Diplomarbeit, 2004
75 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1 Traditionelles Assetpricing
1.1 Markteffizienzhypothese
1.2 Rationale Assetpricingmodelle
1.3 Stochastischer Diskontfaktor
1.3.1 Faktorstruktur des SDF in einperiodigen Modellen
1.3.2 Net-Present-Value (NPV)
1.3.3 Intertemporale Asset-Pricing-Modelle
2 Asset-Pricing Puzzles
2.1 CAPM-Anomalien
2.2 Anomalien intertemporaler Asset-Pricing-Modelle
3 Behavioral Finance
3.1 Evidenz für Fehlbewertungen
3.2 Limits-of-Arbitrage
3.3 Verhaltensanomalien
3.4 Prospect - Theorie
3.5 Behavioral-Modelle als Alternative
Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht den fundamentalen Gegensatz zwischen der traditionellen Asset-Pricing-Theorie und dem Behavioral-Finance-Ansatz. Das primäre Ziel besteht darin, die Erklärungsversuche beider Denkrichtungen für Kapitalmarktanomalien zu analysieren und kritisch gegenüberzustellen, um den aktuellen Stand der Debatte über die Markteffizienz abzubilden.
3.2 Limits-of-Arbitrage
In dem zwei Jahres Zeitraum von Anfang 1998 bis Februar 2000 erzielte der U.S.-Internetsektor eine Rendite von über 1000 Prozent. Zu dieser Zeit entsprach die Marktkapitalisierung des Internetsektors sechs Prozent der gesamten U.S. börsennotierten Unternehmen und gleichzeitig entfielen zwanzig Prozent des gesamten Handelsvolumens auf diesen Bereich. Ab dem Jahr 2000 gingen die Kurse rasant zurück (vgl. Abbildung 5).
Abbildung 5 bestätigt noch nicht per se eine Fehlbewertung. Weit verbreitet ist allerdings die Ansicht, dass es eine Divergenz zwischen der relativen Bewertung von Internetaktien zum breiten Markt gab. Vorausgesetzt die Agenten sind rational, so bleibt nach 1.3.2 allerdings wenig Spielraum für eine Bubble. Sind hingegen neben den rationalen Agenten auch Noise-Trader am Markt aktiv, die ihre Handelsentscheidung mit Hilfe von technischer Analyse, Brokerempfehlungen oder Börsenbriefen treffen, dann können Aktienpreise signifikant von ihrem fundamentalen Wert abweichen. Will ein Arbitrageur eine überbewertete Aktie leerverkaufen, muss er in sein Kalkül immer mit einbeziehen, dass die optimistischen Noise-Trader in Zukunft noch optimistischer werden könnten (Noise-Trader-Risiko). Durch das Noise-Trader-Risiko sinkt die Bereitschaft der risikoaversen, kurzfristig orientierten Arbitrageuren gegen die Noise-Trader zu setzen. Mit einem einfachen Overlapping-Generation-Modell zeigten De Long u. a. (DSSW; 1990b), dass auch ohne fundamentalem Risiko, Preise signifikant von ihrem fundamentalen Preis abweichen können.
Einleitung: Einführung in die Gegenüberstellung von rationalen Asset-Pricing-Modellen und dem Behavioral-Finance-Ansatz.
1 Traditionelles Assetpricing: Theoretische Darstellung der Markteffizienz, rationaler Bewertungsmodelle und stochastischer Diskontfaktoren.
2 Asset-Pricing Puzzles: Analyse von Marktanomalien wie CAPM-Abweichungen, Momentum und Problemen bei der risikobasierten Erklärung von Renditen.
3 Behavioral Finance: Erläuterung psychologischer Erklärungsmodelle, Arbitragebeschränkungen und der Prospect-Theorie als Gegenentwurf zur klassischen Theorie.
Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse und Fazit über die Vorherrschaft des rationalen Paradigmas trotz der Erklärungsbeiträge der Behavioral Finance.
Asset Pricing, Behavioral Finance, Markteffizienz, Rationale Erwartungen, Noise-Trader, Arbitragebeschränkungen, Equity-Premium-Puzzle, Prospect-Theorie, Momentum, Size-Effekt, Marktanomalien, Risikoaversion, Humankapital, Home-Bias, Kapitalmarkttheorie.
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen der traditionellen Finanzmarkttheorie, die auf rationalen Akteuren basiert, und der Behavioral Finance, welche psychologische Faktoren einbezieht.
Die zentralen Themen umfassen die Markteffizienzhypothese, rationale Asset-Pricing-Modelle (wie CAPM und APT), Kapitalmarktanomalien sowie verhaltenswissenschaftliche Erklärungsansätze für Fehlbewertungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum rationale Modelle die realen Marktentwicklungen oft nur unzureichend erklären können und inwieweit verhaltenswissenschaftliche Ansätze diese Anomalien besser erfassen.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Modelle und vergleicht diese mit empirischen Studien zu Kapitalmarktanomalien.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung klassischer Modelle, die detaillierte Untersuchung von Anomalien wie dem Size-Effekt und dem Momentum sowie eine tiefgehende Diskussion über Behavioral-Finance-Modelle.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Markteffizienz, Noise-Trader, Arbitrage, Equity-Premium-Puzzle und Prospect-Theorie geprägt.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Arbitrage in der Realität durch hohe Kosten, begrenzte Informationsverfügbarkeit und das sogenannte Noise-Trader-Risiko eingeschränkt ist, was Fehlbewertungen persistent machen kann.
Im Gegensatz zur klassischen Nutzentheorie, die das Endvermögen betrachtet, gewichtet die Prospect-Theorie Gewinne und Verluste relativ zu einem Referenzpunkt und berücksichtigt die psychologische Verzerrung bei der Wahrnehmung von Wahrscheinlichkeiten.
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