Doktorarbeit / Dissertation, 2003
204 Seiten, Note: 1,8 - cum laude
0. Vorwort
1. Einführung
2. Physikalische Betrachtung
2.1. Grundlagen der Farbphysik
2.2. Wärmestrahlung
2.3. Physikalische Untersuchungen und Experimente
2.3.1. Spektralanalyse
2.3.2. Infrarotuntersuchung
2.4. Zusammenfassung
3. Physiologie
3.1. Grundlagen der Physiologie
3.1.1. Lichtrezeption in der Pflanzenwelt
3.1.2. Aufbau und Funktion des tierischen Sehapparates
3.1.3. Anpassung an die Umwelt
3.1.4. Aufbau und Funktion des menschlichen Auges
3.2. Farbraumexperimente
3.2.1. Problemstellung
3.2.2. Physikalische Ursachen beim Farbraumexperiment
3.2.3. Empirische Untersuchung zum Farbraum
3.2.4. Auswertung
3.2.4.1. Rot
3.2.4.2. Blau
3.3. Bedeutung der Farbe in der menschlichen Evolution
3.4. Zusammenfassung
4. Kulturelle Entwicklung
4.1. Europäischer Kulturkreis
4.1.1. Die Farbe Rot- Farbstoffe
4.1.2. Symbolische und traditionelle Wirkung des Archetyps Rot
4.1.3. Die Farbe Blau- Farbstoffe
4.1.4. Symbolische und traditionelle Wirkung des Archetyps Blau
4.2. Chinesische Farblehre
4.3. Farben im alten Ägypten
4.4. Farben im islamischen Kulturkreis
4.5. Zusammenfassung
5. Psychologie
5.1. Farbpsychologie
5.2. Synästhetik
5.3. Farbeinsatz in der Werbung
5.3.1. Statistische Untersuchungen zur Werbung
5.3.2. Zusammenfassung
6. Farbtheoretische Aussagen zum Warm- Kalt- Kontrast
6.1. Goethes Farblehre
6.1.1. Goethes experimenteller Nachweis zur Farbtemperatur
6.2. Kandinskys Farblehre
6.3. Ittens Farblehre
6.4. Vergleichende Untersuchungen zu den farbtheoretischen Aussagen zum Warm- Kalt- Kontrast
6.4.1. Assoziationsmalerei
6.4.2. Rangbestimmung von einzelnen Farbtönen hinsichtlich der Temperaturwirkung
6.4.3. Rangbestimmung von Farbkombinationen
6.5. Zusammenfassung
7. Farbe als bildnerisches Mittel
7.1. Bildanalyse
7.1.1. Henri Matisse: „Das Gespräch“, 1911
7.1.2. Edvard Munch: „Der Schrei“, 1893
7.1.3. Edvard Munch: „Liegender Akt“, 1912
7.1.4. Vincent van Gogh: „Der Gymnasiast“, 1890
7.1.5. Max Beckmann: „Geschwister“, 1933
7.1.6. Pablo Picasso: „Die Tragödie“, 1903
7.1.7. Marianne von Werefkin: „Tragische Stimmung“, 1910
7.2. Auswertung
7.3. Zusammenfassung
8. Fazit und Diskussion
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Temperaturwirkung von Farben auf den Menschen. Dabei wird der wissenschaftliche Wahrheitsgehalt des Warm-Kalt-Kontrastes hinterfragt, indem physikalische, physiologische und psychologische Aspekte sowie kulturhistorische Überlieferungen analysiert werden.
2.4. Zusammenfassung
Für die Speicherung und Abgabe der Wärmeenergie ist in erster Linie die Art des Trägermaterials verantwortlich, auf dem die entsprechende Farbe aufgebracht ist. Die Farbgebung allein entscheidet nicht über das Wärmeverhalten der Stoffe. So sind bei gleichem Trägermaterial kaum Unterschiede bezüglich der Remissionswerte auszumachen. Das heißt, ob ich ein Zimmer rot oder blau streiche ist unerheblich, auf die messbare Raumtemperatur hat das keinen Einfluss.
Lediglich ein sehr dunkler Rotton könnte gegenüber einem hellen Blau zu einer tatsächlichen Erwärmung führen. Voraussetzung wäre dabei ein geeignetes Trägermaterial (Tapete/ Wand) und eine intensive Sonneneinstrahlung. Das Ganze würde jedoch auch umgekehrt mit einem dunklen Blau und einem rosafarbenen Raum funktionieren. Dann wäre der blaue Raum gegenüber dem rosa gehaltenen wärmer. Die Temperaturwirkung darf also nicht an bestimmten Farbtönen festgemacht werden. Wichtig ist hingegen die Tatsache, dass die Farbgebung tatsächlich einen nicht geringen Einfluss auf das Temperaturverhalten der Materialien hat.
