Bachelorarbeit, 2015
54 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Historie der Unterstützten Kommunikation
3 Begriffsverständnis
3.1 Grundlagen der Sprachentwicklung
3.2 Was ist Unterstützte Kommunikation?
3.2.1 Welche Arten von Unterstützter Kommunikation gibt es?
3.2.2 Grundwortschatz
3.2.3 Kern- und Randvokabular
4 UK und Geistige Behinderung
5 Auswertung
5.1 Passiver Wortschatz
5.2 Aktiver Wortschatz
6 Diskussion
7 Anhang
8 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Kern- und Randvokabular für die Förderung der Unterstützten Kommunikation (UK) bei geistig behinderten Kindern. Das primäre Ziel ist es, mittels einer empirischen Replikationsstudie aufzuzeigen, dass auch Kinder mit geistiger Behinderung über einen differenzierten Wortschatz verfügen können und dass die Förderung durch Kernvokabular einen essenziellen Beitrag zur sozialen Teilhabe und Kommunikation leistet.
3.2.3 Kern- und Randvokabular
Das Kernvokabular besteht aus den 200 bis 300 häufigsten Wörtern, die alters- sowie themenunabhängig sind und somit etwa 80 % der gesprochenen Sprache ausmachen (vgl. auch Boenisch, 2010b, S. 28f). Das Kernvokabular besteht aus kleinen Wörtern, wie z.B.: „(...) (ich, du, und, oder, nicht, mit, bin, was...) und einigen (Hilfs-)Verben (haben, möchten, können, sein...) (...)“ (Boenisch/Sachse, 2008, S. 8.6).
Dadurch ist es möglich, sich spontan und flexibel in Gesprächen, die immer in einem Kontext stattfinden, nur mit Kernvokabular zu beteiligen. Wenn jedoch der Kontext fehlt, oder jemand ein anderes Thema ansprechen möchte bzw. auf einen anderen Kontext hinaus will, so reicht das Kernvokabular nicht mehr aus. Nun sind die anderen 20 %, die das Randvokabular aus- und somit wichtig machen, von Nöten, um einen anderen Aspekt in das Gespräch einzubringen oder es in ein anderes Thema überzuleiten, bestimmt es doch Inhalte, Themen und mögliche Wendungen eines Gesprächs (vgl. Boenisch, 2010b, S. 28f; Boenisch, 2014).
Um diese Spontaneität weitgehend natürlich zu gestalten, sind hier Alltagsfloskeln sowie Begrüßungs- und Verabschiedungsfloskeln bedeutsam wie z.B.: „Hallo“, „Guten Tag“, „Danke“, „Entschuldigung“, „Hilfe“, „Vielleicht“, „Tschüss“, „bis bald“ etc. Mit Hilfe dieses gesprächssteuernden Vokabulars erhöht sich die Kommunikationsgeschwindigkeit unterstützt Kommunizierender um ein Vielfaches. In Anbetracht ihrer sonst teils extremen Langsamkeit trägt diese Kommunikationsgeschwindigkeit dazu bei, als aktiver Gesprächspartner wahrgenommen und anerkannt zu werden (vgl. Boenisch, 2010a).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Kommunikation als Grundbedürfnis ein und thematisiert das Recht auf Kommunikation für Menschen mit Behinderungen, motiviert durch die persönliche Erfahrung als Kommunikationspädagoge.
2 Historie der Unterstützten Kommunikation: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung der Unterstützten Kommunikation (UK), von den Anfängen der Gehörlosenpädagogik bis hin zur Etablierung des modernen UK-Fachgebiets.
3 Begriffsverständnis: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Sprachentwicklung beim Kind und definiert den Begriff der Unterstützten Kommunikation sowie die methodischen Unterschiede zwischen Kern- und Randvokabular.
4 UK und Geistige Behinderung: Dieses Kapitel beleuchtet die spezifischen Herausforderungen bei der Sprachdiagnostik und Förderung von Kindern mit geistiger Behinderung und thematisiert die Notwendigkeit individueller Kommunikationsansätze.
5 Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung an drei verschiedenen Schulen, bei der der passive und aktive Wortschatz von Schülern analysiert und mit bestehenden Studien verglichen wurde.
6 Diskussion: Dieses Kapitel diskutiert die Ergebnisse der Auswertung hinsichtlich der Effektivität von Kernvokabular-Förderung und unterstreicht die Bedeutung des „Modeling“ für die kommunikative Teilhabe.
Unterstützte Kommunikation, UK, Geistige Behinderung, Kernvokabular, Randvokabular, Sprachentwicklung, Wortschatz, Trog-D Test, Kommunikationstafel, Sprachförderung, Modeling, Partizipation, Inklusion, Kommunikation, Sozialwesen
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung des Einsatzes von Kern- und Randvokabular zur Förderung der Unterstützten Kommunikation bei geistig behinderten Kindern, um deren kommunikative Möglichkeiten zu erweitern.
Zentrale Felder sind die allgemeine Sprachentwicklung, die verschiedenen Formen der Unterstützten Kommunikation, die Besonderheiten der Sprachdiagnostik bei geistiger Behinderung sowie die Analyse von Wortschatzhäufigkeiten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass auch geistig behinderte Kinder von der Vermittlung von Kernvokabular profitieren und dies die Voraussetzung für eine flexiblere und spontanere Kommunikation schafft.
Es handelt sich um eine empirische Replikationsstudie, die Tonaufnahmen transkribiert und den passiven Wortschatz mittels des Trog-D Testverfahrens bei Schülern an verschiedenen Förderschulen untersucht.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der UK, führt die Auswertung der passiven und aktiven Wortschatzanalysen durch und diskutiert die Ergebnisse im Kontext der pädagogischen Praxis.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Unterstützte Kommunikation, Kernvokabular, Geistige Behinderung, Inklusion und Modeling geprägt.
Da für diese Zielgruppe keine vergleichbaren, standardisierten Alternativen auf dem Markt existierten, wurde dieser Test genutzt, um dennoch Anhaltspunkte für das Sprachverständnis zu gewinnen.
Modeling ist essenziell, da die Bezugspersonen das UK-Hilfsmittel aktiv mitbenutzen müssen, um dem Kind durch das Vorzeigen der Symbole zu verdeutlichen, wie Kommunikation in richtiger Grammatik funktioniert.
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