Diplomarbeit, 2004
73 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung und Gang der Arbeit
2 Innovationen auf dem Markt für Standardsoftware
2.1 Der Innovationsbegriff
2.1.1 Produkt- und Prozeßinnovationen
2.1.2 Inkrementelle und radikale Innovationen
2.1.3 Modulare und architektonische Innovationen
2.1.4 Sequentielle Produktinnovationen
2.2 Produktinnovationen auf dem Markt für Standardsoftware
2.2.1 Definition und Segmentierung des Marktes
2.2.2 Historie und Klassifizierung der Produktinnovationen
3 Die Perspektive der Innovationsökonomik
3.1 Ansätze der Innovationsökonomik
3.1.1 Schumpeter als Ausgangspunkt
3.1.2 Neoklassische und neue Wachstumstheorie
3.1.3 Mikroökonomische Ansätze der Innovationsökonomik
3.1.3.1 Empirisch-funktionale Ansätze
3.1.3.2 Neoklassische Ansätze
3.1.3.3 Neo-schumpeterianische Ansätze
3.2 Der Markt für Standardsoftware und die Auswirkung von Unternehmensgröße und Marktstruktur auf die Innovationsdynamik
3.2.1 Ökonomische Eigenschaften von Software
3.2.2 Unternehmensgröße und Innovationsaktivität
3.2.3 Einfluß der Marktstruktur und weiterer industriespezifischer Faktoren
3.3 Die Innovationsdynamik auf dem Markt für Standardsoftware aus der Perspektive der angebotsorientierten Innovationsökonomik
4 Die Perspektive der Netzwerkökonomik
4.1 Netzwerkeffekte bei Softwareprodukten
4.2 Eigenschaften von Netzwerkmärkten
4.2.1 Die Entwicklung der Marktstruktur und der Einfluß von Erwartungen
4.2.2 Wechselkosten und Lock-In-Effekt
4.3 Innovationsdynamik auf Netzwerkmärkten
4.3.1 Der Wettbewerb zwischen etablierten und innovativen Netzwerkgütern
4.3.2 Innovationsverhalten auf Netzwerkmärkten
4.4 Die Innovationsdynamik auf dem Markt für Standardsoftware aus der Perspektive der Netzwerkökonomik
5 Schlußbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Innovationsdynamik auf dem Markt für Standardsoftware, wobei sie insbesondere die Auswirkungen von Unternehmensgröße, Marktstruktur und netzwerkökonomischen Faktoren analysiert. Das primäre Ziel ist es zu klären, wie sich diese Bedingungen auf das Innovationsverhalten der Unternehmen auswirken und welche Bedeutung Netzwerkeffekte für die Wettbewerbsfähigkeit von Softwareprodukten haben.
Ökonomische Eigenschaften von Software
Software besitzt als digitales Produkt spezielle ökonomische Eigenschaften, die im Rahmen einer Analyse der Innovationsdynamik auf dem Markt für Standardsoftware beachtet werden müssen. Bei der arbeitsintensiven Softwareentwicklung entstehen vor allem bei der Programmierung von Standardsoftware relativ hohe Fixkosten, von denen ein überwiegender Teil bei einem potentiell vorzeitigen Entwicklungsabbruch einen nicht rückholbaren Kostenblock („sunk costs“) darstellt. Liebowitz und Margolis (1999) schätzen beispielsweise die Gesamtentwicklungskosten („first copy costs“) für das erste Exemplar von Microsoft Windows 95 auf ca. 500 Mio. US-Dollar. Endres (2000) betont in bezug auf versunkene Kosten, daß diese für einen potentiellen Neuanbieter im Falle eines drohenden Preiswettbewerbs mit einem etablierten Anbieter, für den die schon getätigten Entwicklungskosten wirtschaftlich irrelevant sind, ex ante eine abschreckende Wirkung entfalten. Die versunkenen Kosten müssen somit von einem innovativen Unternehmen in einem dem Marktzutritt vorgelagerten Entscheidungsprozeß berücksichtigt werden.
