Diplomarbeit, 2000
114 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
1.1 Aufgabenstellung und Herangehensweise
1.2 Begriffsbestimmung
2 Was ist Glas?
Das Material und seine Herstellung
2.1 Was ist Glas physikalisch?
2.2 Geschichtlicher Überblick über die Herstellung von Glas
3 Die Faszination von Glas als Baustoff
3.1 Glas und seine Eigenschaften
3.1.1 Transparenz - "sichtbar machen"
3.1.2 Transluzenz
3.1.3 Reflexion – Absorption
3.1.4 Beständigkeit
3.2 Glasarten, Glasprodukte und ihre Anwendung
3.2.1 Glasarten
3.2.2 Glasprodukte
4 Entwicklung der Verwendung von Glas in Architektur und Baukunst
4.1 Das Fenster: Licht dringt in ein Gebäude
4.2 Glas- Eisen-Architektur
4.3 "Die Zerstörung der Kiste" (F. L. Wright) Der fließende Übergang zwischen innen und außen
Exkurs: Transparente Architektur in Österreich
4.4 Revolutionen in der Herstellung schaffen neue Anwendungsmöglichkeiten
5 Vom Frühbeet zum Gewächshaus Glas und seine Vergangenheit im Garten
6 Glas im Kontext mit der Landschaft
7 Aktuelle Verwendung von Glas in der Freiraumgestaltung
7.1 Motivationen für die Verwendung von Glas im Freiraum
7.2 Zwei Beispiele im Detail
Glaselement – Uhrturm Graz
Privatgarten – Kuhn
7.3 Glas an der Schnittstelle Innenraum/Außenraum
7.4 Glas am Boden
7.5 Glas in Mauern und Zäunen - Glaswände
7.6 Glas als Pergola und Pavillon - Vordächer
7.7 Glas als Mobiliar
7.8 Glas als Informationssystem
7.9 Glas und Wasser
7.10 Glas als Skulptur - Glaskunst
7.11 Glas als Spiegel
7.12 Glas als Lärmschutz
7.13 Glas mit besonderer Funktion
8 Normen, Kosten, Pflege
8.1 Normen
8.2 Kosten
8.3 Pflege
9 Resumée
Die Diplomarbeit untersucht das Material Glas im Kontext der Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung, um dessen gestalterische Potenziale und technische Anwendungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Ziel ist es, die Hemmschwellen im Umgang mit diesem Baustoff zu senken und die Synergien zwischen Architektur und Außenraumgestaltung zu fördern.
2.1 Was ist Glas physikalisch?
Der älteste künstlich vom Menschen geschaffene Werkstoff Glas blickt auf eine Geschichte von mehr als 7000 Jahren zurück. Das Schmelzprodukt, das zu seinem größten Teil aus Sand (Siliciumdioxid, SiO2) gewonnen wird, zeichnet sich durch besondere Eigenschaften aus. Am bekanntesten ist die Durchsichtigkeit, weniger bekannt ist, daß Glas kein fester Stoff, sondern eine bei Raumtemperatur erstarrte Flüssigkeit ist. "Den Glaszustand faßt man als äußerst zähen, unterkühlten Flüssigkeitszustand auf" (Duden-Lexikon 1989 S.1467).
Das heute als Baumaterial verwendete Glas ist ein Kalk-Natron-Glas. Bei der Herstellung werden die Rohstoffe so hoch erhitzt, bis sie zähflüssig sind und dann abkühlen. Durch die hohe Viskosität (Zähflüssigkeit) und den anschließenden Kühlprozeß haben die Ionen und die Moleküle keine Möglichkeit sich zu ordnen. Silikat und Sauerstoff können keine Struktur finden, um sich zu Kristallen zusammenzuschließen, d. h. der ungeordnete Molekülzustand wird "eingefroren" (vgl. Schittich 1998 S.61).
Glas ist aufgrund dieser unregelmäßigen Molekularstruktur durchsichtig. Eine weitere wesentliche Eigenschaft von Glas ist, daß es inert ist, d.h., es verhält sich neutral, geht keine chemische Verbindung ein und sondert nichts ab. Zur Umweltverträglichkeit zählt, daß Glas recycled werden kann (vgl. Krewinkel 1998 S.7). Mike Davies bezeichnet in seinem Artikel der Zeitschrift Detail (98/3) dieses Material sogar als das umweltverträglichste dieser Erde, weil bei seiner Herstellung wenig Energie verbraucht wird.
1 Einleitung: Die Verfasserin motiviert die Untersuchung von Glas als Baustoff für die Landschaftsplanung und legt das methodische Vorgehen dar.
2 Was ist Glas?: Dieses Kapitel vermittelt die physikalischen Grundlagen und die historische Entwicklung der Glasherstellung.
3 Die Faszination von Glas als Baustoff: Eine detaillierte Betrachtung der Materialeigenschaften sowie eine Übersicht gängiger Glasarten und Produkte.
4 Entwicklung der Verwendung von Glas in Architektur und Baukunst: Die Arbeit zeichnet den Weg vom historischen Fenster bis zur modernen Glas-Eisen-Architektur nach.
5 Vom Frühbeet zum Gewächshaus: Ein historischer Rückblick auf die Rolle des Glases in der Gartenkultur.
6 Glas im Kontext mit der Landschaft: Analyse der Wirkung von Glasbauten in natürlichen und urbanen Umgebungen.
7 Aktuelle Verwendung von Glas in der Freiraumgestaltung: Ein umfassender Hauptteil mit zahlreichen Fallbeispielen zu Funktionen wie Witterungsschutz, Information und Raumbildung.
8 Normen, Kosten, Pflege: Informationen zu baurechtlichen Rahmenbedingungen und der Instandhaltung von Glas im Außenbereich.
9 Resumée: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung von Glas in der Freiraumgestaltung.
Glas, Freiraumgestaltung, Landschaftsarchitektur, Glasarchitektur, Transparenz, Sicherheitsglas, Baustoffkunde, Stadtgestaltung, Fassade, Lichtplanung, Materialkombination, Außenraum, Gebäudehülle, Nachhaltigkeit, Glasprodukte.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Einsatzmöglichkeiten, Eigenschaften und der ästhetischen Wirkung von Glas als Material in der modernen Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur.
Zu den Schwerpunkten zählen die physikalischen Grundlagen, die Geschichte der Glasanwendung, funktionale Anforderungen (wie Sicherheitsstandards) und die Analyse von gebauten Beispielen im Freiraum.
Ziel ist es, den Nutzen von Glas als verbindendes Element zwischen Innen- und Außenräumen zu verdeutlichen und Planer für dessen vielfältige gestalterische Potenziale zu sensibilisieren.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse, Experteninterviews mit Landschaftsplanern und einer detaillierten fallstudienbasierten Analyse verschiedener Glasobjekte im Freiraum.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Materialität von Glas und einen umfangreichen Praxisteil, der unterschiedliche Funktionen von Glas (als Bodenbelag, Mauer, Vordach, etc.) anhand konkreter Bauwerke illustriert.
Glas, Freiraumgestaltung, Transparenz, Sicherheitsglas, Landschaftsarchitektur und Materialkombination sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Die Sicherheit ist essenziell; das Werk thematisiert daher ausführlich den Einsatz von Sicherheitsgläsern wie ESG und VSG sowie relevante Normen und rechtliche Vorgaben für öffentliche Bereiche.
Glas und Wasser werden als lebendige Materialien beschrieben, die sich in ihrer Umgebung spiegeln und gemeinsam raumbildende, atmosphärische Qualitäten im Außenraum erzeugen können.
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