Bachelorarbeit, 2014
169 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Metaphorische Konzepte
2.1 Strukturmetaphern
2.2 Orientierungsmetaphern
2.3 Metaphern und embodiment
2.4 Repräsentanzsystem
2.5 Metaphern in Präsentationen und Reden
2.5.1 Reframing
2.5.2 Inhalt und Interpretation
2.5.3 Wortwahl und Wortbedeutung
3 Zeitwahrnehmung
4 Gedächtnis
4.1 Gedächtnisleistungen in Präsentationen
4.2 Emotion und Gedächtnis
5 Prosodie
5.1 Intonation
5.2 Sprechpausen
5.3 Sprechgeschwindigkeit
5.4 Rhetorik
5.5 Prosodie und Metaphern
5.6 Prosodie und Emotionen
6 Hypothesen
6.1 Fragestellung zum Einfluss auf die Bewertungsdimensionen
6.2 Fragestellung zum Einfluss auf die Erfolgseinschätzung
6.3 Fragestellung zum Einfluss auf die Zeitwahrnehmung
6.4 Fragestellung zum Einfluss auf die Erinnerung
6.5 Fragestellung zum Einfluss auf den vorzeitigen Abbruch der Präsentation
7 Methoden
7.1 Stichprobenbeschreibung
7.2 Fragebogenkonstruktion
7.2.1 Konstruktion der unabhängigen Variablen
7.2.2 Konstruktion der abhängigen Variablen
8 Auswertung
8.1 Ergebnisse zum Einfluss von Metaphern und Prosodie auf die Bewertungen
8.1.1 Präsentator
8.1.2 Bewertung der Präsentation
8.1.3 Ergebnisse zum Einfluss auf die Bewertung des Unternehmens
8.2 Ergebnisse zum Einfluss auf die Erfolgseinschätzung
8.3 Ergebnisse zum Einfluss auf die Zeiteinschätzung
8.4 Ergebnisse zum Einfluss auf die Erinnerung
8.5 Ergebnisse zum Einfluss auf den vorzeitigen Abbruch der Präsentation
8.6 Explorative Datenanalyse
8.6.1 Statistische Zusammenhänge mit Metaphern
8.6.2 Gefilterte Daten nach Prosodie
8.6.3 Gefilterte Daten nach Metaphern
9 Diskussion und Ausblick
9.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
9.2 Stärken der Untersuchung
9.3 Kritische Reflexion der Untersuchung
9.4 Implikationen für die weitere Forschung
9.5 Implikationen für die Praxis
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Metaphern und Prosodie (Intonation und Sprechpausen) auf die Wahrnehmung und Bewertung von Audio-Präsentationen durch eine repräsentative Stichprobe. Ziel ist es zu ermitteln, ob bestimmte rhetorische Mittel die Bewertung des Präsentators, der Präsentation, des Unternehmens, die Erfolgseinschätzung, die Zeitwahrnehmung und die inhaltliche Erinnerung signifikant beeinflussen.
2.1 Strukturmetaphern
Metaphorische Konzepte können Alltagsaktivitäten innerhalb eines anderen, meist zugänglicheren Konzeptes strukturieren (vgl. Lakoff & Johnson, 1980). Da Sprache und Sprachkonzepte das Denken zu beeinflussen vermögen (Schweizer & Erdfelder, 2005; Moser, 2000) und Metaphern Teile der Sprache sind, sind diese auch für einige Gedankengänge strukturgebend (Lakoff & Johnson, 1980; Moser, 2000). Strukturmetaphern können demnach auch wie Überzeugungen oder Konzepte verstanden werden und wurden später auch unter dem Begriff Glaubenssätze im Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP) bekannt.
Nach diesen Glaubenssätzen strukturieren Menschen ihre eigene Wahrnehmung und ihr Denken (Dilts, 1993), jedoch können diese innerhalb verschiedener Kulturen und Sprachen variieren. Ein alternatives Konzept ist die Theorie der sozialen Repräsentation von Moscovici, bei der Konzepte und Wissen via Sprache innerhalb des sozialen Umfeldes und über die Medien weiter gegeben und so innerhalb dieses Umfeldes auch gleich verstanden werden (1981; 1984). Lakoff und Johnson (1980; 2011) nehmen als Beispiel dafür die Metapher „Argumentieren ist Krieg“, welche im deutschen und englischen existiert:
Ihre Behauptungen sind unhaltbar.
