Examensarbeit, 2015
29 Seiten, Note: 2,0
1. Problemstellung
2. Einbettung des Themas in die Forschungsdiskussion
3. Darstellung der Unterrichtspraxis
3.1. Lernausgangslange
3.2. Konzeption der Unterrichtseinheit
3.3. Ausgewählte Aspekte aus der Unterrichtspraxis
4. Evaluation
4.1. Methode und eingesetztes Verfahren
4.2. Eigene Unterrichtsbeobachtungen
4.3. Ergebnisse aus den Fragebögen
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob die Arbeit mit Kategorisierungs- und Kollokationsfeldern im Lateinunterricht dazu beitragen kann, das Bewusstsein von Schülerinnen und Schülern für die Bedeutungsvielfalt lateinischer Vokabeln (Polysemie) zu schärfen und ihre Übersetzungskompetenz zu stärken.
1. Problemstellung
„Ein lateinisches Wort hat keine Bedeutung.“ Mit dieser knappen Formulierung hat Steinthal in einem häufig zitierten Aufsatz, der in der AU im Jahre 1971 erschienen ist, die Problematik von Wortgleichungen aufgezeigt. Damit meint er nicht nur Wörter, die (wie z.B. tibia, aquaeductus, familia) in ihren deutschen Bezeichnungen bei den Schülerinnen und Schülern eine gänzlich andere Vorstellung hervorrufen als das, was die Römer darunter verstanden haben. Für Steinthal gilt grundsätzlich, dass die „Bedeutungsangabe mit einem deutschen Wort ein bloßes Surrogat ist.“ „Präzise ist nur die konkrete Meinung im Kontext und der Sprechsituation.“ Demzufolge wird die Bedeutung des lateinischen Wortes lediglich mit einer deutschen Bedeutung paraphrasiert. Dennoch wird sich nicht vermeiden lassen, für lateinische Wörter Bedeutungsangaben im Sinne eines vorläufigen Äquivalents zu machen. Wenn man folglich nicht auf Vokabellernen mit Hilfe muttersprachlicher Bedeutungsangaben gänzlich verzichten kann, ergibt sich für die Wortschatzarbeit im Lateinunterricht dringender Handlungsbedarf.
Mit eben dieser Problematik, die ich hier kurz umrissen habe, setzt sich die vorliegende Arbeit auseinander, die ich im Rahmen eines Unterrichtsversuchs als Lehrkraft im Vorbereitungsdienst am Städtischen Gymnasium gegen Ende des Schuljahres 2014/15 in einer 9. Klasse angefertigt habe.
Den Anlass für meine Überlegungen bildeten Unterrichtsbeobachtungen zu häufig wiederkehrenden Fehlern, die meinen SuS bei der Anfertigung lateinisch-deutscher Übersetzungen unterliefen. Auch Reflexionsgespräche im Plenum offenbarten einen dringenden Bedarf von Wortschatzarbeit. Dabei zeigte sich, dass Übersetzungen nicht primär am Mangel an gesicherten Vokabelkenntnissen scheiterten, sondern vielfach daran, dass den SuS das Auswählen der passenden Bedeutung einer Vokabel in gegebenem Kontext Schwierigkeiten bereitete. Auf die Frage „Warum heißt denn dieses Wort jetzt....? Und warum heißt es nicht...?“ und „Aber das steht doch im Wörterbuch! Warum ist es trotzdem falsch?“ folgte die für SuS oft wenig zufriedenstellende Antwort der Lehrkraft „Weil es sich aus dem Kontext ergibt!“. Frustrationserlebnisse seitens der SuS blieben nicht aus. Das, was für LateinlehrerInnen oft so selbstverständlich ist, bereitet den SuS immense Schwierigkeiten.
1. Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die Problematik der Bedeutungsvielfalt lateinischer Vokabeln und begründet den Handlungsbedarf für eine methodisch fundierte Wortschatzarbeit.
2. Einbettung des Themas in die Forschungsdiskussion: Hier werden theoretische Grundlagen zur Wortschatzdidaktik sowie die Notwendigkeit der Abkehr von isoliertem Vokabellernen hin zu kontextgebundenen Ansätzen diskutiert.
3. Darstellung der Unterrichtspraxis: Dieses Kapitel beschreibt die Lernausgangslage, die Konzeption der Unterrichtseinheit und die praktische Umsetzung der Wortschatzarbeit anhand spezifischer Beispiele.
4. Evaluation: Die Evaluationsmethoden sowie die Ergebnisse der Unterrichtsbeobachtung und der Schülerfragebögen werden hier vorgestellt und kritisch analysiert.
5. Fazit und Ausblick: Das Kapitel zieht ein Resümee über den Erfolg des Unterrichtsversuchs und reflektiert die Anwendbarkeit der gewählten Methoden auf den weiteren Lateinunterricht.
Wortschatzarbeit, Lateinunterricht, Polysemie, Bedeutungsvielfalt, Kollokationen, Kategorisierung, Caesar, Bellum Gallicum, Übersetzungskompetenz, Fachdidaktik, Wortgleichungen, Unterrichtsversuch, Lernbedeutung, Standortbedeutung, Wörterbuchbenutzung.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik, dass lateinische Wörter keine festen deutschen Bedeutungen haben, und untersucht Methoden, um Schülern den Umgang mit dieser Bedeutungsvielfalt zu vermitteln.
Die zentralen Themen sind Wortschatzdidaktik, die Arbeit mit Kollokationsfeldern und Kategorisierungen sowie die Förderung der Übersetzungskompetenz im Lateinunterricht.
Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für den Unterschied zwischen Bedeutung und Bedeutungsangabe bei Schülern zu schaffen und Methoden zu testen, die eine kontextbezogene Auswahl von Wortbedeutungen ermöglichen.
Es handelt sich um einen praxisorientierten Unterrichtsversuch, der durch eine qualitative Evaluation (Unterrichtsbeobachtungen und Fragebögen) wissenschaftlich reflektiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einbettung in die Fachliteratur, die konkrete Darstellung der Unterrichtseinheit inklusive Lernausgangslage und die anschließende Evaluation der Ergebnisse.
Wortschatzarbeit, Polysemie, Kollokationen, Übersetzungskompetenz und Lateinunterricht sind die zentralen Begriffe.
Die Polysemie wird als eine Herausforderung für Lernende betrachtet, der durch methodische Ansätze wie die Arbeit in Kollokationsfeldern begegnet wird, um die Auswahl der passenden Vokabel zu erleichtern.
Der Schwierigkeitsgrad wurde im Durchschnitt als angemessen empfunden, wobei die Arbeit mit Kollokationen und Kategorisierungen von leistungsstärkeren Schülern besser angenommen wurde als von leistungsschwächeren.
Die Lehrkraft plant, weiterhin Übungen mit Kollokationen einzusetzen, betont jedoch die Notwendigkeit von Binnendifferenzierung und einer realistischen Einschätzung des Zeitaufwands im Unterricht.
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