Fachbuch, 2016
260 Seiten
Einleitung
Problemstellung
I BASISTEIL ERDSPHÄREN ALS GRUNDLAGE DER EVOLUTION
1 Physische Kreislaufsysteme
1.1 Kosmische Kreisläufe
1.2 Globale Kreisläufe
1.2.1 Globosphärengliederung
1.2.2 Äußere Globosphärenkreisläufe
1.2.2.1 Gesteinskreislauf
1.2.2.2 Wasserkreislauf
1.2.2.3 Luftkreislauf
1.2.2.4 Lebenskreislauf
1.3 System und Chaos
II. SPEZIELLER TEIL VERBREITUNG UND ÖKOLOGIE FOSSILEN LEBENS
2 Paläobiogeographie ausgewählter Landwirbeltiergruppen
2.1 Aspekte der Aus- und Verbreitung
2.2 Paläogeographie, Dinosaurier und frühe Säugetiere
2.3 Paläobiogeographie der Säugetiere
2.3.1 Faunenumbruch und Entfaltung der Säugetiere
2.3.2 Faktoren und Muster der Migration
2.3.2.1 Plattentektonik, Eiszeiten und Landbrücken
2.3.2.2 Rezente und fossile Verbreitung
2.3.2.3 Ausgewählte Beispiele
2.4 Darstellungsmethodik der Verbreitungsgeschichte
2.4.1 Rezente und fossile Verbreitung der Amphibien
2.4.2 Zeit-Raum-Dendrogramme
3 Paläoökologie des Jungpaläozoikums und eiszeitlicher Säugetiere
3.1 Basis und Ziele der Paläoökologie
3.2 Ökosysteme im Spätpaläozoikum
3.2.1 Umweltsituation des Permokarbons
3.2.2 Limnische Lebensgemeinschaften im Unterperm
3.2.2.1 Biostratigraphie und Lebewelt
3.2.2.2 Lebensgemeinschaften aus dem Rotliegenden
3.2.2.3 Tieferes Perm aus Westchina
3.2.3 Aussterbeereignis Perm/Trias
3.3 Jungpleistozäne Großsäugergemeinschaft
3.3.1 Fundposition und Altersstellung
3.3.2 Ökologische Interpretation
3.3.2.1 Glaziales Großsäugerspektrum
3.3.2.2 Analyse der Mammutzähne
3.3.2.3 Bemerkungen zum Aussterben
3.3.3 Artifizielle Zeugnisse
III. ALLGEMEINER TEIL PHYLOGENIE, LEBENSVIELFALT UND LÜCKE
4 Evolution und Diversität
4.1 Phylogenie und Komplexität
4.1.1 Biodiversität, Anpassung und Phylogenie
4.1.2 Komplexität und Höherentwicklung
4.2 Erscheinungsformen der Ökosphäre
4.2.1 Gliederung der Großlebensräume
4.2.2 Paläoökosphäre
4.3 Biodiversität und Lücke
4.3.1 Vielfalt der Arten und höheren Taxa
4.3.1.1 Rezente Diversität
4.3.1.2 Vergleich rezenter und fossiler Diversität
4.3.1.2.1 Diversitätsumfänge und ihre Problematik
4.3.1.2.2 Überlieferung und Aussterben
4.3.2 Fossilisation und Überlieferung
4.3.2.1 Lückenhaftigkeit der Überlieferung
4.3.2.2 Konsequenzen aus den Überlieferungslücken
4.3.2.2.1 Relativität der Biomasse
4.3.2.2.2 Aussagen zur Phylogenie
4.4 Konvergenz und Typus
4.4.1 Historische Herleitung der Typusproblematik
4.4.2 Begrifflichkeit des Typus
4.4.3 Lebensform und Konvergenz
4.4.3.1 Morphologische Grundformen
4.4.3.2 Anpassungsformen der Landwirbeltiere
5 Konsequenzen
Dieses Buch zielt darauf ab, die Relativität erd- und lebensgeschichtlicher Vorgänge zu beleuchten, indem es die Wechselwirkungen in der Natur aus einer geohistorischen Perspektive analysiert. Es hinterfragt kritisch wissenschaftliche Fakten und Hypothesen, um ein tieferes Verständnis für die globalen Umweltzusammenhänge und die Bedeutung der Paläontologie als Bindeglied zwischen Geo- und Biowissenschaften zu vermitteln.
Physische Kreislaufsysteme
Kreisläufe sind Konstruktions- und Funktionsprinzipien der Natur sowohl im Makrokosmos - der Welt der Galaxien - als auch im Mikrokosmos - der Welt der Elementarteilchen. Entsprechend der Dimension kann man zwischen kosmischen, globalen und atomaren Kreisläufen unterscheiden. Nur die beiden ersten Kategorien (besonders die globalen bzw. medialen Zyklen) sind hier Gegenstand der Betrachtung.