Er griff jeden Schwachpunkt in meiner Argumentation an.
Seine Kritik traf ins Schwarze.
Ich schmetterte sein Argument ab. (Lakoff & Johnson, 2011, S. 12)
Dabei ist die Metapher selber auch als Glaubenssatz zu verstehen, wonach Argumentationen innerhalb der Sprachkultur tatsächlich verstanden werden. Gäbe es eine Kultur, die nach der Metapher „Argumentieren ist Tanzen“ lebt, würde nach Lakoff & Johnson eine Argumentation völlig anders ablaufen (2011) und von anderen Kulturen nicht wirklich als Argumentation verstanden werden.
1 Einleitung: Beschreibt die Relevanz von Präsentationen im wirtschaftlichen Kontext und führt in die zentralen Aspekte wie Metaphern und Prosodie als erfolgsentscheidende Faktoren ein.
2 Metaphorische Konzepte: Erläutert die theoretischen Grundlagen von Metaphern, insbesondere Struktur- und Orientierungsmetaphern sowie deren Einfluss auf Denken und Kommunikation.
3 Zeitwahrnehmung: Untersucht das menschliche, subjektive Zeitempfinden und die Faktoren, die dieses in Situationen beeinflussen können.
4 Gedächtnis: Differenziert verschiedene Gedächtnismodelle und fokussiert auf das explizite Gedächtnis im Kontext von Lerninhalten und Präsentationserinnerung.
5 Prosodie: Definiert lautliche Spracheigenschaften wie Intonation, Sprechpausen und Sprechgeschwindigkeit und deren rhetorische Bedeutung.
6 Hypothesen: Leitet aus den theoretischen Hintergründen die spezifischen Forschungshypothesen für die experimentelle Studie ab.
7 Methoden: Beschreibt das 2x2-Studiendesign, die Stichprobe und die Konstruktion der unabhängigen sowie abhängigen Variablen.
8 Auswertung: Präsentiert die statistischen Ergebnisse der zweifaktoriellen Varianzanalysen und explorative Datenanalysen.
9 Diskussion und Ausblick: Interpretiert die Studienergebnisse kritisch und leitet Implikationen für die zukünftige Forschung sowie die praktische Anwendung ab.
Präsentation, Metaphern, Prosodie, Rhetorik, Intonation, Erfolgseinschätzung, Gedächtnis, Zeitwahrnehmung, Strukturmetaphern, Sprechpausen, NLP, Kommunikation, Recognition, Wirtschaftspsychologie, Stichprobenbeschreibung
Die Arbeit untersucht, wie der bewusste Einsatz von Metaphern und der Prosodie (Stimmführung) in Präsentationen die Bewertung durch Zuhörer beeinflusst.
Die Schwerpunkte liegen auf der Wirkung von Sprache (Metaphern), der Bedeutung der Stimme (Prosodie/Intonation) und psychologischen Wirkmechanismen wie Gedächtnisleistung und Zeitwahrnehmung.
Es soll empirisch geklärt werden, ob und wie Metaphern und aktive Prosodie die Beurteilung eines Präsentators, des präsentierten Unternehmens und den Erfolg des Vortrags beeinflussen.
Es wurde ein experimentelles Online-Design (2x2-Faktordesign) mit 144 Teilnehmern gewählt, die verschiedene, methodisch manipulierte Audio-Präsentationen bewerteten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Metaphern und Prosodie, die Herleitung der Hypothesen, die Beschreibung des methodischen Aufbaus sowie die statistische Auswertung der Daten.
Zentrale Begriffe sind Präsentation, Metaphern, Prosodie, Rhetorik, Erfolgseinschätzung und Recognition.
Die Studie zeigt, dass eine aktive Prosodie (richtige Intonation, Sprechpausen) signifikant zu einer positiveren Bewertung des Präsentators führt als eine passive, monotone Sprechweise.
Die in dieser Studie durchgeführte Untersuchung konnte keine signifikanten Unterschiede in der inhaltlichen Erinnerung oder Recognition feststellen, die primär auf den Einsatz von Metaphern zurückzuführen wären.
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