Im Vergleich zu den Fixkosten sind die variablen Reproduktionskosten für Standardsoftwareprodukte vernachlässigbar gering. Sie steigen auch bei großen Reproduktionsmengen nicht an, da es bei der Vervielfältigung von Software keine wesenseigenen Kapazitätsbeschränkungen gibt. Bei steigenden Verkaufszahlen des Produktes sinken folglich die durchschnittlichen Stückkosten und gleichen sich bei sehr hohen Stückzahlen den niedrigeren Grenzkosten an. Die Produktion von Standardsoftware ist somit gekennzeichnet durch steigende Skalenerträge auf der Angebotsseite. In der wirtschaftwissenschaftlichen Literatur wird hierzu festgestellt, daß Märkte, die durch diesen besonderen Verlauf von Durchschnitts- und Grenzkosten bei der Güterproduktion gekennzeichnet sind, zumeist einen hohen Konzentrationsgrad aufweisen.
1 Einleitung und Gang der Arbeit: Einführung in das Thema und Erläuterung der Relevanz von Innovationen für den Softwaremarkt sowie Zielsetzung der Arbeit.
2 Innovationen auf dem Markt für Standardsoftware: Definition verschiedener Innovationstypen und deren bisherige Rolle im Kontext von PC-Betriebssystemen und Anwendungssoftware.
3 Die Perspektive der Innovationsökonomik: Theoretische Fundierung basierend auf Schumpeter sowie Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Marktstruktur, Unternehmensgröße und Innovationsaktivität.
4 Die Perspektive der Netzwerkökonomik: Analyse von Netzwerkeffekten, Wechselkosten und dem Einfluss von Erwartungen auf das Innovationsverhalten in Netzwerkmärkten.
5 Schlußbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Innovationsdynamik und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen durch technologische Konvergenz.
Innovationsdynamik, Standardsoftware, Netzwerkeffekte, Netzwerkökonomik, Unternehmensgröße, Marktstruktur, Schumpeter-Hypothesen, FuE-Ausgaben, Inkrementelle Innovation, Radikale Innovation, Lock-In-Effekt, Wechselkosten, Microsoft, Softwaremarkt, Innovationsfrequenz.
Die Arbeit analysiert die Mechanismen der Innovationsdynamik auf dem Markt für Standardsoftware vor dem Hintergrund industrieökonomischer und netzwerkökonomischer Theorien.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Innovationstypen, der mikroökonomischen Innovationsforschung, den Auswirkungen von Unternehmensgröße und Marktstruktur sowie der Bedeutung von Netzwerkeffekten.
Ziel ist es zu untersuchen, wie spezifische Marktbedingungen und netzwerkökonomische Faktoren die Innovationsanreize und das Verhalten von Softwareherstellern beeinflussen.
Die Arbeit nutzt theoretische Ansätze der Innovationsökonomik und Netzwerkökonomik sowie eine eigene empirische Analyse von FuE-Ausgaben führender Softwarehersteller.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Innovationsforschung und eine spezifische Anwendung der Netzwerkökonomik auf den Softwaremarkt, ergänzt durch Fallbeispiele und Branchenanalysen.
Wesentliche Begriffe sind Innovationsdynamik, Netzwerkeffekte, Marktstruktur, Standardsoftware und der Lock-In-Effekt.
Microsoft nimmt als marktbeherrschendes Unternehmen eine zentrale Rolle ein; die Analyse verdeutlicht, wie ein dominanter Akteur auf Basis netzwerkökonomischer Überlegungen Innovationspolitik betreibt.
Patente werden zwiespältig betrachtet: Einerseits schützen sie Innovationen, andererseits führen sie bei Software häufig zu einem „Patentdickicht“, das den Wettbewerb behindern kann.
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