Mit der Verdrängung des ptolomäisch-geozentrischen Weltbildes durch das heliozentrische Weltbild des KOPERNIKUS - als Restauration der Theorie des ARISTARCHOS VON SAMOS - begann die naturwissenschaftliche Neuzeit. Eng verbunden mit der Entwicklung des modernen kosmogonischen Denkens sind NEWTON, GALILEI, KEPLER, KANT und LAPLACE in Verbindung mit der Rationalität DESCARTES.
In der kosmischen Dimension sind folgende drei Kreislaufsysteme zu unterscheiden, denen noch weitere überzuordnen sind: Umlauf des Sonnensystems um das Zentrum unseres Milchstraßensystems. Die periphere Lage des Sonnensystems (30000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt) bewirkt die lange Umlaufzeit von ca. 225 x 10^6 Jahren.
Revolution der Erde: Der elliptische Umlauf der Erde um die Sonne umfaßt den Zeitraum von 365d 6h 9min 9,54s (mittlere - siderische - Sonnenzeit). Die Periodizität der Rotationsachsenstellung zur Ebene der Ekliptik bewirkt den Wechsel der Jahreszeiten, wobei der sich periodisch verändernde Erdabstand zur Sonne die unterschiedliche Länge der Jahreszeiten bedingt. Rhythmische Bewegungen, die durch den wechselnden Gravitationseinfluß von Sonne und Mond entstehen, sind die Präzession (kreiselartige Drehung der Erdachse um die Senkrechte / Platonisches Jahr ca. 26000 Jahre) und die Nutation (periodische Schwankung der Präzession) (GRIMMEL, 1993).
Rotation der Erde: Die Rotationsdauer beträgt 23h 56min 4s. Die Erddrehung von West nach Ost ist nicht nur die Ursache von Tag und Nacht, sondern hat auch großen Einfluss auf die Zirkulationen in der Atmosphäre, die Meeresströmungen und eventuell auch auf biologische Phänomene (Corioliskraft).
1 Physische Kreislaufsysteme: Untersuchung der kosmischen und globalen Zyklen, die die energetische und strukturelle Basis der natürlichen Systeme der Erde bilden.
2 Paläobiogeographie ausgewählter Landwirbeltiergruppen: Analyse der räumlichen und zeitlichen Verbreitungsmuster von Landwirbeltieren unter Berücksichtigung von Kontinentaldrift und klimatologischen Faktoren.
3 Paläoökologie des Jungpaläozoikums und eiszeitlicher Säugetiere: Erläuterung der ökologischen Bedingungen vergangener Epochen anhand von Fossilvergesellschaftungen und Modellierung der Nahrungsnetze.
4 Evolution und Diversität: Diskussion der komplexen Zusammenhänge zwischen Phylogenie, Biodiversität und den methodischen Herausforderungen durch unvollständige fossile Überlieferung.
5 Konsequenzen: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und Reflexion über die Rolle der Paläontologie für das Verständnis zukünftiger Entwicklungen im System Erde.
Paläontologie, Evolution, Biodiversität, Paläoökologie, Paläobiogeographie, Erdgeschichte, Plattentektonik, Klimawandel, Fossile Überlieferung, Phylogenie, Systemtheorie, Lebensformen, Umweltbildung, Konvergenz, Massenaussterben.
Das Buch untersucht die komplexen erd- und lebensgeschichtlichen Vorgänge aus einer paläontologischen Sicht, wobei der Schwerpunkt auf den Wechselwirkungen zwischen abiotischer und biotischer Materie liegt.
Die zentralen Themen umfassen Paläobiogeographie, Paläoökologie, Biodiversität und die methodische Erfassung evolutionärer Prozesse sowie deren Relevanz für das Verständnis globaler Umweltprobleme.
Das Ziel ist es, die Wechselwirkungen in der belebten Natur geohistorisch zu erläutern und ein tieferes Verständnis für die dynamische Komplexität natürlicher Systeme zu schaffen, um so die Rolle des Menschen im gegenwärtigen Naturgeschehen besser bestimmen zu können.
Es wird ein systemübergreifender naturwissenschaftlicher Ansatz gewählt, der fossile Daten mit geowissenschaftlichen Erkenntnissen, plattentektonischen Modellen und systemtheoretischen Betrachtungen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der physischen Kreislaufsysteme der Erde, gefolgt von einer speziellen Untersuchung der Verbreitung fossiler Lebewesen und einer allgemeinen Betrachtung von Phylogenie und Diversität.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Paläoökosphäre, Lacunosität (Lückenhaftigkeit der Überlieferung), Konvergenz, Typus und die synergetische Betrachtung von natürlichen Systemen aus.
Die Differenzierung zwischen Anpassung als Zustand (Ökologie) und als dynamischem Vorgang (Evolution) ist entscheidend, um zu verstehen, wie Lebensformen in einer sich ständig wandelnden Umwelt existieren und sich entwickeln.
Die „Lacunosität“ beschreibt die Lückenhaftigkeit der fossilen Überlieferung, die als zentrale methodische Herausforderung für die paläontologische Forschung identifiziert wird und die Bewertung von Phylogenie und Artenvielfalt maßgeblich beeinflusst.
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