Bachelorarbeit, 2012
40 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. „Eigen“- und „Fremdentwürfe“
3. Weibliche Akteure bei der Konstruktion des „Fremden“
4. Grundlagen für die anschließende Analyse
4.1. Frieda von Bülow
4.2. Politischer Hintergrund im Kaiserreich
4.3. Der deutsche Kolonialroman
5. Analyse
5.1. „Tropenkoller“
5.2. „Im Lande der Verheißung“
5.3. Die Darstellung des „Fremden“
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Darstellung des „Fremden“ in den Kolonialromanen „Tropenkoller“ und „Im Lande der Verheißung“ der Schriftstellerin Frieda von Bülow. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese literarischen Entwürfe dazu dienten, deutsche Kolonialinteressen zu rechtfertigen, die eigene kulturelle Identität aufzuwerten und dabei gleichzeitig die spezifische Rolle der Frau im kolonialen Projekt des Deutschen Kaiserreichs kritisch zu beleuchten.
Die Darstellung des „Fremden“
Die Darstellung des „Fremden“ ist in den beiden Romanen unterschiedlich ausgeprägt. Während die Protagonistin Eva in „Tropenkoller“ einen durchgehend europäischen zeitgemäßen herabschauenden Blick auf das ihr neuartige „Fremde“ wirft, ist in „Im Lande der Verheißung“ eine Entwicklung der Protagonistin Maleen und damit einhergehend eine veränderte Sichtweise dieser auf das „Fremde“ zu erkennen. Diese Veränderung lässt sich durch ihre am Ende des Romans entwickelten Heimatgefühle mit dem Kontinent Afrika begründen. Dieser differenzierte Blick äußert sich durch Maleens Wahrnehmung der Natur. Noch zu Beginn der Geschichte lässt sie ein Tausendfüßler völlig aus der Fassung geraten, doch zu guter Letzt machen ihr die Insekten gar nichts mehr aus, was folgendes Zitat belegt:
Die Mauerwespe hat ihre Lehmbauten an die Wände und hinter die Möbel geklebt. Sie kriecht und fliegt geschäftig aus und ein. Maleen hat sie als harmlose Mitbewohnerin hingenommen.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt Frieda von Bülow als einflussreiche, aber heute weitgehend vergessene Begründerin der deutschen Kolonialliteratur vor und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der weiblichen Beteiligung am kolonialen Projekt.
2. „Eigen“- und „Fremdentwürfe“: Basierend auf Theorien von Edward W. Said und Daniel Schneider wird dargelegt, wie die Abgrenzung zum „Anderen“ zur Aufwertung der eigenen Kultur konstruiert wurde.
3. Weibliche Akteure bei der Konstruktion des „Fremden“: Das Kapitel beleuchtet die Rolle der deutschen Frau als „Kulturträgerin“ und ihre Motivation, durch das koloniale Engagement neue Handlungsspielräume zu gewinnen.
4. Grundlagen für die anschließende Analyse: Dieser Teil umfasst die Biografie Frieda von Bülows, den politischen Kontext des Deutschen Kaiserreichs sowie eine Einführung in das literarische Genre des deutschen Kolonialromans.
5. Analyse: In diesem Hauptteil werden die Romane „Tropenkoller“ und „Im Lande der Verheißung“ detailliert untersucht, wobei der Fokus auf der Darstellung des „Fremden“ und der kolonialen Rechtfertigungsideologie liegt.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass Bülow mit ihren Werken sowohl kolonialpolitische Propagandaziele verfolgte als auch eine feministische Kritik an den Geschlechterverhältnissen der damaligen Zeit übte.
Frieda von Bülow, deutsche Kolonialliteratur, Tropenkoller, Im Lande der Verheißung, Konstruktion des Fremden, Kolonialismus, deutsches Kaiserreich, Feminismus, Rasse, Kulturträgerin, Identität, Carl Peters, Orient, Okzident, Rechtfertigungsideologie.
Die Arbeit analysiert die Darstellung des „Fremden“ in zwei zentralen Romanen der Begründerin der deutschen Kolonialliteratur, Frieda von Bülow.
Die Arbeit behandelt die Konstruktion von Identität, rassistische Zuschreibungsprozesse im Kolonialismus sowie die spezifische Rolle der Frau als „Kulturträgerin“.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bülow durch ihre Romane zur kolonialen Identitätsbildung beitrug und gleichzeitig ihre eigene Sicht auf die damalige „Frauenfrage“ ausdrückte.
Es erfolgt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Heranziehung postkolonialer Theorien, insbesondere der Konzepte von Edward W. Said und Daniel Schneider zu „Eigen-“ und „Fremdentwürfen“.
Der Hauptteil widmet sich der inhaltlichen Vorstellung der beiden Romane, der biografischen Einordnung der Autorin und der detaillierten Analyse der verwendeten kolonialen Stereotype.
Wichtige Begriffe sind Kolonialliteratur, Eigen- und Fremdentwürfe, koloniale Identität, Geschlechterrollen im Kaiserreich und die rassistische Konstruktion des „Anderen“.
Der „Tropenkoller“ dient im Roman als Symbol für männliche Überreizung und Gewalt, wobei Bülow dies als kolonialfeministische Kritik nutzt, um die männliche Führung in den Kolonien in Frage zu stellen.
Einerseits fungierten die Frauen als stützende Akteurinnen des kolonialen Projekts, andererseits nutzten sie diese Position, um sich innerhalb der patriarchalischen Gesellschaft des Kaiserreichs emanzipatorische Spielräume zu schaffen.
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