Bachelorarbeit, 2014
55 Seiten, Note: 1,00
1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Methodische Vorgehensweise
2 Statistische Daten zu Asylbewerbern in Thüringen
2.1 Empfänger von Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz
2.2 Schulpflichtige Kinder mit Migrationshintergrund in Thüringen
3 Aufenthaltstitel im deutschen Ausländerrecht
3.1 Aufenthaltstitel
3.2 Aufenthaltserlaubnis
3.3 Aufenthaltsgestattung
3.4 Duldung
4 (Menschen) Recht auf Bildung
4.1 Internationale Pakts über wirtschaftliche, soziale, kulturelle Rechte
4.2 UN- Kinderrechtkonvention
5 Inklusion der Flüchtlinge in das deutsche Bildungssystem
5.1 Positive Ansätze und Entwicklungen im Bereich der beruflichen Ausbildung, Arbeit und Schulen
5.2 Schulpflicht in Thüringen
5.2.1 Schulbesuch
5.3 Möglichkeiten des Nachholens des Schulabschluss in Thüringen
5.3.1 Schulabschluss durch Abschlusszeugnis einer Berufsschule
5.4 Berufsvorbereitungsjahr Migration
5.4.1 BVJ M in der beruflichen Fördereinrichtung in Erfurt
5.5 Thüringer Projekt „to arrange- pro job“
5.5.1 Berufsorientierungskurs als mögliche Vorstufe der schulischen Integration
5.6 Jugendmigrationsdienst in Erfurt
6 Hürden bei der schulischen Integration der Flüchtlinge in Thüringen
6.1 Rechtliche Restriktionen auf Grund des Aufenthaltsstatus beim Zugang zu Sprachkursen
6.2 Finanzierung
6.3 Problematik der adäquaten Bildungsform
6.4 Diversität
7 Schlussfolgerungen für eine professionelle Flüchtlingssozialarbeit in Deutschland
Die Arbeit widmet sich der schulischen Integration von jugendlichen Flüchtlingen in Thüringen, die nicht mehr der allgemeinen Schulpflicht unterliegen. Das primäre Ziel ist es, die strukturellen Hürden und Möglichkeiten für diesen Personenkreis zu analysieren, um Wege in das deutsche Bildungssystem und den Arbeitsmarkt aufzuzeigen.
5.4.1 BVJ M in der beruflichen Fördereinrichtung in Erfurt
Die Entstehung der BVJ M Klassen in Erfurt wurde durch den Jugendmigrationsdienst mit angestoßen. Der Internationale Bund war der erste Träger der Jugendintegrationskurse in Erfurt. In dem Kurs waren 15 Jugendliche, die nach Absolvieren des Kurses eine Perspektive brauchten. Sie hatten keinen Schulabschluss und somit war die Vermittlung in eine Ausbildung kaum möglich. Der Jugendmigrationsdienst nahm Kontakt zum Schulamt sowie zu der Walters Gropius Schule auf und wirkte bei dem Prozess der Einrichtung einer BVJ M Klassen mit. Schon mit Beginn des Jugendintegrationskurses wurden diese Bemühungen angestrebt. Das dauerte ungefähr zwei Jahre. Alice Lot räumt ein, dass es notwendig war, immer wieder Gespräche auf verschiedenen Ebenen zu führen. Weiterhin weist sie darauf hin, dass die Schule im Hinblick auf die sinkende Schülerzahlen auch interessiert war, eine derartige Klasse zu eröffnen (Lot, 78- 117).
Für die Aufnahme in der BVJ M Klasse in Erfurt sind die Voraussetzungen außer Sprachkenntnissen auch die Alphabetisierung. Um die Aufgaben im Unterricht bewältigen zu können, muss die Fähigkeit zum Lesen und Schreiben vorhanden sein. Die Schüler müssen Sprachkenntnisse auf dem Niveau B1 oder A2 in der deutschen Sprache mit sich bringen, um dem Unterricht folgen zu können. Die Schulsozialarbeiterin Martina Lindig betont die Wichtigkeit der Sprachkenntnisse für das schulische Erfolgserlebnis (Lindig, 95- 114). Für die BVJ M Klassen hat die Walters Gropius Schule in Erfurt eine Höchst Grenze von 24 Jahren eingesetzt. Begründet wurde diese Entscheidung mit der Grenze der Gewährung von Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes für zusätzliche Sprachforderung und Nachhilfestunden. Der Unterricht außerhalb der Schule stellt eine wichtige Komponente auf dem Weg zum Schulabschluss der Flüchtlinge dar (Lindig, 102- 105).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Problem der schulischen Integration von jugendlichen Flüchtlingen in Thüringen ein und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2 Statistische Daten zu Asylbewerbern in Thüringen: Dieses Kapitel präsentiert statistische Daten zu Leistungsbeziehern nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und zur Anzahl schulpflichtiger Kinder mit Migrationshintergrund in Thüringen.
