Bachelorarbeit, 2014
57 Seiten, Note: 2,5
1. Deutschland, Einwanderungsland wider Willen.
2. Theoretische und begriffliche Grundlagen dieser Arbeit.
2.1. Migration und Migrationspolitik.
2.2. Ausländer, Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund?
2.3. Integration oder Assimilation?
3. Die deutsche Einwanderungspolitik seit 1949.
3.1. Phase I: Die Gastarbeiter als Wirtschaftsmotor (1949-1973).
3.2. Phase II: Der Anwerbestopp und seine Folgen (1973-1979).
3.3. Phase III: Zwanzig verlorene Jahre der Integration (1979-1998).
3.4. Phase IV: Die rot-grünen Reformversuche (1998-2005).
3.5. Phase V: Verspätete Maßnahmen mit mäßigem Erfolg (2005-heute).
4. Wieso braucht Deutschland mehr Zuwanderung?
5. Wieso braucht Deutschland eine vernünftige Integrationspolitik?
6. Einführung in die kanadische Einwanderungspolitik.
6.1. Allgemeine Informationen über Kanada und seine Bevölkerung.
6.2. Die Entwicklung der kanadischen Einwanderungspolitik.
7. Die deutsche und die kanadische Einwanderungspolitik im Vergleich.
7.1. Der Migrant Integration Policy Index (MIPEX) als Vergleichsbasis.
7.2. Die Steuerung der Zuwanderung.
7.3. Die Integration der Zuwanderer.
7.4. Die Integration der Zuwandererkinder.
8. Zusammenfassung und Fazit.
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Entwicklung der deutschen Migrations- und Integrationspolitik seit 1949 und stellt diese kritisch der kanadischen Einwanderungspolitik gegenüber. Ziel ist es, strukturelle Schwächen der deutschen Politik aufzuzeigen und durch einen Vergleich mit dem erfolgreichen kanadischen Modell (insbesondere das Punktesystem und die Bildungsförderung) Handlungsempfehlungen für ein zukunftsfähiges Integrationskonzept in Deutschland abzuleiten.
2.3. Integration oder Assimilation?
Das Wort „Integration“ stammt vom lateinischen „integrare“, was so viel bedeutet wie „wiederherstellen“ oder „Herstellung eines Ganzen“. Allgemein bezeichnet Integration die Zusammenführung des Verschiedenen, doch wird sie in der politischen Diskussion häufig mit ihrem Gegenpol Assimilation gleichgesetzt, also der Aufgabe der eigenen kulturellen Herkunft zur Anpassung an diejenige der Aufnahmegesellschaft. Eine derartige Angleichung der Migranten an die vorherrschende Leitkultur des Ziellandes darf hierzulande aber genauso wenig die Absicht der Politik sein wie ein Nebeneinanderherleben von Zuwanderern und Einheimischen. Sie wäre gegenwärtig auch überhaupt nicht möglich, da Assimilation immer mit einem gewissen Zwang verbunden ist, die westlichen Gesellschaften jedoch liberal sind und es den Bürgern weitgehend selbst überlassen ist, wie sie ihre Kultur leben oder welcher Religion sie angehören wollen. Diese Freiheit ist gut und unverzichtbar, doch sie birgt ebenso Gefahren, zum Beispiel das eben genannte Nebeneinanderherleben von Zuwanderern und Einheimischen. Diese mit einem Rückzug von der Mehrheitsgesellschaft verbundenen Ghettoisierung, die den zweiten Gegenpol zur Integration bildet, birgt ebenso Konfliktpotential wie erzwungene Assimilation und ist deshalb in einer demokratischen Gesellschaft inakzeptabel. Ghettoisierung schottet die Menschen ab, Assimilation beraubt sie ihrer Identität, beides ist ausdrücklich zu verneinen.
