Bachelorarbeit, 2013
52 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Problemdarstellung und Hintergründe
2.1 Der Laienhelfer
2.2 Der plötzliche Herztod
2.3 Die Notfallmeldung
2.4 Die automatisierte Defibrillation
3 Ziel der Arbeit
4 Methodik
4.1 Forschungsfragen
4.2 Literaturrecherche
5 Ergebnisse und Feststellungen
5.1 Überlebensrate
5.2 Reaktionszeit nach OHCA
5.3 Ort des Notfalls
5.4 Bereitschaft zur Reanimation
5.5 Qualität der CPR
5.6 Limits
5.7 Zusammenfassung
6 Diskussion
7 Fazit / Ausblicke
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Identifikation von Faktoren, die zufällig anwesende Ersthelfer (Bystander) zur Durchführung von Basisreanimationsmaßnahmen bewegen können. Zudem wird die Forschungsfrage untersucht, ob das Konzept der "chest compression only" CPR (reine Herzdruckmassage) im Vergleich zur Standard-Reanimation die Überlebensrate bei außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillständen positiv beeinflussen kann.
2.1 Der Laienhelfer
Seit 1968 hat jeder Führerscheinbewerber in Deutschland den Nachweis eines absolvierten 1.Hilfe-Kurses zu erbringen (StVG §2). Eine Auffrischung des Erste-Hilfe Wissens wird zwar empfohlen, ist aber nicht verpflichtend. Anbieter der 1.Hilfe-Kurse in Deutschland sind hauptsächlich die Hilfsorganisationen, die gemeinsam unter dem Dach der „Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe“ (BAGEH) die Ausbildung fachlich und inhaltlich dem jeweiligen Stand der medizinischen Wissenschaft anpassen und die Einheit der Lehre sichern (Richtlinie 2006/126/EG). Betriebe haben die gesetzliche Auflage, eine ausreichende Zahl an regelmäßig geschulten Ersthelfern bereit zu halten und regelmäßig zu schulen (BGV A2 §26). Daraus kann geschlossen werden, dass meist jüngere und im Berufsleben stehende Personen, in Erste-Hilfe Maßnahmen geschult sind. Häufig wird Erste Hilfe in unserem unmittelbaren Lebensumfeld erforderlich (Keggenhoff, 2012, S. 8). Offensichtlich ist jedoch, dass Bürger überfordert sind, mit Reanimationsmaßnahmen zu beginnen bis der Rettungsdienst eintrifft, selbst bei Angehörigen mit OHCA. Nur 1.33% der zufällig Anwesenden sehen sich in der Lage eine Herzdruckmassage durchzuführen (Winkle, 2010).
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der modernen Kardiopulmonalen Reanimation in den letzten 50 Jahren und führt in das Konzept der "Überlebenskette" ein.
2 Problemdarstellung und Hintergründe: In diesem Kapitel werden die Barrieren für Ersthelfer sowie die Bedeutung des plötzlichen Herztods, der Notfallmeldung und der automatisierten Defibrillation analysiert.
3 Ziel der Arbeit: Das Kapitel definiert den Fokus auf das Optimierungspotenzial von Laienhelfern und die Untersuchung der "Chest Compression Only" CPR als Strategie zur Erhöhung der Reanimationsquote.
4 Methodik: Hier wird das Vorgehen der Literaturrecherche beschrieben, inklusive der Forschungsfragen und der Kriterien für die Auswahl der untersuchten Studien.
5 Ergebnisse und Feststellungen: Die Ergebnisse präsentieren eine Auswertung von Studien zur Überlebensrate, Reaktionszeiten, Einsatzorten, Laien-Bereitschaft und Qualität der durchgeführten CPR.
6 Diskussion: Eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Studienlage zur Effektivität von reiner Herzdruckmassage versus Standard-CPR und der Rolle der Rettungsleitstellen.
7 Fazit / Ausblicke: Das Fazit fasst die Relevanz der "Chest Compression Only"-Methode für Laien zusammen und fordert eine flächendeckende, zielgruppenorientierte Schulungsstrategie.
Kardiopulmonale Reanimation, Laienhelfer, Chest Compression Only, CPR, Herz-Kreislauf-Stillstand, Überlebensrate, Chain of Survival, Notfallmeldung, Rettungsleitstelle, Ersthelfer, plötzlicher Herztod, Defibrillation, AED, Basisreanimation, Notfallrettung.
Die Arbeit untersucht, wie die Bereitschaft und die Qualität von Reanimationsmaßnahmen durch zufällig anwesende Laienhelfer bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand verbessert werden können.
Zu den Schwerpunkten zählen die "Chain of Survival", die Effektivität von reiner Herzdruckmassage (COCPR), die Rolle der Notrufdisponenten und die Barrieren für Ersthelfer.
Es soll geklärt werden, ob eine reine Herzdruckmassage (ohne Beatmung) durch Laien die Reanimationsquote und damit potenziell die Überlebenschancen von Patienten verbessert.
Der Autor führt eine umfassende Literaturanalyse durch, die aktuelle Studien, Metaanalysen und internationale Leitlinien der Jahre 1990 bis 2013 kritisch auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Problemanalyse (Warum handeln Laien zögerlich?), die Darstellung der methodischen Vorgehensweise und die detaillierte Präsentation sowie Diskussion der Studienergebnisse.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Laienreanimation, Chest-Compression-Only CPR, Überlebensrate und Notfallmanagement geprägt.
Die Daten zeigen, dass die Mehrheit der Herz-Kreislauf-Stillstände zu Hause auftritt, dort aber deutlich seltener reanimiert wird als an öffentlichen Orten, was einen hohen Schulungsbedarf für Angehörige unterstreicht.
Disponenten nehmen eine Schlüsselposition ein, da sie durch gezielte Abfragen und die Anleitung zur Herzdruckmassage Laienhelfer befähigen können, die kritische Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu überbrücken.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Komplexität der Mund-zu-Mund-Beatmung eine Barriere darstellt und eine Beschränkung auf die Herzdruckmassage die Hemmschwelle für Laien deutlich senken kann, ohne die Überlebenschancen negativ zu beeinflussen.
Ja, der Autor fordert eine zielgruppenorientierte Weiterentwicklung der Erste-Hilfe-Kursinhalte und plädiert für die Einführung eines Minimalcurriculums für Reanimationsunterricht an Schulen.
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