So sind vor allem die Helligkeitsgrade einer Farbe dafür verantwortlich, wieviel Sonnenlicht durch Absorption in Wärme umgewandelt wird, die dann vom Trägermaterial gespeichert werden und nachfolgend an die Umgebung als Wärme abgegeben werden kann. Da die Materialfarben nicht ohne Trägermaterial existieren, lassen sich die Unterschiede in der Wärmestrahlung erfassen, wenn das gleiche Trägermaterial mit verschiedenen Farbanstrichen untersucht wurde. Die dunklen Farben führten dabei in den Messungen zu höheren Temperaturen als die helleren. Allerdings lassen die Messungen den Schluss zu, dass eine durch rote oder blaue Farben bedingte Änderung der Raumtemperatur so gering ausfällt, dass sie vom normalen Menschen nicht oder kaum wahrzunehmen ist. Der physikalische Wärmepol liegt somit bei Schwarz und der Kältepol bei Weiß. Verallgemeinernd könnte man auch sagen, je dunkler ein Material ist, desto höher ist die Wärmemenge. Ein Ergebnis, das beispielsweise für die Architektur von Bedeutung sein kann, wenn es um Varianten energieökonomischen Bauens geht, wenngleich hier eine Relativierung durch physiologische und psychologische Faktoren zu erwarten ist.
0. Vorwort: Einleitung in die Fragestellung, warum Farben wie Rot und Blau unterschiedliche Temperaturgefühle hervorrufen, und Definition der Zielsetzung des Buches.
1. Einführung: Hinführung zum Thema Kontrastwahrnehmung und Vorstellung der kunsttheoretischen Positionen zum Warm-Kalt-Kontrast.
2. Physikalische Betrachtung: Wissenschaftliche Untersuchung, ob Farbgebung eine messbare Wärmewirkung durch Strahlung bedingt, mit dem Ergebnis, dass dies primär vom Trägermaterial abhängt.
3. Physiologie: Analyse der biologischen Voraussetzungen des Sehens bei Pflanzen, Tieren und Menschen, um die evolutionäre Entwicklung von Farbwirkungen zu ergründen.
4. Kulturelle Entwicklung: Vergleich der Farbsymbolik in verschiedenen Kulturen (Europa, China, Ägypten, Islam) zur Identifikation von Archetypen und kulturellen Prägungen.
5. Psychologie: Untersuchung der subjektiven Farbpsychologie, Synästhetik und deren gezielter Einsatz in der Werbebranche.
6. Farbtheoretische Aussagen zum Warm- Kalt- Kontrast: Gegenüberstellung und kritische Prüfung der Farblehren von Goethe, Kandinsky und Itten anhand empirischer Daten.
7. Farbe als bildnerisches Mittel: Anwendung der Erkenntnisse auf die Analyse konkreter Kunstwerke und Untersuchung ihrer Aussageabsicht.
8. Fazit und Diskussion: Synthese der Ergebnisse, die bestätigt, dass Temperaturwirkungen von Farben eine evolutionäre Basis haben, aber stark mit kulturellen und psychologischen Faktoren interagieren.
Warm-Kalt-Kontrast, Farbwirkung, Farbphysik, Infrarotreflexion, Physiologie, Farbpsychologie, Farbsymbolik, Evolution des Sehens, Farblehre, Synästhetik, Bildanalyse, Materialfarbe, Lichtfarbe, Wärmewirkung, Archetypen.
Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Fundierung der in der bildenden Kunst gebräuchlichen Theorie des Warm-Kalt-Kontrastes und hinterfragt, ob Farben objektiv eine thermische Wirkung auf den Menschen ausüben.
Die Arbeit umfasst physikalische Messungen von Materialfarben, physiologische Aspekte des Farbsehens, eine kulturhistorische Analyse der Farbsymbolik sowie psychologische Untersuchungen zur Farbwirkung in Werbung und Kunst.
Das Ziel ist es, zu klären, ob der Warm-Kalt-Kontrast eine physikalisch belegbare Basis hat oder ob er primär auf physiologischen, psychologischen und assoziativen Faktoren beruht, und die Pole dieses Kontrastes neu zu definieren.
Der Autor kombiniert Literaturrecherche mit eigenen Experimenten, darunter Spektralanalyse, Infrarot-Temperaturmessungen von Trägermaterialien, statistische Befragungen zum Farbempfinden und empirische Bildanalysen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der physikalischen Grundlagen, der biologischen Evolutionsgeschichte des Sehens, den kulturellen Vergleich sowie die Analyse der künstlerischen Anwendung dieses Kontrastes in berühmten Gemälden.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Warm-Kalt-Kontrast, Farbwirkung, Farbsymbolik, Infrarotreflexion, evolutionäre Anpassung und empirische Farbpsychologie gekennzeichnet.
Das Experiment dient der Überprüfung der verbreiteten Annahme, dass rote Räume objektiv wärmer empfunden werden als blaue; die Ergebnisse widerlegen die physikalische Ursache und belegen stattdessen die starke psychologische Komponente.
Es zeigte sich, dass nicht die Farbe an sich für die Wärmeaufnahme verantwortlich ist, sondern die physikalischen Eigenschaften des jeweiligen Trägermaterials, wobei Schwarz die höchste Wärmemenge absorbiert.
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