Bachelorarbeit, 2015
75 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Arbeit
2. Gegenwärtige Grundlagen zur Ertragsrealisierung
2.1 Erträge und Aufwendungen vs. Erlöse und Kosten
2.2 IAS 11 Fertigungsaufträge
2.2.1 Intentionen
2.2.2 Fertigungsauftrag
2.2.3 Vertragsarten
2.2.4 Auftragserlöse
2.2.5 Auftragskosten
2.3 IAS 18 Umsatzerlöse
2.3.1 Intentionen
2.3.2 Umsatzerlöse und deren Realisationszeitpunkt
2.3.2.1 Verkauf von Gütern
2.3.2.2 Erbringung von Dienstleistungen
2.3.2.3 Zinsen, Nutzungsentgelte und Dividenden
2.3.3 Abgrenzung zum IAS 11 Fertigungsaufträge
2.3.4 Mehrkomponentenverträge
3. Gegenwärtige Bilanzierungsmethoden
3.1 Percentage-of-Completion-Methode
3.1.1 Input-orientierte Verfahren
3.1.2 Output-orientierte Verfahren
3.2 Modifizierte Completed-Contract-Methode
3.3 Erwartete Verluste
3.4 Verdecktes Wahlrecht
3.5 Latente Steuern
3.6 Konzeptionen zur Ertragsrealisierung bei Mehrkomponentenverträgen
4. Zukünftige Bilanzierungsmethoden nach IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden
4.1 Intentionen des IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden
4.2 Modell zur Ertragsrealisierung
4.2.1 Identifizierung der Verträge mit einem Kunden
4.2.2 Identifizierung der Leistungsverpflichtungen
4.2.3 Bestimmung des Transaktionspreises
4.2.4 Verteilung des Transaktionspreises
4.2.5 Ertragsrealisierung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtungen
4.3 Abgrenzungen zur gegenwärtigen Bilanzierung
4.3.1 Branchenspezifische Auswirkungen
4.3.2 Anhangangaben
5. Praktische Anwendung
5.1 Langfristige Fertigungsaufträge
5.1.1 Anwendung der Percentage-of-Completion-Methode
5.1.1.1 Betrachtungen ohne Berücksichtigung latenter Steuern
5.1.1.2 Betrachtungen mit Berücksichtigung latenter Steuern
5.1.2 Anwendung der modifizierten Completed-Contract-Methode
5.2 Mehrkomponentenverträge
5.2.1 Gegenwärtige Bilanzierung
5.2.2 Zukünftige Bilanzierung nach IFRS 15
5.2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
6. Vergleich zur Bilanzierung nach HGB und deutschem Steuerrecht
6.1 Langfristige Fertigungsaufträge
6.2 Umsatzerlöse
6.3 Aktuelle Entwicklungen
7. Fazit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die bestehenden Regelungslücken in der Ertragsrealisierung nach den Standards IAS 11 und IAS 18 zu analysieren und kritisch gegenüber der neuen Vorgehensweise durch den IFRS 15 zu würdigen. Dabei steht die Untersuchung der Transparenz und Vergleichbarkeit von Finanzinformationen im Vordergrund.
3.4 Verdecktes Wahlrecht
Bei Betrachtung der erforderlichen Bedingungen, die zur Anwendung der PoC-Methode führen (vgl. 3.1 Percentage-of-Completion-Methode), fällt auf, dass das Management des Unternehmens ein verdecktes Wahlrecht hinsichtlich der Bewertung eines Fertigungsauftrages hat. So ist der Fertigungsauftrag als Produkt aus Fertigstellungsgrad und dem zu erwartenden Gesamtauftragserlös definiert. Das Ergebnis des vorgenannten Produktes verändert sich, sobald sich entweder der Faktor „Fertigstellunggrad“ oder der Faktor „zu erwartender Gesamterlös“ verändert. Der Faktor „zu erwartender Gesamterlös“ ist aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen (vgl. 2.2.3 Vertragsarten) weitestgehend fix; beeinflussbar bleibt hingegen der Faktor „Fertigstellungsgrad“.
