Examensarbeit, 2003
102 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Strukturelle Semantik und Wortfeldtheorie
2.1 Die Sprachauffassung Wilhelm von Humboldts
2.2 Das sprachliche Weltbild nach Weisgerber
2.3 Der Inhalt des Wortes
2.4 Die Einheit des Wortes und das Problem der Polysemie
2.5 Zur Diskussion der Wortfeldtheorie
2.5.1 Die Anfänge der Feldtheorie
2.5.2 Die Feldauffassung Trier-Weisgerberischer Prägung
2.5.3 Kritik und Verteidigung des Trier-Weisgerberischen Feldes
2.5.4 Skizzierung einer strukturellen Wortfeldmethode (nach E. Coseriu)
2.5.4.1 Notwendige Vorunterscheidungen
2.5.4.2 Die lexematischen Strukturen
2.5.4.3 Lexikalische Solidaritäten
2.5.4.4 Ergänzungen zu Coserius Wortfeldmethode
3 Die Latent Semantic Analysis-Methode
3.1 Semantische Räume
3.2 Latent Semantic Indexing
3.3 Mathematischer Hintergrund der LSA-Methode
3.3.1 Die Singulärwertzerlegung
3.3.2 Interpretation des mathematischen Verfahrens
3.3.3 Zusätzliche Implementationen
3.3.3.1 Queries
3.3.3.2 Updating
3.4 Ein Beispiel für eine Anwendung von LSA
3.5 Anwendungsgebiete der LSA-Methode
3.5.1 LSA und Synonym-Tests
3.5.2 „Plato’s Problem“
3.5.3 Themenbasiertes Wissen
3.5.4 Semantisches Priming
3.5.5 Essaybewertungen
4 Die linguistische Interpretation der LSA-Methode
4.1 Die theoretische Konstituierung der LSA-Methode
4.2 Latent Semantic Analysis, Strukturelle Semantik und Wortfeldtheorie
4.2.1 Die Bedeutung von Wörtern
4.2.2 Die Wortfeldtheorie und Latent Semantic Analysis
4.2.2.1 Wortfelder Trier-Weisgerberischer Prägung
4.2.2.1 Die Wortfeldtheorie nach Coseriu
4.2.3 Wortfelder und Semantische Räume
4.3 Automatische Generierung von Wortfeldern durch LSA
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Latent Semantic Analysis (LSA) als automatisiertes, vektorraum-basiertes Verfahren eine linguistische Interpretation im Rahmen der strukturellen Semantik und der Wortfeldtheorie zulässt und ob diese methodischen Ansätze miteinander vereinbar sind.
Die Bedeutung von Wörtern
Die Auffassung über die Bedeutung von Wörtern in der Theorie zu Latent Semantic Analysis wurde bereits in Abschnitt 4.1 dieser Arbeit diskutiert. Die Frage, die sich nun stellt, ist, inwieweit diese Auffassung mit der linguistischen Konzeption des 2. Kapitels übereinstimmt.
In Anknüpfung an die Auffassung v. Humboldts und Weisgerbers macht Gipper (1993) darauf aufmerksam, dass Wörter keine Etiketten sind, die man den Objekten anklebt und auch nicht Zeichen, die für bestimmte Gegenstände stehen. Stattdessen sind diese Zeichen geistige Gegenstände, die erst in der Sprache Gestalt gewinnen. Gipper teilt also die Auffassung de Saussures, dass das Wort nicht eine Sache mit einem Namen verbindet, sondern einen Lautkörper mit einem Begriff. Dabei ist ein wichtiger Punkt, den Gipper anführt, die sprachliche Gliederung: Jedem Inhalt komme innerhalb des ganzen Gefüges, dem Wortschatz, ein bestimmter Stellenwert zu. Die Wortinhalte in der Sprache sind nicht von der Umwelt gefordert, sondern ein Ausdruck menschlicher Auffassung von den Dingen. Fasst man sämtliche Inhalte zusammen, so ergibt sich die Weltansicht der Sprache, die sich als sprachliche Zwischenwelt zwischen Mensch und Welt schiebt (vgl. Weisgerber 1953). Dabei wird die Bedeutung der Wörter konstituiert durch den Stellenwert, den sie in dieser Zwischenwelt erhalten. Diese Zwischenwelt ist also ein in sich geschlossenes System, wobei hier von besonderer Bedeutung ist, dass sich die Bedeutung einzelner Wörter wechselseitig bedingen. Daher sollte es für ein Verfahren wie Latent Semantic Analysis möglich sein, die Bedeutung von Wörtern innerhalb dieses Systems abzuleiten. Dabei spielt die in Abschnitt 4.1 dargestellte Gebrauchstheorie eine wichtige Rolle. Setzt man eine Gliederung des Wortschatzes voraus, so erscheint es vernünftig anzunehmen, dass sich diese auch im Gebrauch von Sprache widerspiegelt. Es ist also für die Plausibilität der LSA-Methode nicht nötig, davon auszugehen, dass sich erst mit dem Gebrauch von Sprache die Bedeutung der Wörter bestimmt, sondern der Gebrauch eine Abbildung der Bedeutung der Wörter darstellt.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der semantischen Analyse und die Forschungsfrage der linguistischen Interpretierbarkeit von LSA.
2 Strukturelle Semantik und Wortfeldtheorie: Überblick über theoretische Grundlagen der strukturellen Semantik und die Entwicklung der Wortfeldtheorie von Humboldt über Trier bis Coseriu.
3 Die Latent Semantic Analysis-Methode: Darstellung des mathematischen und methodischen Hintergrunds der LSA-Methode sowie ihrer Anwendung im Information Retrieval.
4 Die linguistische Interpretation der LSA-Methode: Theoretische Konstituierung der LSA-Methode im Abgleich mit strukturell-semantischen Konzepten und Diskussion der automatischen Wortfeldgenerierung.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Arbeit und Reflexion über das Potenzial von LSA als linguistisches Verfahren zur Wortfeldgenerierung.
Latent Semantic Analysis, LSA, Wortfeldtheorie, Strukturelle Semantik, Semantische Räume, Vektorraummodelle, Singulärwertzerlegung, Information Retrieval, Sprachwissenschaft, Lexematische Strukturen, Wortschatz, Synonymie, Antonymie, Sprachinhaltsforschung, Korpuslinguistik.
Die Arbeit untersucht die linguistische Interpretation der statistischen LSA-Methode auf Basis der strukturellen Semantik.
Die zentralen Felder sind die Wortfeldtheorie (Trier, Weisgerber, Coseriu) und vektorraum-basierte semantische Analysetechniken.
Das Ziel ist es, eine Analogie zwischen den semantischen Räumen von LSA und den linguistischen Wortfeldern herzustellen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die linguistische Theorien der Wortfeldanalyse auf ein statistisch-mathematisches Verfahren (LSA) anwendet.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Wortfeldtheorie, die mathematischen Details von LSA sowie deren interdisziplinäre Verknüpfung.
Wesentliche Begriffe sind LSA, Wortfeldtheorie, Singulärwertzerlegung, semantische Räume und strukturelle Semantik.
LSA bildet latente semantische Strukturen ab, die analog zu den theoretischen Wortfeldern als Gruppierungen in einem semantischen Raum interpretiert werden können.
Homonyme werden im semantischen Raum oft als Durchschnittswert ihrer verschiedenen Bedeutungen dargestellt, was die Präzision der Zuordnung in Einzelfällen erschweren kann.
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