Bachelorarbeit, 2015
32 Seiten
1. Einleitung
2. Literarischer Antisemitismus
3. Die jüdischen Figuren in Berlin Alexanderplatz
3.1. Inhaltliche Darstellung
3.2. Beschreibung des Äußeren
3.3. Ort der Begegnungen
3.4. Gestaltung der Figurenrede
3.4.1. Die Bedeutung der Sprache im Judentum
3.4.2. Die Gestaltung der Sprache in Berlin Alexanderplatz
3.5. Charakterzüge der Figuren
3.5.1. Erste Begegnung
3.5.2. Zweite Begegnung
3.5.3. Dritte Begegnung
3.6. Indikatoren des literarischen Antisemitismus
4. Die jüdischen Figuren in Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine
4.1. Inhaltliche Darstellung
4.2. Indikatoren
5. Die jüdischen Figuren in Verratenes Volk
5.1. Inhaltlich Darstellung
5.2. Indikatoren
6. Vergleich der Darstellung der jüdischen Figuren in den Werken
7. Alfred Döblins Bezug zum Judentum
7.1. Kindheit
7.2. Döblins Annäherung an das Judentum ab 1921
7.3. Reise in Polen
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung jüdischer Figuren in ausgewählten Werken von Alfred Döblin unter dem Aspekt des literarischen Antisemitismus. Ziel ist es zu analysieren, ob und inwiefern sich die Charakterisierung der jüdischen Gestalten – insbesondere im Hinblick auf Sprache, Äußeres und Verhalten – als antisemitisch interpretieren lässt und wie sich Döblins eigene, komplexe Beziehung zum Judentum in dieser literarischen Gestaltung widerspiegelt.
3.4.2. Die Gestaltung der Sprache in Berlin Alexanderplatz
Die Sprache des Romans Berlin Alexanderplatz zeugt von großem Realismus. Rückblickend stellte Döblin fest: „Ich konnte mich auf die Sprache verlassen: die gesprochene Berliner Sprache; aus ihr konnte ich schöpfen […]“. Der innerere Monolog hebt sich nicht als solcher von der äußeren Rede ab. Die Figuren „sprechen“ innerlich so artikuliert wie äußerlich, auch zwischen Sprechakten verschiedener Sprecher wird nicht unterschieden. Das soziale Milieu der Charaktere determiniert im Roman deren sprachliches Verhalten. Die soziolinguistisch am stärksten bestimmende Sprachschicht in Berlin Alexanderplatz ist das Berlinerische, die Sprache des einheimischen Franz Biberkopf. Das Werk ist von einem so dichten Netz von Berlinismen durchzogen, dass es Walter Benjamin mit Recht ein „Monument des Berlinischen“ nennt. Döblin, der mit dem Jiddischen vertraut war und sogar selbst versuchte, es zu lernen, verwendet nun in der Gestaltung der Figurenrede der jüdischen Figuren in das Deutsche assimilierte Eigenheiten der jiddischen Aussprache. Die Dehnung in offener Silbe ist noch nicht durchgeführt worden (bsp. statt jener jenner), der Umlaut ö wird zu einem langen ee (bsp. statt schön scheen), der Umlaut ü zu einem kurzen i (bsp. statt Übeltaten Ibeltaten) und der Diphthong eu zu einem offenem ai (bsp. statt Freuden Fraiden).
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Arbeit, Vorstellung der Forschungsfrage sowie kurzer Abriss über die Bedeutung der jüdischen Figuren in Berlin Alexanderplatz.
2. Literarischer Antisemitismus: Definition des Begriffs sowie Vorstellung von Indikatoren zur Identifizierung antisemitischer Tendenzen in literarischen Texten.
3. Die jüdischen Figuren in Berlin Alexanderplatz: Detaillierte Analyse der Darstellung der jüdischen Charaktere im Hauptwerk Döblins unter Berücksichtigung von Sprache, Äußeren und Charakterzügen.
4. Die jüdischen Figuren in Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine: Untersuchung der jüdischen Figuren in Döblins Frühwerk und Identifizierung antisemitischer Klischees in der Figurenzeichnung.
5. Die jüdischen Figuren in Verratenes Volk: Analyse der Figuren im Spätwerk vor dem Hintergrund von Exil und persönlicher Auseinandersetzung Döblins mit der eigenen Identität.
6. Vergleich der Darstellung der jüdischen Figuren in den Werken: Synthese der Ergebnisse und Gegenüberstellung der unterschiedlichen Zeichnung jüdischer Figuren über Döblins Schaffensphasen hinweg.
7. Alfred Döblins Bezug zum Judentum: Biografische Untersuchung des Autors, seines persönlichen Verhältnisses zum Judentum sowie seiner Reiseerfahrungen in Polen.
8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Ergebnisse in den Kontext von Döblins Gesamtwerk.
Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz, literarischer Antisemitismus, jüdische Figuren, Jiddisch, Ostjudentum, Stereotype, Identität, Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine, Verratenes Volk, Reise in Polen, Literaturwissenschaft, Weimarer Republik, Diaspora, Assimilation.
Die Arbeit untersucht, wie Alfred Döblin in seinem Roman Berlin Alexanderplatz sowie in zwei weiteren Werken (Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine und Verratenes Volk) jüdische Figuren darstellt und ob diese Darstellung als Ausdruck von literarischem Antisemitismus zu werten ist.
Die zentralen Themen sind die literarische Charakterisierung jüdischer Figuren, die Verwendung von Klischees und Sprachmustern (insbesondere Jiddisch) sowie der Einfluss von Döblins eigener Biografie und Identitätssuche auf seine literarische Arbeit.
Ziel ist es zu überprüfen, ob sich in den Werken ein intentionaler oder fahrlässiger literarischer Antisemitismus nachweisen lässt oder ob die Figurenzeichnung eine realistische Spiegelung des damaligen sozialen Kontextes darstellt.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die sich auf Kriterien für literarischen Antisemitismus (u.a. nach Martin Gubser und Klaus-Michael Bogdal) stützt und diese mit biographischen Hintergründen des Autors sowie zeitgeschichtlichen Kontexten verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Werke, den Vergleich der Figurendarstellungen über Döblins Schaffensperioden hinweg und die Untersuchung von Döblins persönlichem Bezug zum Judentum und seiner Identität.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie literarischer Antisemitismus, Alfred Döblin, jüdische Identität, Jiddisch, Stereotype und Literatur der Moderne charakterisieren.
Die Reise war ein zentrales Ereignis, das Döblins Interesse am Ostjudentum weckte und seinen Blick von der Ablehnung oder Gleichgültigkeit hin zu einer faszinierten, wenn auch ambivalenten Auseinandersetzung mit der jüdischen Kultur und Tradition verschob.
Ja, die Arbeit zeigt eine deutliche Entwicklung: Während im Frühwerk (Wadzeks Kampf) eher klischeehafte und negativ konnotierte Darstellungen dominieren, sind die Figuren in Berlin Alexanderplatz realistischer gezeichnet. Im Spätwerk (Verratenes Volk) wird die Darstellung durch die persönliche Exilerfahrung Döblins diffuser und spiegelt eine kritische Distanz und Hilflosigkeit wider.
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