Masterarbeit, 2015
107 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Was sind Cultural Studies?
2.1 Eine erste Annäherung
2.1.1 Ausgewählte Definitionsversuche
2.1.2 Fünf wesentliche Charaktermerkmale
2.1.3 Der Kulturbegriff der Cultural Studies
2.2 „Ringen mit den Engeln“ - das theoretische Grundgerüst der Cultural Studies
2.2.1 Die drei Entwicklungsphasen nach Rainer Winter
2.2.2 Zwischen Kulturalismus und Strukturalismus
2.2.3 Kodieren und Dekodieren nach Stuart Hall - ein grundlegendes Modell
2.3 „Die Werkzeugkiste der Cultural Studies“ - praktische Forschungsansätze
2.3.1 Forschungsfelder und „Untersuchungsgegenstände“
2.3.2 Methodenvielfalt
2.3.3 Zwei Beispiele aus der Forschungspraxis
2.3.3.1 Beispiel 1: Subkulturstudien nach Dick Hebdige
2.3.3.2 Beispiel 2: Populärkulturstudien nach John Fiske
2.4 Zwischenfazit I
3. Cultural Studies goes to school I - eine Verortung des Cultural Studies-Ansatzes im theoretischen Kontext der allgemeinen Pädagogik
3.1 Ursprünge der Cultural Studies in der Erwachsenenbildung
3.2 Allgemeines zur Wechselbeziehung zwischen Cultural Studies und Pädagogik
3.3 Cultural Studies und die Kritische Pädagogik
3.3.1 Der Ansatz von Henry Giroux
3.3.2 Der Ansatz von David Buckingham
3.4 Zwischenfazit II
4. Cultural Studies goes to school II - eine qualitativ-empirische Verortung des Cultural Studies-Ansatzes im Musikunterricht der Oberstufe
4.1 Forschungsanliegen und Untersuchungsgegenstand im Allgemeinen
4.2 Gruppendiskussionen
4.2.1 Spezifische Forschungsfragen
4.2.2 Methodisches Vorgehen
4.2.2.1 Qualitative Interviewforschung in Form von Gruppendiskussionen
4.2.2.2 Darstellung des spezifischen Untersuchungsgegenstandes
4.2.2.3 Sampling, Feldzugang und Durchführung
4.2.3 Auswertung der Gruppendiskussionen
4.2.3.1 Transkription
4.2.3.2 Analysemethoden
4.2.4 Ergebnisse
4.2.4.1 Ergebnisse der Gruppendiskussion in Kurs A
4.2.4.2 Ergebnisse der Gruppendiskussion in Kurs B
4.2.4.3 Zusammenfassender Vergleich
4.3 Einzelinterviews
4.3.1 Spezifische Forschungsfragen
4.3.2 Methodisches Vorgehen
4.3.2.1 Qualitative Forschung in Form von offenen Leitfadeninterviews
4.3.2.2 Darstellung des spezifischen Untersuchungsgegenstands
4.3.2.3 Sampling, Feldzugang und Durchführung
4.3.3 Auswertung der Interviews
4.3.3.1 Transkription
4.3.3.2 Analysemethode
4.3.4 Ergebnisse
4.3.4.1 Zusammenfassung des Interviews mit Schüler A
4.3.4.2 Zusammenfassung des Interviews mit Schülerin B
4.3.4.3 Zusammenfassung des Interviews mit Schüler C
4.3.4.3 Zusammenfassung des Interviews mit Schülerin D
4.3.4.4 Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Einzelinterviews
4.4 Synthese der Ergebnisse aus den Gruppendiskussionen und Einzelinterviews - ein kritisches Resümee
4.5 Kritische Reflexion des Forschungsprozesses
5. Diskussion
5.1 Vorschläge für eine weiterreichende Transformation des Cultural Studies-Ansatzes in den Musikunterricht der Oberstufe
5.2 Abschließendes Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern der Ansatz der Cultural Studies, der bisher kaum didaktisch für den Musikunterricht aufbereitet wurde, sinnvoll in den Musikunterricht der gymnasialen Oberstufe integriert werden kann, um die kritische Handlungsfähigkeit (agency) von Jugendlichen zu fördern.
