Diplomarbeit, 2015
110 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung und Ziel der Arbeit
2 Herausforderung – demografischer Wandel
2.1 Einsatzbereiche von AAL
2.1.1 Gesundheit und (ambulante) Pflege
2.1.2 Haushalt und Versorgung
2.1.3 Sicherheit und Privatsphäre
2.1.4 Kommunikation und soziales Umfeld
2.2 Aus- und Weiterbildung
3 PARO der Robbenroboter
3.1 Technische Daten und Eigenschaften von PARO
3.2 Therapie mit PARO
4 Untersuchung zur Eignung von PARO als Lernmaterial und „Türöffner“
4.1 Beschreibung der Methodik
4.2 Das Fokusgruppengespräch
4.2.1 Vorbereitung der Fokusgruppe
4.2.2 Durchführung der Fokusgruppe
4.2.3 Ergebnisse der Fokusgruppe
4.3 Der Fragebogen
4.3.1 Vorbereitung der Fragebogenbefragung
4.3.2 Erstellung des Fragebogens
4.3.3 Durchführung der Fragebogenbefragung
5 Auswertung und Ergebnisse
5.1 Hypothesen
5.2 Beschreibung der Stichprobe
5.3 Technikaffinität
5.4 Überprüfung der Hypothesen
5.5 Ethische Aspekte und Zukunftsvorstellungen
5.6 Betrachtung der Freitextangaben
6 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit der Robbenroboter PARO als praktisches Anschauungsmaterial in der Weiterbildung von Pflegekräften dienen kann, um den Zugang zur AAL-Technik (Ambient Assisted Living) zu erleichtern – insbesondere für wenig technikaffine Personen.
3.1 Technische Daten und Eigenschaften von PARO
PARO ist die Nachbildung einer circa drei Wochen alten Sattelrobbe. Entwickelt wurde der Robbenroboter von Takanori Shibata am National Institute of Advanced Industrial Science and Technology in Japan (Parorobots 2014).
In der neunten Version (MCR900) hat PARO eine Länge von 57 cm, eine Breite von 36 cm und ein Gewicht von 2,55 kg. Er ist ausgestattet mit einem 32-Bit RISC Prozessor, zwei Mikrofonen zur Geräuschlokalisation, einem Lagesensor und zehn taktilen Sensoren. Zwei Lichtsensoren befinden sich in seiner Nase (Parorobots 2014).
Für seine real wirkenden Bewegungen sind acht Stellmotoren zuständig: zwei im Hals, in den vorderen und hinteren Flossen jeweils einer, zwei in den oberen und unteren Augenlidern, und einer sorgt für die Drehung seiner Augen. Die Anzahl und die Anordnung der Stellmotoren lässt eine Vielzahl von natürlich erscheinenden Bewegungen zu. PARO ist in der Lage, mimische Ausdrücke zu simulieren. Alle Bewegungen können auch in Kombination ausgeführt werden (Parorobots 2014).
Ein Lautsprecher, mit dem Originallaute eines Sattelrobbenbabys abgespielt werden können, befindet sich am Kinn. Der in der neunten Version eingesetzte Akkumulator hat eine maximale Laufzeit von circa 5 Stunden. Es ist aber auch möglich, PARO einzusetzen, wenn er gerade aufgeladen wird. PARO ist außerdem ausgestattet mit einem antibakteriellen und hypoallergenen Kunstfell (Parorobots 2014).
1 Einleitung und Ziel der Arbeit: Einführung in die Problematik des demografischen Wandels und die Relevanz technischer Assistenzsysteme in der pflegerischen Ausbildung.
2 Herausforderung – demografischer Wandel: Analyse der steigenden Pflegebedarfe und Darstellung der Einsatzgebiete von Ambient Assisted Living (AAL).
3 PARO der Robbenroboter: Detaillierte Vorstellung der technischen Merkmale von PARO sowie seines Einsatzes in der therapeutischen Betreuung.
4 Untersuchung zur Eignung von PARO als Lernmaterial und „Türöffner“: Beschreibung der angewandten Methodik durch Fokusgruppen und quantitative Fragebogenbefragungen.
5 Auswertung und Ergebnisse: Statistische Analyse der Befragungsdaten und Überprüfung der aufgestellten Hypothesen hinsichtlich der Akzeptanz von PARO.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit über die Eignung von PARO als Lehrmittel und Empfehlungen für zukünftige Weiterbildungsmaßnahmen.
AAL, Ambient Assisted Living, PARO, Robbenroboter, Pflege, Altenpflege, Weiterbildung, Technikaffinität, Demenz, Assistenzsysteme, Sozialrobotik, Fokusgruppe, empirische Untersuchung, Akzeptanz, Technikscheu.
Die Arbeit untersucht, ob der Robbenroboter PARO als praktisches Lehrmittel dazu beitragen kann, Pflegekräften den Zugang zu modernen technischen Assistenzsystemen (AAL) zu erleichtern.
Die zentralen Themen umfassen den demografischen Wandel in der Pflege, das Konzept von Ambient Assisted Living, die technische Funktionsweise von PARO sowie die pädagogische Gestaltung von Weiterbildungen in Pflegeberufen.
Das Ziel ist es, durch eine empirische Erhebung festzustellen, ob PARO als „Türöffner“ fungieren kann, um Vorbehalte gegenüber Technik abzubauen und das Interesse an AAL-Systemen zu steigern.
Es wurde ein zweistufiges Verfahren gewählt: Zunächst eine qualitative Fokusgruppe mit Pflegepersonal, um relevante Themenfelder zu erschließen, gefolgt von einer quantitativen standardisierten Fragebogenbefragung bei 118 Personen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des demografischen Wandels und AAL-Systeme, die Vorstellung von PARO als Assistenzsystem sowie die detaillierte Beschreibung der empirischen Erhebung und deren Auswertung.
Wichtige Begriffe sind AAL, Technikaffinität, Pflege, Weiterbildung, Robbenroboter (PARO), Akzeptanz und empirische Sozialforschung.
Die überwiegende Mehrheit der Befragten steht dem Einsatz von PARO sehr positiv gegenüber und sieht in ihm ein geeignetes Anschauungsmaterial, das neugierig auf weitere Technologien macht.
Vereinzelt wurden Ängste vor dem Verlust der menschlichen Nähe, der Befürchtung von Personaleinsparungen sowie ethische Bedenken bezüglich der Würde des Menschen bei der Nutzung von Robotertechnik thematisiert.
Die Studie zeigt, dass eine direkte Entlastung von pflegerischen Aufgaben durch PARO von den meisten Befragten nicht erwartet wird; vielmehr liegt sein Wert in der emotionalen Unterstützung und der Anbahnung von technischer Akzeptanz.
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