Bachelorarbeit, 2015
96 Seiten, Note: 1,3
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik, Ziel und Methode
1.2 Forschungsrelevanz, Rezeption und Erkenntnisstand
2. Theoretische Grundlagen und Begriffe
2.1 Interkulturelle Literaturwissenschaft und Komparatistische Imagologie
2.2 Postkolonialismus, Orientalismus und Ethnologische Perspektive
2.3 Repräsentation, Gegenwartsliteratur, Bacha Posh, Kalligraphie
3. Analyse der Repräsentationen Afghanistans
3.1 Geschichte, Politik und Biographie als Quellen für die Repräsentationen
3.1.1 Ein geschichtlicher Überblick Afghanistans
3.1.2 Die aktuelle politische Lage Afghanistans
3.1.3 Biographische Informationen zu Autorin und Autor
3.2 Inhalt, Form und Erzählstruktur
3.2.1 Der Roman Gott im Reiskorn
3.2.2 Der Roman Das Leuchten in der Ferne
3.3 Das Eigene: Europa und Deutschland
3.3.1 Das Eigene in Gott im Reiskorn
3.3.2 Das Eigene in Das Leuchten in der Ferne
3.4 Das Andere: Repräsentationen Afghanistans
3.4.1 Repräsentationen Afghanistans in Gott im Reiskorn
3.4.2 Repräsentationen Afghanistans in Das Leuchten in der Ferne
4. Fazit
4.1 Ergebnis
4.2 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Repräsentationen Afghanistans in der zeitgenössischen deutschen Literatur anhand der Romane "Gott im Reiskorn" von Mariam Kühsel-Hussaini und "Das Leuchten in der Ferne" von Linus Reichlin. Ziel ist es, das Land jenseits einseitiger Schreckensmeldungen zu beleuchten, indem es als ambivalenter "Sehnsuchtsort" und "Schreckensort" analysiert wird, um so einen Beitrag zum interkulturellen Dialog und zur Erweiterung der Wahrnehmung zu leisten.
Die erste Begegnung mit Afghanistan
„Hinein – in die Kreuzung der Welten! [...] hinein in jene zwei so majestätischen Metaphern Orient und Okzident.“
In der gegenwärtigen Zeit, dem Zeitalter des Kampfes gegen den Terror des Islamischen Staates und der Taliban, der aus dem Nahen und Mittleren Osten in den Westen strebenden Flüchtlingsströme, der Anschläge auf Flüchtlingsheime und Politiker aus Fremdenfeindlichkeit aber auch der Hilfsbereitschaft gegenüber den Flüchtlingen, ist die Kreuzung von Orient und Okzident besonders deutlich zu spüren. Der Dialog zwischen der islamischen und westlichen Kultur spielt im Jahr 2015 nicht nur in der Politik sondern auch im Kulturbereich eine entscheidende Rolle. Zur Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse 2015 wurde der Schriftsteller Salman Rushdie eingeladen und den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2015 erhielt der Orientalist und Schriftsteller Navid Kermani, der in seiner Dankesrede in der Paulskirche in Frankfurt den früheren „multiethnisch, multireligiösen und multikulturellen Orient“ ins Bewusstsein ruft, den es nicht mehr gibt. Er schildert eindrucksvoll die Diskrepanz zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart des Orient und des Islam, indem er die in jüngster Zeit zahlreichen, unter Berufung auf den Islam verübten Verbrechen in Syrien, Afghanistan, dem Irak und weiteren Ländern aufzählt.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Repräsentation Afghanistans im aktuellen gesellschaftlichen Kontext sowie Zielsetzung und methodisches Vorgehen der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen und Begriffe: Darstellung der theoretischen Konzepte wie Interkulturelle Literaturwissenschaft, Imagologie, Orientalismus und Postkolonialismus als Fundament der Analyse.
3. Analyse der Repräsentationen Afghanistans: Untersuchung der historischen, politischen und biographischen Hintergründe sowie detaillierte Analyse der Romane hinsichtlich Inhalt, Form, der Konstruktion des "Eigenen" und des "Anderen".
4. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Ausblick auf die Relevanz des interkulturellen Dialogs sowie Möglichkeiten für weiterführende literarische Studien.
Afghanistan, Repräsentation, Gegenwartsliteratur, Interkulturelle Literaturwissenschaft, Komparatistische Imagologie, Orientalismus, Postkolonialismus, Sehnsuchtsort, Schreckensort, Identität, Interkultureller Dialog, Kulturwissenschaft, Literaturkritik, Bacha Posh, Kalligraphie.
Die Arbeit analysiert, wie Afghanistan in der zeitgenössischen deutschen Romanliteratur dargestellt wird und welche Bilder dabei von diesem Land entworfen werden.
Im Zentrum stehen die Kontrastierung der Begriffe Sehnsuchtsort und Schreckensort sowie die interkulturelle Auseinandersetzung zwischen dem westlichen "Eigenen" und dem afghanischen "Anderen".
Das Ziel ist es, ein nuancierteres Bild Afghanistans zu zeichnen und zu verstehen, wie Literatur zur Bildung von interkulturellen Bildern und zum besseren Verständnis zwischen Kulturen beitragen kann.
Die Arbeit bedient sich der Methoden der interkulturellen Literaturwissenschaft und der komparatistischen Imagologie, ergänzt um postkoloniale und orientalistische Theorieansätze.
Der Hauptteil analysiert ausführlich die beiden Romane "Gott im Reiskorn" und "Das Leuchten in der Ferne", wobei Geschichte, Politik, Form und Erzählstruktur sowie spezifische Repräsentationen einzelner Figuren und Gegenstände untersucht werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Orientalismus, Postkolonialismus, Identität, Sehnsuchtsort, Schreckensort und Repräsentation.
Während "Gott im Reiskorn" eher das Afghanistan der Vergangenheit und eine poetische, kunstvolle Seite (Sehnsuchtsort) betont, fokussiert "Das Leuchten in der Ferne" stärker auf die heutige kriegsgeprägte Situation und die Gewalt (Schreckensort).
Das Phänomen "Bacha Posh" (Mädchen, die als Jungen aufwachsen) wird als ein kulturell spezifisches afghanisches Phänomen thematisiert, das sowohl die soziale Rolle der Frau als auch Themen wie Sicherheit und gesellschaftliche Zwänge berührt.
Die Kalligraphie wird als eine bedeutende, traditionelle afghanische Kunstform analysiert, die als Gegengewicht zu den negativen Bildern von Krieg und Zerstörung steht und Afghanistan als Land mit einer hohen kulturellen Tradition ausweist.
Die Arbeit kritisiert eine einseitige, oft auf Schreckensmeldungen beschränkte Berichterstattung in deutschen Medien und sieht in der Literatur eine Chance, diese einseitige Wahrnehmung zu erweitern und zu verfeinern.
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