Examensarbeit, 2014
66 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Klärung des Begriffs der externen Effekte
3 Die Kritik von Coase an Pigou
4 Das Beispiel von Coase
4.1 Nichtexistenz von Transaktionskosten
4.1.1 Das Preissystem mit und ohne Schadenshaftung
4.1.2 Veranschaulichung der Ergebnisse anhand verschiedener Beispiele
4.2 Existenz von Transaktionskosten
4.3 Gültigkeit des Coase-Theorems aus agrarökonomischer Sicht
4.4 Kritik an dem Coase-Theorem
5 Mathematische Darstellung negativer externer Effekte anhand des Beispiels von Coase
6 Betrachtung des Coase-Theorems aus der Perspektive anderer Wissenschaftler
6.1 Furubotn und Richter
6.1.1 Transaktionskosten nach Furubotn und Richter
6.1.2 Eigentumslehre nach Furubotn und Richter
6.1.3 Internalisierung externer Effekte nach Furubotn und Richter
6.2 Richard Posner
6.2.1 Posners Verständnis über die ökonomische Analyse des Rechts
6.2.2 Posners Verständnis über Transaktionskosten
6.2.3 Eigentumslehre nach Posner
7 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Coase-Theorem unter institutionenökonomischen Gesichtspunkten. Ziel ist es, die zentralen Thesen von Ronald H. Coase zu verdeutlichen, seine Kritik an der klassischen Wohlfahrtsökonomik nach Pigou herauszuarbeiten und die Relevanz des Theorems sowie dessen Erweiterungen durch andere Wissenschaftler wie Furubotn, Richter und Posner zu analysieren.
4.1.1 Das Preissystem mit und ohne Schadenshaftung
Der Aufsatz von Ronald H. Coase beschäftigt sich mit den Aktivitäten eines Unternehmens, durch welche es einen negativen Effekt auf ein anderes Unternehmen ausübt. Die Diskussion über dieses Problem war zu der damaligen Zeit nicht neu.
Jedoch ging Coase das Problem anders als die übrigen Ökonomen an. Bis zur Veröffentlichung des Coaseschen Aufsatzes war das Standardbeispiel in diesem Zusammenhang, dass der Rauch einer Fabrik einen schädigenden Einfluss auf benachbarte Unternehmen ausübt. Zudem ging man davon aus, dass die Lösung dieses Problems darin bestünde, zu überlegen, wie das den Schaden verursachende Unternehmen darin gehindert werden könne, negative externe Effekte hervorzurufen. Das Beispiel von Coase beschäftigt sich mit einer frei umherlaufenden Herde eines Viehzüchters, die den Anbau des benachbarten Farmers zerstört. Das hier auftretende Problem bezeichnet Coase folgendermaßen: "The nature of the choice is clear: meat or crops.“ Es ist somit eine Entscheidung zu fällen, welcher Konsum auf dem Markt über Preise höher zu bewerten ist. Gilt hier die sog. Verursacherregel, so muss der Viehzüchter den Schadensersatz leisten. Um den Viehzüchter zur Schadensbegleichung heranziehen zu können, muss jedoch das Eigentumsrecht des Farmers präzise definiert und durchsetzbar sein. Durch die Zuweisung von Eigentumsrechten lässt sich bestimmen, wer bei Schäden, bedingt durch negative Externalitäten, eine Kompensation zu tragen hat. Grundsätzlich wird eine Unterscheidung zwischen dem Haftungsprinzip und der sog. Laissez-faire-Regel vorgenommen. Während nach der Haftungsregel der Geschädigte eine Unterlassung einfordern kann, ist es bei der Laissez-faire-Regel genau umgekehrt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Coase-Theorem ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die darin besteht, die zentralen Thesen von Coase in den Kontext der institutionenökonomischen Analyse zu stellen.
2 Klärung des Begriffs der externen Effekte: In diesem Kapitel wird der Begriff der externen Effekte unter Bezugnahme auf die wohlfahrtsökonomische Tradition und Pigous Ansatz zur Internalisierung erläutert.
3 Die Kritik von Coase an Pigou: Hier wird detailliert dargelegt, warum Coase den Pigouschen Ansatz kritisiert und welche Aspekte der reziproken Wirkung von externen Effekten er dabei in den Vordergrund stellt.
4 Das Beispiel von Coase: Dieses Kapitel bildet den Kern der Arbeit und analysiert Coases Rinder-Farmer-Modell unter der Bedingung von Transaktionskosten (Existenz und Nichtexistenz).
5 Mathematische Darstellung negativer externer Effekte anhand des Beispiels von Coase: Basierend auf Varian wird hier eine formale mathematische Modellierung der externen Effekte vorgenommen, um die ökonomische Ineffizienz bei fehlender Internalisierung zu verdeutlichen.
6 Betrachtung des Coase-Theorems aus der Perspektive anderer Wissenschaftler: Dieses Kapitel reflektiert die Ansätze von Furubotn, Richter und Posner und setzt diese in Beziehung zum ursprünglichen Coase-Theorem.
7 Schlussbetrachtung: Hier wird ein Fazit gezogen, welches die Bedeutung und die aktuelle Anwendbarkeit des Coase-Theorems in der heutigen Wirtschafts- und Umweltpolitik bewertet.
Coase-Theorem, Transaktionskosten, externe Effekte, Wohlfahrtsökonomik, Property-Rights-Ansatz, Pigou-Steuer, Institutionenökonomik, Marktversagen, Allokationseffizienz, Eigentumsrechte, Ressourcenallokation, Internalisierung, Invarianzthese, Richard Posner, Verhandlungsmodell
Die Arbeit analysiert das Coase-Theorem von Ronald H. Coase im Kontext der institutionenökonomischen Betrachtung, insbesondere im Vergleich zur Wohlfahrtsökonomik nach Pigou.
Die zentralen Themen sind die Rolle von Transaktionskosten, die Bedeutung von Eigentumsrechten für eine effiziente Ressourcenallokation und die Kritik an interventionistischen Staatseingriffen.
Ziel ist es, die fundamentales Gedanken von Coase darzustellen, Missverständnisse des Theorems zu klären und die verschiedenen Perspektiven prominenter Wissenschaftler zu integrieren.
Die Arbeit verwendet eine theoretisch-analytische Methode, ergänzt durch eine formale mathematische Modellierung nach Hal R. Varian zur Darstellung externer Effekte.
Der Hauptteil analysiert Coases berühmtes Rinder-Farmer-Beispiel und kontrastiert dies mit den Ansichten von Furubotn, Richter und Posner.
Die wichtigsten Begriffe sind Transaktionskosten, Eigentumsrechte, Internalisierung, Marktversagen und die Effizienzthese.
Posner ist deutlich kritischer gegenüber Coases "anti-theoretical" Ansatz und betont die Unvollkommenheit realer Märkte sowie die Notwendigkeit, das Recht zur Imitation markteffizienter Lösungen zu nutzen.
Ohne Transaktionskosten spielt die Verteilung der Eigentumsrechte für die Effizienz keine Rolle; bei Existenz von Transaktionskosten hingegen sind die Rechtsstruktur und die Zuteilung der Rechte entscheidend für den ökonomischen Outcome.
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