Bachelorarbeit, 2014
50 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung „La muerte y la doncella“
2. Das Werk „La muerte y la doncella“
2.1 Der Autor
2.2 Entstehung und Intention
2.3 Inhaltliche Zusammenfassung und formale Gestaltung
3. Gedächtniskonzepte in der Literaturwissenschaft
4. Der historische Kontext
4.1 Die Regierungszeit Pinochets
4.2 Die postdiktatoriale Phase
4.3 Die Vergangenheitsbewältigung
4.4 Die chilenische Amnesie
4.5 Die Kommissionen der Vergangenheitsfindung
4.6 Die Wiedergutmachungen
4.7 Der caso Pinochet
4.8 Die Literatur in Chile nach der Diktatur
5. Psychologische Aspekte der Figur der Paulina Salas
5.1 Die Opferrolle der Paulina Salas
5.2 Die Täterrolle der Paulina Salas
5.3 Vom Opfer zum Täter
6. Die Darstellung der chilenischen Gesellschaft im Werk
6.1 Paulina Salas – das Opfer
6.2. Gerardo Escobar – die Gesellschaft
6.3 Dr. Roberto Miranda – ein Täter?
7. Die aktuelle Entwicklung der Vergangenheitsbewältigung
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der Vergangenheitsbewältigung im postdiktatorialen Chile durch eine literaturwissenschaftliche Analyse von Ariel Dorfmans Stück „La muerte y la doncella“. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie dieser gesellschaftliche Aufarbeitungsprozess nach 1990 das Leben und die Psyche der Protagonistin Paulina Salas beeinflusst und welche Auswirkungen dies auf die Darstellung der chilenischen Gesellschaft durch die Hauptcharaktere hat.
5. Psychologische Aspekte der Figur der Paulina Salas
In La muerte y la doncella gewährt uns Ariel Dorfman einen Einblick in das Seelenleben eines von Entführung, Missbrauch und Folter geplagten Menschen, der versucht, sich aus seiner bisher verordneten und weitgehend angenommenen Opferrolle zu befreien. Paradoxerweise nimmt dieser Mensch, Paulina Salas, im Verlauf der Handlung eine Täterrolle gegenüber ihres vermeintlich ehemaligen Peinigers ein. Ob der Versuch tatsächlich Erfolg hat und ob die von ihr angestrebte „innere Befreiung“ stattfindet, bleibt allerdings weitgehend offen bzw. obliegt der Fantasie und dem Empfinden des Lesers.
1. Einleitung „La muerte y la doncella“: Die Einleitung bettet das Thema der Vergangenheitsbewältigung in einen globalen Kontext ein und führt in das Theaterstück von Ariel Dorfman ein.
2. Das Werk „La muerte y la doncella“: Dieses Kapitel stellt den Autor Ariel Dorfman vor, beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Stücks und gibt eine inhaltliche sowie formale Zusammenfassung.
3. Gedächtniskonzepte in der Literaturwissenschaft: Hier werden theoretische Grundlagen des individuellen, kollektiven und kulturellen Gedächtnisses erläutert.
4. Der historische Kontext: Dieser Abschnitt analysiert das Militärregime Pinochets, die Transition und die chilenische Erinnerungspolitik.
5. Psychologische Aspekte der Figur der Paulina Salas: Analyse der Opfer- und Täterrolle der Protagonistin sowie der psychologischen Auswirkungen von Traumata.
6. Die Darstellung der chilenischen Gesellschaft im Werk: Untersuchung der drei Charaktere als Repräsentanten verschiedener gesellschaftlicher Gruppen im postdiktatorialen Chile.
7. Die aktuelle Entwicklung der Vergangenheitsbewältigung: Ein Überblick über den Fortschritt der Aufarbeitung und die Rolle von Kommissionen und individuellem Engagement bis in die jüngere Zeit.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der zentralen Ergebnisse und der Bedeutung der Vergangenheitsbewältigung für Transitionsländer.
Vergangenheitsbewältigung, Chile, Pinochet, La muerte y la doncella, Ariel Dorfman, Trauma, Gedächtniskultur, Opferrolle, Täterrolle, Transitional Justice, kollektives Gedächtnis, Rettig-Kommission, Diktatur, Aufarbeitung, Identitätsbildung.
Die Arbeit analysiert, wie Ariel Dorfmans Theaterstück „La muerte y la doncella“ die gesellschaftliche und individuelle Vergangenheitsbewältigung im postdiktatorialen Chile reflektiert.
Zentrale Themen sind das kulturelle Gedächtnis, die historische Situation Chiles nach 1990, psychologische Traumata bei Opfern von Gewalt sowie der komplexe Übergang von einer Diktatur zur Demokratie.
Das Hauptziel ist die Untersuchung, inwiefern der chilenische Vergangenheitsbewältigungsprozess das Leben und die Psyche der Protagonistin Paulina Salas prägt und was dies über die Verfassung der chilenischen Gesellschaft aussagt.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Theaterstücks, ergänzt durch eine historische und psychologische Einordnung des Kontextes.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Gedächtniskonzepte, den historischen Hintergrund der Diktatur, eine psychologische Analyse von Paulina Salas sowie eine gesellschaftskritische Interpretation der Figuren als Repräsentanten Chiles.
Begriffe wie Vergangenheitsbewältigung, Traumata, Amnesie, Opfer-Täter-Verhältnis und kollektives Gedächtnis beschreiben den Kern der Arbeit.
Die Autorin hebt hervor, dass das Ende bewusst offenbleibt, um den Leser zur Reflexion über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit echter Gerechtigkeit und Heilung anzuregen.
Gerardo dient als Mediator, der stellvertretend für die Ambivalenz der neuen Regierung steht, welche zwar Aufarbeitung anstrebt, aber gleichzeitig das soziale Gefüge stabil halten will.
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