Ideal wäre ein Mittelweg aus partieller Assimilation und Bewahrung der eigenen Kultur, so, wie es in den USA der Fall gewesen ist. Dieser Mittelweg zwischen Assimilation und Ghettoisierung charakterisiert Integration. Die Migranten müssen sich insofern assimilieren, dass ein reibungsloser Umgang zwischen ihnen und der ansässigen Bevölkerung möglich ist. Das heißt, sie sind selbstverständlich zur Einhaltung der geltenden Gesetze und Normen verpflichtet. Welchen Lebensstil sie sich aussuchen, bleibt jedoch ganz ihnen selbst überlassen, sofern er nicht im Konflikt mit dem gültigen Recht steht. Es lassen sich somit obligatorische und optionale Faktoren der Anpassung unterscheiden. Erstere sind für das konfliktfreie Zusammenleben von Einheimischen und Zuwanderern unverzichtbar, wohingegen Religion oder sexuelle Orientierung eher eine untergeordnete Rolle spielt.
1. Deutschland, Einwanderungsland wider Willen: Einführung in das Thema der deutschen Zuwanderung durch einen historischen Vergleich und die Verdeutlichung, dass Deutschland trotz politischer Leugnung ein Einwanderungsland ist.
2. Theoretische und begriffliche Grundlagen dieser Arbeit: Klärung zentraler Begriffe wie Migration, Integration und Migrationshintergrund sowie Definition der behandelten Bevölkerungsgruppe.
3. Die deutsche Einwanderungspolitik seit 1949: Historischer Rückblick auf die fünf Phasen der deutschen Migrationspolitik von der Gastarbeiteranwerbung bis zur heutigen Integrationsdebatte.
4. Wieso braucht Deutschland mehr Zuwanderung?: Darstellung des demografischen Wandels und dessen Folgen für Wirtschaft und Sozialsystem als Hauptgrund für die Notwendigkeit von Zuwanderung.
5. Wieso braucht Deutschland eine vernünftige Integrationspolitik?: Analyse der negativen Folgen von Segregation und Ausgrenzung sowie der Notwendigkeit eines effektiven Integrationskonzepts.
6. Einführung in die kanadische Einwanderungspolitik: Vorstellung des kanadischen Modells als erfolgreiches Beispiel für gesteuerte Zuwanderung und gelebten Multikulturalismus.
7. Die deutsche und die kanadische Einwanderungspolitik im Vergleich: Direkter Vergleich beider Länder anhand des MIPEX, der Steuerung der Zuwanderung und der Integrationserfolge (inkl. Kinder).
8. Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse mit Handlungsempfehlungen, insbesondere der Forderung nach einem Ministerium für Migration und einer Bildungsreform.
Deutschland, Kanada, Zuwanderung, Einwanderungspolitik, Integration, Assimilation, Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Punktesystem, Migrationshintergrund, Multikulturalismus, Bildungssystem, Diskriminierung, Ausländerfeindlichkeit, Sozialsystem.
Die Arbeit analysiert die deutsche Migrations- und Integrationspolitik seit 1949 und vergleicht diese kritisch mit dem kanadischen System, um Ansätze zur Lösung aktueller Integrationsprobleme zu finden.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Zuwanderung nach Deutschland, den Auswirkungen des demografischen Wandels, der Analyse von Integrationsindikatoren (MIPEX) und dem Vergleich der Zuwanderungssteuerung.
Das Ziel ist es, die Schwächen der deutschen Migrationspolitik zu identifizieren und aufzuzeigen, was Deutschland von der kanadischen Politik hinsichtlich Steuerung und Integration lernen kann.
Der Autor führt eine qualitative Analyse der Migrations- und Integrationspolitik durch, gestützt auf einen Ländervergleich zwischen Deutschland und Kanada anhand etablierter Indikatoren wie dem MIPEX.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der deutschen Politik, eine Untersuchung der demografischen Notwendigkeit von Zuwanderung und einen detaillierten Vergleich mit Kanada hinsichtlich Steuerung, Integration und Bildungserfolgen.
Wesentliche Begriffe sind Zuwanderung, Integrationspolitik, demografischer Wandel, Punktesystem, Bildungschancen und Multikulturalismus.
Kanada nutzt ein transparentes, steuerbares Punktesystem, das gezielt Qualifikationen fördert, und setzt zudem stark auf die Integration durch ein durchlässiges Bildungssystem und eine inklusive Gesellschaft.
Der Autor betont, dass das deutsche Schulsystem durch seine frühe Selektion und fehlende Sprachförderung Integrationshürden schafft, während das kanadische System Chancengleichheit durch individuelle Förderung in einem durchlässigen Modell priorisiert.
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