Bachelorarbeit, 2012
42 Seiten
1. Einleitung
2. Forschungen über antike Feste
3. Der römische Kalender im Überblick
3.1. Verschiedene Kalender
3.2. Aufbau im Überblick
3.3. Der Monat Dezember
3.4. Die Bezeichnung „EN“ bzw. „NP“
4. Die römischen Festcharaktere
4.1. Die Familienfeste
4.2. Die Bauernfeste
4.3. Die militärischen Feste
4.4. Antike Autoren
5. Das Saturnalienfest
5.1. Ablauf
5.1.1. Das öffentliche Fest
5.1.2. Die private Feier
5.2. Ursprung
5.2.1. Die Herrschaft des Ianus
5.2.2. Herkules‘ Zorn
5.2.3. Die Pelasger
5.3. Der Gott Saturn
5.4. Der Tempel des Saturns
5.5. Kronos und Kronien
5.6. Verbreitung und Nachleben
6. Ähnliche Feste
6.1. Das Fest der Ganymeda
6.2. Compitalia
6.3. Matronalia und Matr(on)alia
6.4. Nonae Caprotinae
6.5. Kalendae Ianuariae
6.6. Floralia
6.7. Lupercalia
7. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, einen fundierten Überblick über das Saturnalienfest im antiken Rom zu vermitteln. Dabei wird untersucht, wie das Fest ablief, welche mythologischen Hintergründe existieren und in welchem Verhältnis das Saturnalienfest zum römischen Kalender sowie zu anderen antiken Festbräuchen stand.
5.1.1. Das öffentliche Fest
Früh am Morgen begann man mit einem Bad. An diesem Tag sollte man die Toga Praetexta, die von Tullus Hostilius, dem dritten König von Rom, als Abzeichen etruskischer Magistrate eingeführt wurde, ablegen und anstelle davon die lockere Synthesis, die eine Art Hauskleid darstellt, anlegen.
Macrob. Sat. 1.6,7 (über den Ursprung der Toga praetexta):
„Tullus Hostilius, rex Romanorum tertius, debellatis Etruscis sellam curulem lictoresque et togam pctam atque praetextam…“
Auf dem Kopf trug man den Pilleus, eine Filzkappe, die im weitesten Sinne das Freisein symbolisieren sollte, denn an anderen Tagen blieb das Haupt unbedeckt.
Man machte sich dann zum Saturntempel auf, bei dem die Opferung eines Ferkels vollzogen wurde, welches man nach griechischem Ritus mit unbedecktem Haupt schlachtete. Sobald dies geschehen war, gab es ein Lectisternium, bei dem viel Wein und anderen Köstlichkeiten aufgetischt wurden. Das Lectisternium soll erst im Jahre 217 v. Chr. eingeführt worden sein und gilt als typisch griechisch. Die Statue des Saturns, die an allen anderen Tagen ansonsten mit Wollbinden gefesselt war, wurde an jenem Tag entfesselt, so dass der Gott selbst an diesem Göttermahl teilnehmen konnte. Man tanzte und sang den ganzen Tag. Das öffentliche Gelage endete dort mit dem Ruf „Io Saturnalia“, den man noch den ganzen Tag durch die Gassen Roms hallen hörte.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Saturnalienfestes in Rom ein und erläutert die methodische Herangehensweise unter Einbeziehung des Werkes Saturnalia von Macrobius.
2. Forschungen über antike Feste: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit antiken Festen, wobei Konzepte der Kollektiverinnerung und die Rolle von Ritualen im sozialen System beleuchtet werden.
3. Der römische Kalender im Überblick: Hier wird das römische Kalendersystem analysiert, einschließlich der verschiedenen Kalendertypen, der Bedeutung von Feiertagsbezeichnungen und der spezifischen Struktur des Monats Dezember.
4. Die römischen Festcharaktere: Das Kapitel kategorisiert römische Feste in familiäre, bäuerliche und militärische Bereiche und diskutiert deren Bedeutung für die bürgerliche Religion.
5. Das Saturnalienfest: Das Hauptkapitel behandelt ausführlich Ablauf, Ursprung und mythologische Deutungen des Saturnalienfestes, inklusive des Kaiserkultes und der Verbreitung des Festes.
6. Ähnliche Feste: Es werden verschiedene Feste wie die Compitalia, Matronalia oder Lupercalia vorgestellt, um Ähnlichkeiten und Unterschiede zu den Saturnalien aufzuzeigen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Beständigkeit festlicher Traditionen über die Zeit hinweg.
Saturnalien, Rom, Römischer Kalender, Saturn, Festkultur, Opferrituale, Macrobius, Antike, Kult, Compitalia, Lupercalia, bäuerliche Feste, Familienfeste, Mythologie, bürgerliche Religion.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des römischen Saturnalienfestes und dessen Einbettung in den antiken Festkalender sowie die römische Gesellschaftsstruktur.
Zentrale Themen sind das antike Kalenderwesen, die verschiedenen Charakteristika römischer Feste sowie die Riten, der Ursprung und die kulturelle Bedeutung der Saturnalien.
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die Saturnalien zu geben und diese in Relation zu anderen römischen Festen und ihrer Bedeutung im sozialen Gefüge der Antike zu setzen.
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die Analyse antiker literarischer Quellen, insbesondere Macrobius, sowie eine vergleichende Betrachtung der Festrituale basierend auf der Fachliteratur.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Beschreibung der öffentlichen und privaten Abläufe der Saturnalien, dem Gott Saturn selbst sowie der Verbreitung des Festes und dessen mythologischen Ursprüngen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Saturnalien, Festkultur, Römischer Kalender, Kult, Rituale und Mythologie geprägt.
Saturn wird als Gott der Zeit und der Ernte verehrt, und seine Herrschaft wurde oft als ein goldenes Zeitalter ohne Sklaven und Privateigentum idealisiert, an das während der Saturnalien symbolisch erinnert werden sollte.
Ja, die Arbeit weist auf verblüffende Ähnlichkeiten hin, etwa bei den Geschenkbräuchen, der Verwendung von Lichtsymbolik und der jahreszeitlichen Nähe, die eine Beeinflussung nahelegen.
Aufgrund der ähnlichen Riten, der Einbeziehung der Laren und vor allem der gleichwertigen Einbindung der Sklaven in die Festlichkeiten zeigt das Compitalienfest die größte strukturelle Nähe zu den Saturnalien.
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