Examensarbeit, 2015
62 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Juden und Judenmission im ausgehenden Mittelalter
2.1. Die gesellschaftliche Situation der Juden im späten Mittelalter
2.1.1. Der gesellschaftliche Umbruch
2.1.2. Der „antisemitische“ Zeitgeist
2.2. Judenmission in Hoch- und Spätmittelalter
2.2.1. Die Anfänge der Judenmission
2.2.2. Das Religionsgespräch als Mittel der Judenmission
2.2.3. Hebräisch als missionarische Notwendigkeit
2.2.4. Zur Problematik der Zwangstaufe
2.3. Zwischenfazit
3. Martin Luther und die Judenmission
3.1. Vorbemerkungen
3.2. Judenmission am Vorabend der Reformation
3.3. Missionarische Argumentation
3.3.1. Keine Zwangsmissionierung unter Juden
3.3.2. Kein Unterschied zwischen Juden und Christen
3.3.3. Die Befreiung der Juden aus der Gefangenschaft des Gesetzes
3.3.4. Solidarität mit den Juden
3.3.5. Gott als Missionar unter den Juden
3.3.6. Die Bezeichnung des Messias als „Gott“ bei Jeremia
3.3.7. Die Glaubenstaufe
4. Die „Missionsschrift“ – Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei
4.1. Entstehungskontext und Einordnung
4.2. Die missionarische Argumentation der Schrift – Teil 1
4.2.1. Freundlichkeit und Unterweisung durch die Schrift
4.2.2. Die alttestamentlichen Propheten waren Christen
4.2.3. Brüderlichkeit mit den Juden als Verantwortung der Christen
4.2.4. Die Jungfräulichkeit Marias als Beweis der Messianität Jesu
4.3. Zwischenfazit
4.4. Die missionarische Argumentation der Schrift – Teil 2
4.4.1. Der Messias ist bereits gekommen
4.4.2. In Daniel 9 wird auf Christus hingewiesen
4.4.3. Christus als leiblicher Tempel
4.4.4. Mission in Einzelschritten – keine Überforderung der Juden
4.5. Zwischenfazit
5. Judenmission nach 1523 – Ein Ausblick
5.1. Missionarische Akzente in Luthers Brief an Josel von Rosheim
5.2. Missionarische Akzente in Luthers späten „Judenschriften“
5.3. Relevanz von Luthers Missionskonzept für die Nachwelt
6. Judenmission im 21. Jahrhundert
7. Auswertung
8. Quellen- und Literaturverzeichnis
Diese Arbeit untersucht die Konzeption Martin Luthers für eine Judenmission, primär fokussiert auf die Jahre 1513 bis 1526, unter besonderer Berücksichtigung seines Traktats Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei. Ziel ist es zu analysieren, mit welchen theologischen Argumenten und welcher methodischen Herangehensweise der Reformator eine Mission unter Juden zu etablieren versuchte und wie sich dieses Konzept im Verhältnis zu mittelalterlichen Ansätzen verortet.
3.3.1. Keine Zwangsmissionierung unter Juden
Aus Luthers vereinzelten Äußerungen aus jener Zeit lässt sich erkennen, dass er im Grunde an der Haltung des Innozenz und des Thomas von Aquin festgehalten hat, eine Judenmission nicht durch Zwang umsetzen zu wollen. So verurteilt er in seiner zweiten Psalmenvorlesung (Operationes in Psalmos, 1519-21), im Rahmen einer Auslegung von Psalm 14,7, diejenigen Christen, denen es gefalle, die Juden mit großem Hass zu verfolgen. Dass es eben jene aggressive Haltung sei, welche die Missionsarbeit unter Juden mehr behindere als fördere, wird Luther dann auch nicht müde in seiner Schrift von 1523 zu betonen, doch dazu später.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Judenmission bei Martin Luther vor dem Hintergrund seines 500-jährigen Reformationsjubiläums.
2. Juden und Judenmission im ausgehenden Mittelalter: Darstellung der schwierigen Lebensbedingungen von Juden im späten Mittelalter sowie Analyse der kirchlichen Ansätze zur Judenmission durch Religionsgespräche und Zwangspredigten.
3. Martin Luther und die Judenmission: Untersuchung der theologischen Grundlagen von Luthers Auseinandersetzung mit der Judenfrage, insbesondere sein Festhalten an der Ablehnung von Zwangsmissionierung.
4. Die „Missionsschrift“ – Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei: Detaillierte Analyse des Traktats von 1523 als sowohl verteidigende als auch missionarische Schrift, mit Fokus auf Luthers Argumentation.
5. Judenmission nach 1523 – Ein Ausblick: Analyse von Luthers späteren Äußerungen, darunter Briefe an Josel von Rosheim, und der Relevanz seines Missionskonzepts für spätere Epochen.
6. Judenmission im 21. Jahrhundert: Einordnung der modernen Haltung der EKD zur Judenmission im Kontrast zu Luthers historischen Positionen.
7. Auswertung: Synthese der Ergebnisse zur missionarischen Methodik und dem Scheitern der praktischen Umsetzung von Luthers Konzept.
8. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Martin Luther, Judenmission, Reformation, Antisemitismus, Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei, Religionsgespräche, Zwangstaufe, Christologie, Schriftunterweisung, Judentum, Konversion, Theologie, Mittelalter, Missionsgedanke, Josel von Rosheim.
Die Arbeit untersucht Martin Luthers Konzeption und theoretische Argumentation zur Missionierung des jüdischen Volkes, insbesondere basierend auf seinen Schriften aus der Zeit zwischen 1513 und 1526.
Zu den Schwerpunkten gehören das mittelalterliche Missionsverständnis, Luthers Abkehr von zwangsweisen Konversionsmethoden und die Analyse seines Traktats von 1523.
Ziel ist die Beleuchtung der theologischen Argumente, mit denen Luther eine Judenmission anzustreben versuchte, sowie die Bewertung, ob sein Ansatz eine systematische Konzeption darstellte.
Es handelt sich um eine systematische Analyse und textkritische Auseinandersetzung mit Luthers primären Schriften und relevanten historischen Sekundärquellen.
Der Hauptteil analysiert Luthers missionarische Argumentationsmuster, seine Kritik an der mittelalterlichen Amtskirche und seine pädagogische Hinführung von Juden zum christlichen Glauben.
Zentrale Begriffe sind Judenmission, Martin Luther, Reformation, Christologie, Zwangstaufe, Religionsgespräche und die Schrift von 1523.
Der Autor ordnet Luthers Forderung nach "Freundlichkeit" im Kontext seiner Missionsabsichten ein und betont, dass sie nicht als soziale Reform, sondern als notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Bekehrung zu verstehen ist.
Die späten Schriften dienen als Kontrast, in denen Luthers Toleranzschwelle sinkt und die methodische Herangehensweise von tolerant-freundlich auf aggressiv-missionarisch umschlägt.
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