Bachelorarbeit, 2016
58 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Rechtliche Grundlagen und die Bedeutung der Schulsozialarbeit
2.1 Rechtliche Grundlagen
2.1.1 Das Kinder- und Jugendhilfegesetz
2.1.2 Die Kinder- und Jugendberichte der Bundesregierung
2.2 Die Bedeutung der Schulsozialarbeit
2.2.1 Definition
2.2.2 Entstehung und Entwicklung
2.2.3 Aufgaben der Schulsozialarbeit
3 Lebenswelten von Schüler_innen, Lehrkräften und Schulsozialarbeiter_innen. Der schulische Alltag
3.1 Lebenswelt Schule: Lehrkräfte als Zielgruppe
3.2 Lebenswelt Schule: Schüler_innen als Zielgruppe
3.3 Lebenswelt Schule: Schulsozialarbeiter_innen als Akteur_innen
4 Demokratieerziehung in der offenen Jugendarbeit: Aus der Jugendarbeit lernen? Nutzen einer Ressource
4.1 Demokratieerziehung in der offenen Jugendarbeit: Prinzipien, Ziele und Methoden
4.2 Demokratieerziehung in der offenen Jugendarbeit: Grundlagen und Rahmenbedingungen für die Praxis
4.2.1 Grundlagen: Wie gelingen Zugänge, insbesondere zu bildungsfernen Jugendlichen?
4.2.2 Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für die Praxis
5 Jugendarbeit vs. Schule: Wo und wie können die aus der Jugendarbeit abgeleiteten Bildungsprozesse in der Institution Schule stattfinden?
5.1 Jugendarbeit vs. Schule: Der Grundkonflikt
5.2 Jugendarbeit vs. Schule: Vom Objekt zum Subjekt. Umdenken im Politikunterricht.
5.3 Die Funktion von Jugendarbeit an formalen Bildungsorten: Plädoyer für einen ganzheitlichen Bildungsbegriff
6 Möglichkeiten der Demokratieförderung an Schulen und die Rolle der Schulsozialarbeit: Gelingende Praxisbeispiele
6.1 Themenbearbeitung: Möglichkeiten der Demokratieförderung durch Themen
6.1.1 Beispielthemen: Rechtsextremismus und Migration
6.1.2 Beispielthema: Homophobie
6.2 Beteiligungsformen. Möglichkeiten der Demokratieförderung durch Beteiligung
6.2.1 Das Wahlrecht als zentrale Demokratienorm
6.2.2 Mitbestimmung und Meinungsfreiheit als zentrale Demokratienormen
6.2.3 Das Projekt Kleine Kiezreporter als Beteiligungsform: Non-formales Lernen an non-formalen Bildungsorten
7 Formale Standards und Rahmenbedingungen zur Umsetzung
7.1 Personelle, finanzielle und räumliche Rahmenbedingungen
7.2 Interne Kooperation als Standard: Vernetzung mit Schule
7.3 Externe Kooperation als Standard: Vernetzung mit Einrichtungen
8 Evaluation und Wirksamkeit
8.1 Die Berliner Wirksamkeits- und Qualitätsdialoge
8.2 Evaluation Politischer Bildungsarbeit mit Jugendlichen
9 Resümee
10 Ausblick. Schulsozialarbeit und die Möglichkeiten einer jugendarbeitgestützten Demokratieförderung. Chancen, Stolpersteine und weitere Herausforderungen
10.1 Chancen und Möglichkeiten: Aus der Jugendarbeit lernen
10.2 Stolpersteine und andere Schwierigkeiten
10.3 Weitere Herausforderungen: Die Flüchtlingssituation als aktuelle Herausforderung an Schule und Jugendhilfe
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Demokratieförderung an Schulen aus der Perspektive der Schulsozialarbeit und erforscht, wie Ansätze und Methoden der offenen Jugendarbeit erfolgreich als Ressource in den schulischen Alltag integriert werden können.
3 Lebenswelten von Schüler_innen, Lehrkräften und Schulsozialarbeiter_innen. Der schulische Alltag
„Eine der Lieblingsbeschimpfungen aller Schüler ist ja der Spast. Jedes Mal wenn ich das Wort höre, frage ich die Schüler ,Weißt Du denn, was ein Spast ist?‘ Und ich bekomme immer die gleiche Antwort, ,Ja klar. Ein Spast ist ein kleiner Vogel‘. Da steht also ein riesiger arabischer Schüler vor mir, wahrscheinlich mit Totschläger und Messer in der Tasche und einer kiloschweren Schüler- und Polizeiakte und denkt ein Spast sei ein kleiner Vogel“ (Frau Freitag 2011, S. 135).
Dieser Auszug aus der Publikation Chill mal, Frau Freitag (vgl. Frau Freitag 2011) bietet einen absurd-komischen, aber dennoch alltagsnahen Einblick in die Lebenswelten Berliner Brennpunktschulen. Was besonders an der Lektüre fesselt, ist die engagierte Lehrerin Frau Freitag, die mit vielen kleinen aber auch liebenswerten Anekdoten über den Alltag in ihrer Klasse berichtet. Frau Freitag hat Spaß an ihrem Beruf und verzweifelt nicht am Alltagsstress. Die Jugendlichen werden ernst genommen und man spürt sogar eine gewisse Zuneigung zu ihnen. Als Leser_in wird man Zeuge eines lebendigen und authentischen Lehrer_in-Schüler_in-Verhältnis. Frau Freitag vermittelt Attribute, wie Authentizität, Spaß und Offenheit, welche die Vertrauens- und Beziehungsarbeit ermöglichen. Diese garantieren eigentlich einen vielversprechenden Lernerfolg. Der Alltag sieht aber für viele Beteiligte in der Schule anders aus: Mobbing, Gewalt, Ganztag, Elternabend, Unterrichtsvorbereitung, Schulhilfekonferenz, Vertretungsstunden, Konkurrenzdruck, Schuldistanz, Aggressionen, Duales Lernen, Binnendifferenzierung, Prüfungsangst, Willkommensklassen, usw.
