Bachelorarbeit, 2013
38 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Nutzungsprozesse
2.1 Nutzungsprozesse: eine neue Sichtweise auf Nutzen
2.2 Definition des Begriffes „Nutzungsprozesse“
2.3 Charakteristika der Nutzungsprozesse
2.3.1 Multipersonalität
2.3.2 Integrativität
2.3.3 Kontinuität
2.4 Einordnung der Nutzungsprozesse in das organisationale Geschehen
2.4.1 Nutzungsprozess als Teil des Leistungserstellungsprozesses
2.4.2 Beziehung zwischen Nutzungs- und Beschaffungsprozessen
3 „Usage Center“
3.1 Definition des Begriffes und Bedeutung des Konzeptes
3.2 Akteure im Usage Center
3.3 Einflüsse auf das „Usage Center“
3.3.1 Persönliche Einflüsse
3.3.2 Interpersonale Einflüsse
3.3.3 Organisationale Einflüsse
3.3.4 Umwelteinflüsse
4 Auswirkungen der Nutzungsprozesse
4.1 Auswirkungen auf Nachfragerunternehmen
4.2 Auswirkungen auf Anbieterunternehmen
5 Limitationen der Arbeit und Anregungen für zukünftige Forschung
Die Arbeit untersucht das bisher wenig erforschte Konzept der Nutzungsprozesse im Business-to-Business-Bereich, um ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Nutzen bei Nachfragerunternehmen entsteht und wie dieser durch Anbieter beeinflusst werden kann. Hierfür wird das Modell des „Usage Centers“ als Analogie zum bekannten „Buying Center“ eingeführt, um die Akteure, Rollen und Einflussfaktoren auf die Nutzungsphase zu systematisieren.
3.2 Akteure im Usage Center
In diesem Abschnitt wird auf die Akteure des Usage Centers und insbesondere auf ihr Verhalten näher eingegangen. Zur Untersuchung der Verhaltensweisen und Einflüsse von Akteuren wurden die sogenannten Partialansätze entwickelt, die das Verhalten und die Einflüsse der Akteure im Buying Center beschreiben. Die bekanntesten Ansätze sind dabei das Rollenkonzept von Webster und Wind (1972) und das Promotoren-Opponenten-Modell von Witte (1973).
Nach Webster und Wind (1972) gibt es 5 Arten von Funktionen bzw. Rollen, die die Akteure des Buying Centers einnehmen können.
(1) „Buyer“ (=“Einkäufer“): „Einkäufer besitzen die formelle Autorität zur Verhandlung von Lieferkonditionen, zur Anbieterauswahl und zum Abschluss von Lieferverträgen.“ (Rolfes 2008) „Ihr Entscheidungsspielraum [kann] durch den Einfluss weiterer Buying Center-Mitglieder eingeschränkt [werden].“ (Rolfes 2008)
(2) „User“ (=“Verwender“): „[Das sind] Personen, die mit den Beschaffungsobjekten arbeiten. Verwender initiieren oftmals den Beschaffungsprozess und formulieren Anforderungen an das zu beschaffende Gut bzw. die zu beschaffende Dienstleistung.“ (Rolfes 2008)
(3) „Influencer“ (=“Beeinflusser“): Beeinflusser sind diejenigen Buying Center-Mitglieder, die direkten oder indirekten Einfluss auf Beschaffungs- und Nutzungsentscheidungen ausüben (Webster and Wind 1972), „indem sie Informationen oder Bewertungskriterien bereitstellen, die Beschaffungsalternativen ausweiten oder einschränken“ (Rolfes 2008).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer dynamischen Betrachtung des Nutzens im B-2-B-Bereich und stellt das Konzept des „Usage Centers“ als zentrales Untersuchungsobjekt vor.
2 Nutzungsprozesse: Dieses Kapitel definiert Nutzungsprozesse, beschreibt deren zentrale Merkmale wie Multipersonalität und Integrativität und ordnet sie als eigenständige Phase in den Beschaffungs-Nutzungskreislauf ein.
3 „Usage Center“: Das Kapitel führt das Modell des Usage Centers ein, analysiert die beteiligten Akteure und untersucht die verschiedenen persönlichen, interpersonalen, organisationalen und umweltbezogenen Einflussfaktoren.
4 Auswirkungen der Nutzungsprozesse: Hier werden die Konsequenzen der Nutzungsprozesse für Nachfrager- und Anbieterunternehmen diskutiert, wobei insbesondere die Chancen zur Kundenbindung und die Risiken bei fehlerhaften Prozessen hervorgehoben werden.
5 Limitationen der Arbeit und Anregungen für zukünftige Forschung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert die Grenzen der Arbeit und zeigt auf, dass für dieses neue Forschungsfeld noch umfangreicher empirischer Untersuchungsbedarf besteht.
Nutzungsprozess, Usage Center, B-2-B-Marketing, Wertschöpfung, Anbieterintegration, Beschaffung, Buying Center, Nutzenentfaltung, Kundenbindung, Investitionsgüter, Organisationsverhalten, Dienstleistungsmarketing, Innovationsmanagement, Rollenkonzept, Wertschöpfungsprozess.
Die Arbeit behandelt die „Nutzungsphase“ im Business-to-Business-Bereich als einen eigenständigen, dynamischen Wertschöpfungsprozess, der bisher in der Marketingforschung oft vernachlässigt wurde.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Definition von Nutzungsprozessen, die Übertragung von Buying-Center-Konzepten auf die Nutzungsphase („Usage Center“) sowie die Auswirkungen dieser Prozesse auf Geschäftsbeziehungen.
Die Arbeit zielt darauf ab, zu klären, was Nutzungsprozesse definitorisch sind, welche Charakteristiken sie aufweisen, wie sie im Unternehmen beeinflusst werden und welche Konsequenzen sie für Anbieter und Nachfrager haben.
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse und konzeptionelle Modellbildung, indem sie bestehende Ansätze zum Buying Center (z.B. von Webster und Wind) und zum prozessorientierten Marketing auf Nutzungsprozesse überträgt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der Nutzungsprozesse, die detaillierte Vorstellung des Usage-Center-Modells mit Akteuren und Einflussfaktoren sowie eine Analyse der Auswirkungen auf die beteiligten Unternehmen.
Zentrale Begriffe sind neben Nutzungsprozess und Usage Center vor allem die Anbieterintegration, die Multipersonalität der Nutzung sowie die wertschöpfende Rolle des Kunden im B-2-B-Bereich.
Während das Buying Center primär den Beschaffungs- und Auswahlprozess eines Gutes betrachtet, konzentriert sich das Usage Center auf die Personen und Rollen, die nach dem Kauf aktiv an der Nutzung des Gutes zur Leistungserstellung beteiligt sind.
Die Autorin argumentiert, dass Anbieter durch eine aktive Begleitung der Nutzung (Anbieterintegration) Fehler reduzieren, die Effektivität steigern und die Basis für langfristige, freiwillige Kundenbindungen schaffen können.
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