Masterarbeit, 2016
77 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Problemabgrenzung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Bewegungssteuerung und Bewegungskontrolle
2.1.1 Das systemdynamische Modell
2.1.2 Weitere Modelle der Bewegungssteuerung und Bewegungskontrolle
2.2. Modelle des Bewegungslernens
2.2.1. Der systemdynamische Lernansatz
2.2.2. Weitere Modelle des motorischen Lernens
2.3. Formen des Lehren und Lernens
2.3.1. Traditionelle Formen
2.3.2. Differenzielles Lernen
2.4. Empirische Ergebnisse zum differenziellen Lernen
2.4.1. Forschungsergebnisse aus dem Leistungs- und Breitensport
2.4.2. Differenzielles Lernen im Sportunterricht
2.5. Kritik
3. Praktische Untersuchung
3.1. Untersuchungsmethodik
3.2. Testanalyse
3.2.1. Ergebnisse
3.2.2. Auswertung
4. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des differenziellen Lernens (DL) als innovative Trainingsmethode im Fußball, insbesondere zur Verbesserung der Passspieltechnik. Ziel ist es, durch einen Vergleich mit traditionellen Lehrmethoden zu prüfen, ob der systemdynamische Ansatz des differenziellen Lernens zu substantielleren Leistungssteigerungen führt und wie die wissenschaftliche Kritik an diesem Modell zu bewerten ist.
2.3.2. Differenzielles Lernen
Erstmals sieht Schöllhorn (1999, S. 9) „einen möglichen Ausweg“ […] in einem „Konzept, das im Folgenden als ‚differentielles Lernen und Lehren‘ bezeichnet wird“, welches dahingehend Abhilfe schafft, dass ein methodischer Lehr- und Lernansatz vorliegt, der die Individualität des Sportlers akzeptiert und die als Fehler interpretierten Schwankungen und Intermittenzen bei der Bewegungsausführung nutzt, um Lernzuwachse beim Athleten zu generieren (Schöllhorn, 1999).
Nötig wird dies durchs Schöllhorns (ebd.) Annahme, dass eine exakte Bewegung nicht zweimal wiederholt werden kann. Die Freiheitsgrade der menschlichen Gelenke, sorgen dafür, dass eine Bewegungsausführung eine Differenz zu der nachfolgenden zweiten Bewegung aufweist. Führt man die Bewegung ein erneutes Mal durch „so liegt diese entweder im Bereich zwischen den beiden zuerst ausgeführten oder außerhalb der aufgespannten Differenz“ (ebd., S. 9). Das DL basiert im Gegensatz zu den traditionellen Trainingsansätzen somit auf der Nichtwiederholbarkeit zweier exakt gleicher Bewegungen, der Individualität von Bewegung (Schöllhorn, 2004) und auf den „neurophysiologischen Prinzipien und Erkenntnissen der Selbstorganisation“ (Hegen & Schöllhorn, 2012a, S. 32).
1. Einleitung und Problemabgrenzung: Dieses Kapitel führt in die Problematik ein, dass traditionelle Trainingsmethoden die Individualität von Sportlern oft ignorieren, und stellt den Ansatz des differenziellen Lernens als alternative Lösung vor.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die wissenschaftlichen Fundamente, insbesondere systemdynamische Modelle und verschiedene Theorien des motorischen Lernens, detailliert erläutert und kritisch betrachtet.
3. Praktische Untersuchung: Dieser Teil dokumentiert den Feldversuch mit U12-Junioren, bei dem eine Gruppe nach differenziellen Aspekten und eine Vergleichsgruppe klassisch trainiert wurde, um die Auswirkungen auf die Passspieltechnik zu analysieren.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung des differenziellen Lernens als moderne, wissenschaftlich fundierte Trainingsalternative im Sport.
Differenzielles Lernen, Bewegungssteuerung, Systemdynamik, Sporttraining, Passspiel, Motorisches Lernen, Feldversuch, Techniktraining, Biomechanik, Selbstorganisation, Leistungsentwicklung, Trainingslehre, Bewegungskoordination, Sportunterricht, Variabilität.
Die Arbeit untersucht das "differenzielle Lernen" als Trainingsansatz im Sport, speziell im Bereich der Fußball-Passspieltechnik, und stellt es klassischen Trainingsmethoden gegenüber.
Zentrale Themen sind die systemdynamischen Modelle der Bewegungskontrolle, die Kritik an traditionellen Trainingsprinzipien sowie die empirische Überprüfung von Lernzuwächsen durch variabilitätsorientiertes Training.
Das Hauptziel ist es, zu analysieren, ob das differenzielle Lernen eine effektive Alternative zum traditionellen Techniktraining darstellt und ob es durch die Nutzung natürlicher Bewegungsschwankungen zu schnelleren Fortschritten führt.
Es wird eine Kombination aus Sekundäranalyse theoretischer Grundlagen und einem empirischen Feldversuch (Pre-Post-Retention-Test-Design) mit zwei Gruppen durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Bewegungslehre, eine Darstellung der Kritik am differenziellen Lernen sowie die detaillierte Auswertung eines Feldversuchs an einer Fußball-Juniorenmannschaft.
Zu den prägenden Begriffen zählen differenzielles Lernen, Systemdynamik, motorisches Lernen, Passgenauigkeit und Bewegungsvariabilität.
Klassische Methoden zielen auf das Einschleifen einer "Idealtechnik" durch Wiederholung ab, während das differenzielle Lernen Schwankungen in der Bewegungsausführung bewusst verstärkt, um dem Gehirn mehr Informationen für die Selbstorganisation zu bieten.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das differenzielle Lernen eine ebenbürtige, teils überlegene Alternative darstellt, die insbesondere bei leistungsschwächeren Sportlern positive Effekte zeigt, jedoch weitere Forschung mit größeren Stichproben erfordert.
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