Vor der Auseinandersetzung mit Formen Politischer Bildung und der Rolle der Schulsozialarbeit soll in diesem Kapitel der Alltag und die Lebenswelt der verschiedenen Zielgruppen in den Blick genommen werden. Grundlage für eine gelingende schulsozialpädagogische Arbeit im Bereich Demokratieförderung ist ein reflektiertes Bewusstsein für die Ambivalenz zwischen gesetzlichem Auftrag einerseits und der Wirklichkeit im schulischen Alltag andererseits. Das Kapitel beschreibt die vorherrschende Ambivalenz zwischen normativen Vorgaben (Bildungs- und Erziehungsauftrag von Jugendhilfe) einerseits und der Alltags- und Lebenswelt von Schüler_innen, Lehrkräften und Schulsozialarbeiter_innen andererseits. Die nachfolgenden Kapitel vertiefen im Anschluss die Grundkonflikte, die sich aus der Kooperation von Schule und Jugendhilfe ergeben.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den hohen Anforderungsdruck im Schulalltag und stellt die Forschungsfrage, inwiefern Schulsozialarbeit demokratiefördernde Impulse aus der Jugendarbeit nutzen kann.
2 Rechtliche Grundlagen und die Bedeutung der Schulsozialarbeit: Dieses Kapitel erläutert die rechtliche Legitimation der Schulsozialarbeit durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) und relevante Berichte der Bundesregierung.
3 Lebenswelten von Schüler_innen, Lehrkräften und Schulsozialarbeiter_innen. Der schulische Alltag: Hier werden die Belastungssituationen der verschiedenen Akteure im Schulalltag sowie deren jeweilige Lebenswelten aus sozialpädagogischer Perspektive analysiert.
4 Demokratieerziehung in der offenen Jugendarbeit: Aus der Jugendarbeit lernen? Nutzen einer Ressource: Das Kapitel definiert Prinzipien, Ziele und Methoden der politischen Bildung in der Jugendarbeit als wertvolle Ressource für die Schule.
5 Jugendarbeit vs. Schule: Wo und wie können die aus der Jugendarbeit abgeleiteten Bildungsprozesse in der Institution Schule stattfinden?: Hier werden die Grundkonflikte zwischen den starren Strukturen der Schule und den flexiblen Ansätzen der Jugendarbeit erörtert.
6 Möglichkeiten der Demokratieförderung an Schulen und die Rolle der Schulsozialarbeit: Gelingende Praxisbeispiele: Anhand konkreter Projekte wie dem Klassenrat oder U-18-Wahlen wird die praktische Umsetzung demokratischer Partizipation aufgezeigt.
7 Formale Standards und Rahmenbedingungen zur Umsetzung: Dieses Kapitel behandelt die notwendigen personellen, finanziellen und räumlichen Voraussetzungen für eine professionelle Schulsozialarbeit.
8 Evaluation und Wirksamkeit: Hier wird die Bedeutung von Qualitätsmanagement und Wirkungsforschung für die pädagogische Arbeit diskutiert.
9 Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die Chancen einer engen Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe.
10 Ausblick. Schulsozialarbeit und die Möglichkeiten einer jugendarbeitgestützten Demokratieförderung. Chancen, Stolpersteine und weitere Herausforderungen: Der Ausblick reflektiert zukünftige Entwicklungen, insbesondere im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie die Integration geflüchteter Kinder.
Schulsozialarbeit, Demokratieerziehung, Jugendhilfe, Partizipation, Politische Bildung, Lebensweltorientierung, Kooperation, Schulentwicklung, Soziale Arbeit, Demokratieförderung, Bildungslandschaften, Offene Jugendarbeit, Inklusion, Qualitätsentwicklung, Schülerbeteiligung
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten, wie Schulsozialarbeit durch Konzepte der außerschulischen Jugendarbeit Demokratieerziehung an Schulen effektiv stärken kann.
Zu den zentralen Themen gehören die rechtlichen Grundlagen der Schulsozialarbeit, die Analyse schulischer Lebenswelten, Methoden politischer Bildung und die Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Ansätze und Methoden der Jugendarbeit – wie Freiwilligkeit und Mitbestimmung – in das System Schule integriert werden können, um Demokratielernen praktisch erfahrbar zu machen.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse sowie die Untersuchung gelungener Praxisbeispiele, um theoretische Konzepte mit der schulischen Realität zu verknüpfen.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen konkrete Praxisbeispiele wie der Klassenrat, Schülerhaushalte und das Projekt „Kleine Kiezreporter“ detailliert ausgewertet.
Wesentliche Begriffe sind Schulsozialarbeit, Demokratieerziehung, Partizipation, Politische Bildung und Lebensweltorientierung.
Die Arbeit identifiziert einen Grundkonflikt zwischen dem leistungsorientierten Zwangssystem der Schule und dem freiwilligkeitsbasierten, subjektorientierten Ansatz der Jugendhilfe.
Es dient als Paradebeispiel für non-formales Lernen im Sozialraum, bei dem Schüler aktiv ihre Umgebung erkunden und durch Interviews politische Selbstwirksamkeit erleben.
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