Bachelorarbeit, 2015
57 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung und Vorstellung des Forschungsthemas
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Entrepreneurship: historische Einführung
2.2 Entrepreneurship Dimensionen
2.3 Entrepreneurship-Politik
2.4 Entrepreneurship und Kreativität
2.4.1 Richard Floridas Creative Class
2.4.2 Kreatives Milieu
2.3.3 Zusammenfassung
3. Ausgangslage: Berlin und seine Kreativen
3.1 Definition
3.2 Die elf Teilmärkte in Berlin
3.2.1 Musikwirtschaft
3.2.2 Buchmarkt
3.2.3 Kunstmarkt
3.2.4 Filmwirtschaft
3.2.5 Rundfunkwirtschaft
3.2.6 Markt für darstellende Kunst
3.2.7 Architekturmarkt
3.2.8 Designwirtschaft
3.2.9 Pressemarkt
3.2.10 Werbemarkt
3.2.11 Software-/ Games-Industrie
3.2.12 Zusammenfassung
3.3 Die neuen kreativen Unternehmen in Berlin
3.3.1 Finanzierung
3.3.2 Wissen
3.3.3 Netzwerk
3.3.4 Wohnungsmarkt
3.3.5 Sonstige Einflussfaktoren
4. Anlage der empirischen Fallstudie
4.1 Zum Begriff des sozialen Deutungsmusters
4.2 Datenerhebung
4.3 Methodische Vorgehensweise
5. Darstellung der Ergebnisse
5.1 Darstellung der Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse
5.2 Darstellung der Deutungsmuster
5.2.1 Lebensqualität
5.2.2 Vielfalt
5.2.3 Gründungsförderung
5.2.4 Netzwerk
5.2.5 Berliner Wirtschaft
5.2.6 Forderung an Politik
5.3 Resümee und Diskussion der Ergebnisse
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Gründungsdynamiken in der Berliner Kultur- und Kreativwirtschaft, um zu verstehen, warum Berlin als Standort für diese Gründer derzeit besonders attraktiv ist. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Beweggründe von Unternehmensinhabern mittels einer qualitativen Fallstudie, um zu klären, welche Faktoren (z.B. Lebensqualität, Netzwerke, Kosten) ihre Entscheidung zur Niederlassung in der deutschen Hauptstadt maßgeblich beeinflussen.
1. Einleitung und Vorstellung des Forschungsthemas
Mit den obigen Worten werden derzeit die Autofahrer an der Stadtgrenze Berlins begrüßt. Es ist eine eindeutige Botschaft, die die Stadt damit vermittelt: Berlin ist zum Anziehungspunkt für junge Menschen geworden. Berlin, nach jahrzehntelanger Teilung, scheint in den 2010er Jahren beliebter denn je. Es strömen junge Südeuropäer, die in Portugal, Spanien oder Griechenland keine Jobs mehr finden, in die deutsche Hauptstadt – und das obwohl Berlins Wirtschaft auch heute noch als vergleichsweise ‘schwach’ gilt (Krätke 2011: 163). Ebenso aber zieht es auch viele junge Deutsche dort hin, um nach dem Studium den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Gewiss erleben auch andere Metropolregionen Deutschlands den Trend des Zuwachses an Einwohnern. Die Flucht vom Land in die Stadt ist überall gegenwärtig. Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft erwarten bis 2030 einen Bevölkerungszuwachs von 14,6% in der Region Berlin/Potsdam. Berlin ist damit an zweiter Stelle hinter dem Industrie- und Technologiestandort München, welcher gar einen Zuwachs von bis zu 24% erwartet (Röhl 2013: 6).