1. Einleitung
Was bewegt eine Schülerband dazu, sich nächtelang in einem modrigen und dunklen Kellerraum zu verbarrikadieren und unter ohrenbetäubender Lautstärke die immer selben Songs zu repetieren? Was möchten eine Sängerin wie Conchita Wurst, die Punkband The Clash oder der Rapper Haftbefehl eigentlich zum Ausdruck bringen? Warum verkleiden sich 15-jährige Jugendliche in ihrer Freizeit als Figuren aus Manga-Comics und erlernen das Spielen der Kugelflöte Okarina? Oder warum kommen Menschen dazu, sich als Hippies, Sludger, Slacker, Neogothiker, Cybers, Flattheads, Trancer, Gothic Lolitas, Goa heads, Noiser, Emos, Shoegazer oder Jumpstyler zu bezeichnen? Kurzum: Welcher Sinn kann Populärkulturen und Subkulturen1 zugeschrieben werden?
Mögliche Antworten auf diese Fragen können die Cultural Studies liefern: Diesem Ansatz folgend lassen sich populärkulturelle und subkulturelle Phänomene, die weniger als bedeutungsschwangere Objekte, denn vielmehr als soziale Prozesse verstanden werden, auch als „Kunst des Eigensinns“2 deuten.
Kultur ist demnach ein Medium für spontane Kreativitätsäußerungen im Alltagsleben, über die Kritik an dominanten gesellschaftlichen Zuständen geübt werden kann.3 Das Projekt der Cultural Studies beschäftigt sich, einer ersten groben Orientierung nach, „mit Subkulturen, Gegenkulturen, Minderheiten, alternativen Strömungen, mit deren Widerstandsformen, Widerspenstigkeiten, symbolischen Einwänden sowie kleinen, oft unbemerkt bleib-enden Veränderungen in alltäglichen Praktiken.“4
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, warum Jugendliche populärkulturelle und subkulturelle Phänomene verfolgen und wie der Ansatz der Cultural Studies diese als Ausdruck von Eigensinn und sozialer Praxis verstehen kann.
2. Was sind Cultural Studies?: Dieses Kapitel bietet eine komprimierte theoretische Einführung in die Cultural Studies, ihre transdisziplinäre Natur sowie zentrale Konzepte wie Macht, Kultur und Identität.
3. Cultural Studies goes to school I - eine Verortung des Cultural Studies-Ansatzes im theoretischen Kontext der allgemeinen Pädagogik: Hier wird der Ansatz der Cultural Studies im pädagogischen Kontext verortet, wobei insbesondere auf die Kritische Pädagogik und Ansätze von Giroux und Buckingham eingegangen wird.
4. Cultural Studies goes to school II - eine qualitativ-empirische Verortung des Cultural Studies-Ansatzes im Musikunterricht der Oberstufe: Das Kernkapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise und die Ergebnisse der empirischen Studie zu Meinungsbildern von Schülern im Musikleistungskurs.
5. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse, liefert konkrete Ansätze für eine didaktische Transformation in den Musikunterricht und zieht ein abschließendes Fazit zur Integration des Ansatzes.
Cultural Studies, Musikunterricht, Populärkultur, Subkultur, Identität, Macht, Eigensinn, Agency, Kritische Pädagogik, Musikpädagogik, Qualitative Forschung, Gruppendiskussion, Leitfadeninterview, Schülermeinungen, Alltagskultur
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie der theoretische Ansatz der Cultural Studies gewinnbringend in den Musikunterricht der gymnasialen Oberstufe integriert werden kann.
Zentral sind die Konzepte von Kultur, Macht und Identität sowie die Analyse von Subkulturen und Populärkultur im Kontext der Lebenswelt von Jugendlichen.
Ziel ist es, das Meinungsbild von Schülern zu erforschen und Ansätze für einen kritischen, lebensweltorientierten Musikunterricht zu entwickeln.
Die Arbeit nutzt ein qualitativ-empirisches Vorgehen mit Triangulation: Es wurden Gruppendiskussionen in zwei Musikkursen durchgeführt und durch Einzelinterviews ergänzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Verortung (inkl. Pädagogik) und eine umfangreiche empirische Studie inklusive Auswertung und Synthese der Ergebnisse.
Charakteristisch sind die Begriffe "Eigensinn", "Agency", "Macht-Musik-Identität" sowie "kultureller Kreislauf".
Der Begriff dient als Obertitel und konzeptionelle Klammer, um populärkulturelle Phänomene als Ausdruck einer widerständigen Handlungsmacht (Agency) zu verstehen.
Sie bildet den bisherigen Schwerpunkt im Musikunterricht, wird von Schülern jedoch als normativ empfunden, wobei sie den Wunsch nach einer stärkeren Einbindung aktueller populärer Musik äußern.
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