Masterarbeit, 2015
106 Seiten, Note: 1,0
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Einleitung
2. Die Bedeutung und Konstruktion des Images
2.1. Das Stadtimage im neoliberalen Wettbewerb
2.2. Massenmedien als „Stigmatisierer“
2.3. Meinungen und Einstellungen – ein Exkurs in die Medienwirkungsforschung
2.4. Agenda-Setting und die Imagekonstruktion nach Karl Ganser
3. Die Umsetzung der Fragestellung in ein Forschungskonstrukt
3.1. Die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring
3.2. Untersuchte Medien: Die Tageszeitung und die Tageszeitung im Internet
3.3. Operationalisierung und Auswertung der Forschungsfragen
3.4. Analysebeispiel
4. Das Fallbeispiel Neumünster
5. Ergebnisse der Untersuchung
5.1. Darstellung der Ergebnisse
5.2. Eine Einschätzung der Ergebnislage anhand methodischer und praktischer Schwierigkeiten
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Internetquellen
Die Arbeit untersucht die mediale Konstruktion von Stadt-Images in regionalen Tageszeitungen und deren digitalen Ablegern am Fallbeispiel Neumünster. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, wie sich die Berichterstattung in Form und Inhalt unterscheidet, welche Themen dabei im Vordergrund stehen und ob eine systematische mediale Stigmatisierung der Stadt feststellbar ist, die ihr Image im interkommunalen Standortwettbewerb beeinflusst.
2.2. Massenmedien als „Stigmatisierer“
Der Arbeit liegt die Annahme zugrunde, dass lokale, regionale und überregionale Medien in nicht unerheblichem Maße an der Konstruktion und Manifestation städtischer Images beteiligt sind und somit – gewollt oder auch nicht, bewusst oder unbewusst – das Potenzial aufbringen, Städten mitsamt ihrer Bewohner Attribute zu verleihen, die je nach Wahl und der Art und Weise der medialen Aufbereitung dazu beitragen, dass Städte verstärkt positiv dargestellt, wenig thematisiert und somit auch marginalisiert oder stigmatisiert werden (vgl. BÜRK und BEIßWENGER 2013, S. 127). Massenmedien wie Zeitungen, das Fernsehen, der Hörfunk sowie zunehmend auch Informationsangebote des Internets könnten Thomas Bürk und Sabine Beißwenger zufolge durchaus als „besonders wirkmächtige ‚Stigmatisierer‘ betrachten werden“ (2013, S. 125), weshalb deren Untersuchung für das hier formulierte Erkenntnisinteresse von besonderer Bedeutung sein soll. Zeichnen sich Medieninhalte dabei durch eine „gleichgerichtete Tendenz“ – auch über Plattformen, Medienprodukte und Medienarbeit betreibende Individuen hinaus – aus, so kann diese „Konsonanz der Medienberichterstattung“ (JÄCKEL 1999, S. 234) die soziale Isolationsfurcht aufgrund abweichender Meinungen und die Redebereitschaft von Mehrheiten verstärken (vgl. JÄCKEL 1999, ebd.).
Die Bedeutung von Stigmata als Negative des erfolgreichen Stadtmarketings ergibt sich aus dem Transformationsprozess, der u.a. aus den „sektoralen Strukturumbrüchen in den USA und Westeuropa Mitte der 1970er Jahre“ resultierte (GORNIG und GOEBEL 2013, S. 51). Räumliche Disparitäten offenbarten sich fortan nicht mehr primär „zwischen Zentrum und Peripherie, sondern […] zwischen den verschiedenen Agglomerationen“ (GORNIG und GOEBEL 2013, ebd.), worauf das Stadtmarketing mit einem Hype des Imagebegriffs (vgl. FELDMANN 2005, S. 33) verzögert reagierte und nun weiche Standortfaktoren zu den neuen Faktoren wirtschaftlicher Prosperität erhob – einer der Grundpfeiler der „New Economy“ und kreativwirtschaftlicher Wertschöpfung (vgl. LANDRY 2012, S. 34).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Stadt-Images im neoliberalen Wettbewerb um Ressourcen und qualifizierte Bevölkerungsgruppen.
2. Die Bedeutung und Konstruktion des Images: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen zur Imagebildung und untersucht die Rolle von Medien als Stigmatisierer sowie die medienwirkungspsychologischen Grundlagen.
3. Die Umsetzung der Fragestellung in ein Forschungskonstrukt: Hier wird die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring als methodisches Instrument eingeführt und die Auswahl der untersuchten Tageszeitungen (HC und KN) begründet.
4. Das Fallbeispiel Neumünster: Das Kapitel porträtiert Neumünster als ehemalige Tuchmacherstadt und Mittelzentrum im Strukturwandel zwischen Kiel und Hamburg.
5. Ergebnisse der Untersuchung: Die Ergebnisse werden dargestellt, wobei formale Aspekte und die inhaltliche Gewichtung der Berichterstattung beider Zeitungen verglichen werden.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und ordnet sie in den wissenschaftlichen Kontext der Stadtmarketing- und Diskursforschung ein.
Stadtimage, Neoliberalismus, Medienwirkungsforschung, Stigmatisierung, Neumünster, Qualitative Inhaltsanalyse, Agenda-Setting, Printmedien, Standortwettbewerb, Diskursforschung, Journalismus, Stadtmarketing, Räumliche Disparitäten, Tageszeitungen, Medienkonvergenz.
Die Arbeit untersucht, wie Medien durch ihre Berichterstattung das Image einer Stadt aktiv mitgestalten und ob dabei Prozesse der Stigmatisierung auftreten.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Imagebildung, die Rolle von Tageszeitungen als Informationsquellen, der städtische Wettbewerb sowie die theoretischen Ansätze zur Diskurs- und Medienwirkungsforschung.
Ziel ist es zu analysieren, ob sich die mediale Darstellung von Neumünster in verschiedenen Medien (Print vs. Online) unterscheidet und ob diese Unterschiede Auswirkungen auf die Außenwahrnehmung der Stadt haben.
Der Autor verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um Berichterstattungen über Neumünster systematisch zu kategorisieren und in ihrer Wirkungsrichtung zu interpretieren.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Imagebildung, die methodische Operationalisierung sowie die detaillierte Auswertung des gesammelten Textmaterials aus dem "Holsteinischen Courier" und den "Kieler Nachrichten".
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Stadtimage, Stigmatisierung, mediale Konstruktion, Standortwettbewerb und Neumünster definieren.
Der "Holsteinische Courier" fungiert als lokales Medium mit Fokus auf Information und Kultur, während die "Kieler Nachrichten" ein räumlich distanzierteres, landesweites Medium sind, das häufiger über Wirtschaft, Politik und sicherheitsrelevante Themen berichtet.
Das Internet bietet durch Online-Archive und multimediale Möglichkeiten eine andere Form der Selektivität und Interaktivität, die eine dynamischere Verbreitung von Stadt-Images ermöglicht, als es bei klassischen Printmedien der Fall ist.
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