Bachelorarbeit, 2015
109 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
I.1. Problemstellung
I.2. Zielsetzung und Vorgehensweise
II. Definition und Charakteristika
II.1. Sutherland (1939)
II.2. Edelhertz (1970)
II.3. Polizeiliche Kriminalstatistik & Lagebilder (1984)
II.4. Federal Bureau of Investigation (1989)
II.5. PricewaterhouseCoopers AG (2001)
II.6. Zusammenfassung
III. Die Bedeutung von „White-Collar Crime“ – Ein historischer Abriss
III.1. Entstehung des Ansatzes
III.2. Historische Bedeutsamkeit in Deutschland
IV. Phänomenologische Lagebewertung in Deutschland
IV.1. Hellfeldanalyse
IV.1.1. Problematik der Datenlage
IV.1.2. Kriminologische Befunde
IV.2. Dunkelfeldanalyse
IV.3. Zusammenfassende Betrachtung
V. „White-Collar Crime“ – Antiquiert oder Phänomen mit Zukunft?
VI. Fazit
Ziel dieser Arbeit ist es, die tatsächliche und nicht bloß mediale Bedeutung von „White-Collar Crime“ in der Bundesrepublik Deutschland anhand wissenschaftlicher Daten chronologisch zu bewerten und einen fundierten Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Phänomens zu geben.
I.1. Problemstellung
Es ist das Jahr 1939. Seit der Weltwirtschaftskrise von 1929 verging bereits ein Jahrzehnt, doch hinterließ es bei den Menschen einen bleibenden Eindruck. Die beträchtlichen wirtschaftlichen Schäden und ihre unmittelbaren Auswirkungen auf das Leben jedes Einzelnen veranlassten viele zur Suche nach Ursachen und möglichen Erklärungen. So auch einen der bis heute bedeutendsten Kriminologen, Edwin H. Sutherland. Er nahm die retrograde Betrachtung der Krise als Denkanstoß und kam bei seinen Untersuchungen zu dem Schluss, dass Kriminalität - entgegen der damaligen Ansicht und Lehre - eben nicht ausschließlich ein Problem der Unterschicht sei. Sie betreffe vielmehr auch die vermeintlich unbescholtene „Elite“, sei mithin ubiquitär. Diese zunächst nicht unumstrittenen Ergebnisse proklamierte er erstmals in seiner Rede „White Collar-Criminality“ vor der Amerikanischen Soziologischen Gesellschaft (ASA).
In den darauffolgenden zehn Jahren untermauerte er sein bis dato in der Öffentlichkeit weitestgehend unpopuläres Konzept der „White-Collar Crime“ weiter und im Jahre 1949 sein zentrales Werk mit dem gleichnamigen Titel „White Collar Crime“. Darin definierte er die Normabweichungen der Oberschicht gewissermaßen unscharf „[…] approximately as a crime committed by a person of respectability and high social status in the course of his occupation“.
I. Einleitung: Einführung in die Thematik und Darlegung der zentralen Fragestellung sowie der methodischen Vorgehensweise.
II. Definition und Charakteristika: Analyse verschiedener Definitionsansätze, deren Stärken und Schwächen sowie Begründung des in der Arbeit verwendeten Arbeitsbegriffs.
III. Die Bedeutung von „White-Collar Crime“ – Ein historischer Abriss: Historische Einordnung des Konzepts mit Fokus auf Sutherland und die Situation in Deutschland Mitte des 20. Jahrhunderts.
IV. Phänomenologische Lagebewertung in Deutschland: Bewertung der aktuellen Situation mittels einer Hellfeldanalyse sowie einer detaillierten Betrachtung des Dunkelfelds.
V. „White-Collar Crime“ – Antiquiert oder Phänomen mit Zukunft?: Interdisziplinäre Diskussion über zukünftige Trends, insbesondere unter Berücksichtigung von Cybercrime und Compliance.
VI. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Titelfrage unter Berücksichtigung aller Analyseergebnisse.
White-Collar Crime, Wirtschaftskriminalität, Kriminologie, Hellfeldanalyse, Dunkelfeldanalyse, Sutherland, Compliance, Cybercrime, Korruption, Insolvenzverschleppung, Strafverfolgung, Täterprofil, Schadenspotential, Prävention, Wirtschaftsethik.
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Bedeutung von „White-Collar Crime“ – also Wirtschaftskriminalität der sozialen Elite – im historischen und gegenwärtigen deutschen Kontext.
Die zentralen Felder umfassen die Definitionsproblematik, historische Ursprünge, die Analyse der polizeilichen Datenlage (Hellfeld), Dunkelfeldstudien der Wirtschaftsprüfung sowie die Zukunft des Phänomens durch Digitalisierung.
Das Ziel ist es, die faktische (statt nur mediale) Bedeutung von Wirtschaftskriminalität in Deutschland wissenschaftlich zu bewerten und zu prüfen, ob es sich um ein zunehmendes Phänomen handelt.
Es wird ein kriminologischer und chronologischer Ansatz gewählt, der auf einer Auswertung von Primär- und Sekundärliteratur, Behördendokumenten, Experteninterviews sowie Statistiken basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Definitionsanalyse, eine historische Zeitreise, eine phänomenologische Lagebewertung anhand von Daten sowie einen Zukunfts-Ausblick unter Berücksichtigung aktueller technologischer Entwicklungen.
Die wichtigsten Begriffe sind White-Collar Crime, Wirtschaftskriminalität, Hellfeld/Dunkelfeld, Compliance, Cybercrime, Täterprofil und Prävention.
Der Autor orientiert sich an einer exklusiven, engen Auslegung, die sich an der „elitären Wirtschaftskriminalität“ orientiert und einfache Betrugsdelikte, die nicht das typische Täterprofil erfüllen, ausklammert.
Das Dunkelfeld ist entscheidend, da Anzeigebereitschaften gering sind und Wirtschaftskriminalität oft verdeckt stattfindet, was eine rein statistische Bewertung durch die Polizei erschwert.
Compliance-Strukturen sind ein zentraler Aspekt der Prävention, wobei der Autor kritisiert, dass viele Unternehmen diese eher aus repressiven als aus präventiven Motiven etablieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