3 Aufenthaltstitel im deutschen Ausländerrecht: Das Kapitel behandelt die verschiedenen Aufenthaltstitel im deutschen Recht, da diese maßgeblich den Zugang zu Bildungs- und Unterstützungsleistungen beeinflussen.
4 (Menschen) Recht auf Bildung: Hier wird das transnationale Recht auf Bildung unter Berücksichtigung der Menschenrechte, internationaler Pakte und der UN-Kinderrechtskonvention erörtert.
5 Inklusion der Flüchtlinge in das deutsche Bildungssystem: Dieses Kapitel analysiert praktische und theoretische Ansätze zur schulischen Integration, inklusive konkreter Projekte wie dem Berufsvorbereitungsjahr oder dem Projekt „to arrange- pro job“.
6 Hürden bei der schulischen Integration der Flüchtlinge in Thüringen: Das Kapitel beleuchtet rechtliche Restriktionen beim Zugang zu Sprachkursen, Finanzierungsschwierigkeiten und Probleme bei der Auswahl adäquater Bildungsformen sowie das Thema Diversität.
7 Schlussfolgerungen für eine professionelle Flüchtlingssozialarbeit in Deutschland: Abschließend werden Schlussfolgerungen für eine professionelle, menschenrechtsorientierte Flüchtlingssozialarbeit gezogen, die auf die Notwendigkeit einer Vernetzung und Ressourcenorientierung hinweist.
Flüchtlinge, schulische Integration, Thüringen, Bildungssystem, Asyl, Berufsvorbereitungsjahr, Soziale Arbeit, Menschenrechte, Sprachkenntnisse, Aufenthaltsstatus, Jugendmigrationsdienst, Schulabschluss, Integration, Migrationshintergrund, Chancengleichheit.
Die Arbeit thematisiert die schulische Integration jugendlicher Flüchtlinge in Thüringen, die nicht mehr der allgemeinen Schulpflicht unterliegen, und untersucht die damit verbundenen strukturellen Rahmenbedingungen.
Zu den Schwerpunkten gehören das Recht auf Bildung, die rechtliche Situation von Flüchtlingen, statistische Daten zur Situation in Thüringen, praktische Bildungsangebote sowie die Rolle der Sozialen Arbeit.
Das Ziel ist die Identifizierung von Hürden und Möglichkeiten zur schulischen Integration, um schutzsuchenden Menschen den Weg in eine berufliche Ausbildung zu erleichtern.
Die Autorin nutzt für die Untersuchung die Methode der Experteninterviews mit Fachkräften in Erfurt, um die vorhandenen Strukturen und die Praxis der Migrationsarbeit zu erforschen.
Der Hauptteil analysiert das Aufenthaltsrecht, die rechtliche Verankerung des Bildungsrechts, konkrete Schulmodelle wie das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ M) sowie spezifische Projekte für Flüchtlinge.
Die zentralen Begriffe sind Flüchtlinge, schulische Integration, Bildungssystem, Soziale Arbeit und Aufenthaltsstatus.
Der Jugendmigrationsdienst fungiert als zentrale Instanz für fachliche Unterstützung, Vermittlung und Vernetzung, die jungen Menschen hilft, individuelle Integrationspläne zu entwickeln und soziale Hürden zu überwinden.
Es bietet eine spezifische, auf Flüchtlinge zugeschnittene Möglichkeit, Schulabschlüsse nachzuholen und berufliche Orientierung zu erhalten, da reguläre Schulen diese Zielgruppe oft nicht ausreichend abdecken können.
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