „Leftover Women“ und Frauenmangel
7.1 Das Phänomen der „Leftover Women“
7.2 Die Entstehung der Gruppe der „Leftover Women“
7.3 Die Entwicklung vom „Iron Girl“ zum „Dritten Geschlecht“
7.4 Der Konflikt zwischen „Leftover“ und Tradition
7.5 „Leftover Women“ in den Medien – Hetzkampagne des Staates?
7.6 Bedrohung der sozialen Stabilität? durch das ungleiche Verhältnis zwischen den Geschlechtern – 23,5 Millionen Männer im Überschuss
8. Zusammenfassung
Diese Masterarbeit untersucht den Wandel von Heirat und Ehe in städtischen chinesischen Kontexten, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen traditionellen Praktiken (1850–1950) und modernen Erscheinungsformen sowie den damit verbundenen gesellschaftlichen Bedingungen und Konflikten liegt.
3. Die traditionelle Hochzeit Chinas – Praktiken im China von 1850 bis 1950
In ihrem Werk „Geburt, Heirat und Tod in Peking“ beschreibt Mechthild Leutner unter anderem ausführlich die mit einer chinesischen Hochzeit verbundenen Heiratsriten und deren familienökonomischen Bedeutungen. Die in ihrer Untersuchung erhobenen Daten beziehen sich schwerpunktmäßig auf den Raum Peking und die Zeit vor 1950. Insgesamt stellt sich Leutners Darstellung als äußerst detailreich heraus und zeichnet sich durch explizite Beschreibungen der Riten und deren familienökonomischer Erklärung aus. Damit ist ihr Werk zur Zeit der Erscheinung ein Referenzwerk im Forschungsfeld der Familienökonomie.
Doch auch andere Werke wie „Changes in Family and Marriage in a Yangzi Delta Farming Community, 1930-1990“ von Eugene T. Murphy stellen ausführliche Bilder traditioneller Hochzeiten vor und ergänzen das Werk von Leutner. Im Folgenden stelle ich einen stark gekürzten Überblick über den Umfang einer traditionellen chinesischen Hochzeit mit ihren Riten bzw. Praktiken dar. Dadurch bedingt, dass ich mich hauptsächlich auf die Aussagen aus der Studie „Geburt, Heirat und Tod in Peking“ stütze, gelten die folgenden Ergebnisse zum Großteil für den Raum Peking, sofern nicht anders benannt.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Bedeutung der chinesischen Hochzeit als Familienverbindung und stellt die Forschungsfrage nach dem Wandel von traditionellen zu modernen Heiratsformen unter Berücksichtigung ökonomischer Bedingungen.
2. Erläuterung und Differenzierung der Begriffe „Heirat“ und „Ehe“ sowie „Ritus“ und „Praxis“: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begrifflichkeiten, um die formale Zeremonie der Heirat vom Zusammenleben der Ehe zu unterscheiden und den Ritus als handlungsorientierte Praxis zu verstehen.
3. Die traditionelle Hochzeit Chinas – Praktiken im China von 1850 bis 1950: Es werden Heiratsriten, familienökonomische Ziele und regionale Unterschiede der traditionellen Hochzeit analysiert, inklusive Exkursen zu Entführungen und Klageliedern als Formen sozialen Protests.
4. Wandel der traditionellen Heirat und Ehe in den Städten Chinas infolge politischer Umbrüche ab 1949: Dieses Kapitel untersucht, wie die politischen Veränderungen nach 1949 und die neuen Ehegesetze die traditionelle Familienstruktur und die Bedingungen für Heiraten radikal veränderten.
5. Heirat und Ehe in den Städten des modernen Chinas: Hier wird der Einfluss von Globalisierung und Modernisierung auf die heutige Partnerwahl und Zeremonien betrachtet, ergänzt um die Auswertung einer selbst durchgeführten Umfrage.
6. Alternative Erscheinungsbilder der modernen Hochzeit und Partnerwahl: Das Kapitel behandelt neue Trends wie die „Naked Marriage“ und „Flash Marriage“ sowie moderne Vermittlungswege wie Online-Dating und Matchmaking-Veranstaltungen.
7. Gesellschaftliche Erscheinungsformen und Konflikte – „Leftover Women“ und Frauenmangel: Der Text analysiert das gesellschaftliche Phänomen der „Leftover Women“ im Kontext des demografischen Ungleichgewichts und des zunehmenden staatlichen und medialen Drucks auf ledige Frauen.
8. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über den Wandel des Heiratsverhaltens, die Rolle ökonomischer Faktoren und die Entstehung neuer gesellschaftlicher Konfliktpotentiale.
Heirat, Ehe, Traditionen, Gesellschaftlicher Wandel, China, Partnerwahl, Naked Marriage, Leftover Women, Familienökonomie, Heiratsriten, Klagelieder, Modernisierung, Geschlechterungleichgewicht, demografischer Wandel, Ehegesetz
Die Arbeit untersucht den soziokulturellen Wandel von Heirat und Ehe in China, indem sie traditionelle Praktiken mit modernen Erscheinungsformen in städtischen Regionen vergleicht.
Zu den zentralen Themen gehören der Einfluss von Traditionen, die Auswirkungen der Globalisierung, ökonomische Anforderungen bei der Partnerwahl sowie aktuelle gesellschaftliche Phänomene wie „Leftover Women“.
Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen traditioneller und gegenwärtiger Heirat aufzuzeigen und zu analysieren, welche Bedingungen die moderne chinesische Gesellschaft an die Partnerwahl und Ehe stellt.
Die Autorin stützt sich primär auf eine sozialhistorische Analyse basierend auf Forschungsliteratur sowie auf eine eigene, ergänzende Umfrage unter 1198 chinesischen Teilnehmern.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse traditioneller Hochzeitsriten vor 1950, den politischen Wandel nach 1949, moderne Hochzeitszeremonien in Städten, alternative Heiratsformen und die gesellschaftliche Problematik um Frauenmangel und „Leftover Women“.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Heiratsriten, ökonomische Voraussetzungen (z.B. Wohnungsbesitz), traditionelles Rollenverständnis und den Wandel der Familienstrukturen charakterisiert.
Der Immobilienbesitz wird als eine der wichtigsten, von der Gesellschaft vorausgesetzten finanziellen Bedingungen angesehen, die ein Mann erfüllen muss, um als „heiratsfähig“ zu gelten.
Sie werden kritisiert, weil ihr Streben nach Karriere und Bildung im Konflikt mit traditionellen Erwartungen steht, die von der Frau primär häusliche Rollen und eine frühe Familiengründung verlangen.
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