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Gründungsdynamiken in Berlin. Aus einem zuerst sehr subjektiven Empfinden, dass es auf einmal gefühlt alle meiner Bekannten nach Berlin zieht, um etwas ‘Eigenes’ zu machen, ist ein Forschungsinteresse entstanden. Auch die Medien unterstreichen mehr und mehr dieses Empfinden. So wird Berlin nun vielerorts als ‘Gründerhauptstadt’ oder neu-deutsch als ‘Start-Up Capital’ bezeichnet (McKinsey 2013). Auch die Zahlen bestätigen dies: Zwar gilt Deutschland im Bereich Neugründungen immer noch im internationalen Vergleich als reines Mittelmaß, Berlin allerdings führt die innerdeutschen Gründungsraten an. In Relation zur Anzahl der bestehenden Unternehmen betrug die Anzahl der Gründungen in den Jahren 2011 bis 2013 in Berlin 7,22% – und ist damit Spitzenreiter in Deutschland (EFI 2015: 105 ff.).
1. Einleitung und Vorstellung des Forschungsthemas: Einführung in die Attraktivität Berlins als Gründungsstandort und Definition der Forschungsfrage.
2. Theoretischer Rahmen: Darstellung der wissenschaftlichen Grundlagen zu Entrepreneurship, den Auswirkungen von Kreativität auf Wirtschaftsräume und relevanter politikwissenschaftlicher Ansätze.
3. Ausgangslage: Berlin und seine Kreativen: Analyse des Sektors Kultur- und Kreativwirtschaft in Berlin mit einer detaillierten Betrachtung der elf Teilmärkte und lokaler Einflussfaktoren.
4. Anlage der empirischen Fallstudie: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise, basierend auf einer qualitativen Analyse von Experteninterviews mit Berliner Gründern.
5. Darstellung der Ergebnisse: Auswertung der erhobenen Daten mittels der Deutungsmusteranalyse zur Identifikation der tatsächlichen Motive für Unternehmensgründungen in der Hauptstadt.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Diskussion der politischen Implikationen für die Berliner Wirtschaftspolitik.
Berlin, Kreativwirtschaft, Entrepreneurship, Gründungsdynamiken, Lebensqualität, Start-Up, Deutungsmuster, Kulturwirtschaft, Standortfaktoren, Politikwissenschaft, Kreatives Milieu, Richard Florida, Selbstständigkeit, Netzwerke, Förderprogramme
Die Arbeit untersucht die Gründe für das hohe Gründungsaufkommen in der Berliner Kultur- und Kreativwirtschaft und analysiert, welche Faktoren Gründer dazu bewegen, Berlin als Standort zu wählen.
Die zentralen Themen sind Entrepreneurship-Theorien, die spezifische Situation der Kreativwirtschaft in Berlin, die Rolle von "weichen" Standortfaktoren und die Analyse von Deutungsmustern junger Gründer.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage: "Weshalb lassen die Gründer der Kultur- und Kreativwirtschaft sich zur Zeit ausgerechnet in Berlin nieder?"
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse auf Basis von Leitfadeninterviews mit vier Gründern der Berliner Kreativwirtschaft durchgeführt, um latente Deutungsmuster offenzulegen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die detaillierte Darstellung der elf Teilmärkte in Berlin, die Beschreibung des methodischen Vorgehens und die Auswertung der gewonnenen Interviewergebnisse.
Berlin, Kreativwirtschaft, Gründungsdynamiken, Lebensqualität, Start-Up, Deutungsmuster, Standortfaktoren und Kreatives Milieu.
Laut den Ergebnissen spielt politische Gründungsförderung eine untergeordnete Rolle; die Gründer werden primär durch "weiche" Standortfaktoren wie die hohe Lebensqualität, die kulturelle Vielfalt und ein inspirierendes Umfeld angezogen.
Die Bewertungen sind ambivalent: Während Netzwerke grundsätzlich als wichtig erachtet werden, wird die Qualität der informellen Kontakte oft als oberflächlich kritisiert und ein teilweise starker Konkurrenzkampf ("Haifischbecken") wahrgenommen.
Die befragten Gründer identifizieren den Trend, dass ihre Generation sich deutlich häufiger und weniger angstvoll für die Selbstständigkeit entscheidet als frühere Generationen, was sie als kulturelles Phänomen beschreiben.
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