Diesen kann das Management gestalten, indem bspw. die bis zur Fertigstellung des Auftrages noch anfallenden Kosten – und damit die Gesamtkosten des Fertigungsauftrages – höher bewertet werden. Als Folge dessen verkleinert sich aufgrund des höheren Nenners des Faktors „Fertigstellungsgrad“ der Wert des Fertigungsauftrages zum Bilanzstichtag entsprechend. Gleichermaßen kann das Management Einfluss auf den Wertansatz des Fertigungsauftrages nehmen, indem die zuverlässige Schätzung der noch anfallenden bzw. der Gesamtkosten oder des Fertigstellungsgrades des Fertigungsauftrages verneint wird. Daraus ergibt sich aufgrund des Grundsatzes der verlustfreien Bewertung die Anwendung der modifizierten Completed-Contract-Methode (vgl. 3.2 Modifizierte Completed-Contract-Methode), sodass der Fertigungsauftrag mit den bislang angefallenen Kosten angesetzt werden muss.
Die Möglichkeit, durch die Ausübung des o. g. Wahlrechtes die Bewertung des Fertigungsauftrages bewusst zu steuern, wird in der Literatur oft kritisiert. Durch die Anwendung der Completed-Contract-Methode ließen sich eine höhere Verlässlichkeit und eine geringere Manipulierbarkeit in der Bewertung langfristiger Fertigungsaufträge erreichen. Auch in Bezug auf vergangene Finanzmarktkrisen wird – unter anderem – eine Verbindung zur Fair-Value-Bilanzierung hergestellt und die Argumentation zur Completed-Contract-Methode unterstützt.
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung der Arbeit, die sich aus der Kritik an den Standards IAS 11 und IAS 18 sowie den Zielen der internationalen Harmonisierung der Rechnungslegung ergibt.
2. Gegenwärtige Grundlagen zur Ertragsrealisierung: Hier werden die bestehenden Bilanzierungsstandards IAS 11 und IAS 18 hinsichtlich ihrer Intentionen, Begriffsdefinitionen und Realisationszeitpunkte detailliert behandelt.
3. Gegenwärtige Bilanzierungsmethoden: Dieses Kapitel stellt die Methoden PoC und Completed-Contract sowie das Problemfeld latenter Steuern und Konzeptionen für Mehrkomponentenverträge dar.
4. Zukünftige Bilanzierungsmethoden nach IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden: Es wird das neue 5-Schritte-Modell des IFRS 15 eingeführt, welches die bisherigen Standards ersetzen und Regelungslücken schließen soll.
5. Praktische Anwendung: Anhand praxisnaher Fallbeispiele zur Langfristfertigung und zu Mehrkomponentenverträgen werden die Auswirkungen der verschiedenen Standards veranschaulicht.
6. Vergleich zur Bilanzierung nach HGB und deutschem Steuerrecht: Dieser Abschnitt vergleicht die internationalen Standards mit den deutschen Rechnungslegungsvorschriften, insbesondere unter Berücksichtigung des Realisationsprinzips.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Würdigung der Änderungen durch den IFRS 15 und bewertet dessen Auswirkungen auf die Komplexität und Dokumentationspflichten in Unternehmen.
Ertragsrealisierung, IAS 11, IAS 18, IFRS 15, Fertigungsaufträge, Mehrkomponentenverträge, Percentage-of-Completion, Completed-Contract, Umsatzrealisierung, Bilanzierung, Finanzberichterstattung, Latente Steuern, Leistungsverpflichtung, Transaktionspreis, HGB.
Die Bachelor-Thesis befasst sich mit der internationalen Rechnungslegung und analysiert, wie Unternehmen Erträge realisieren können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der kritischen Gegenüberstellung der bisherigen Standards (IAS 11 und IAS 18) mit dem neuen Standard IFRS 15.
Zentral sind die Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge sowie die komplexe Behandlung von Mehrkomponentenverträgen, bei denen ein Bündel an Leistungen aus einem einzigen Vertrag resultiert.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch den IFRS 15 Regelungslücken geschlossen werden und ob der neue Standard tatsächlich zu mehr Transparenz und Vergleichbarkeit für den Investor beiträgt.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie auf die methodische Gegenüberstellung von Bilanzierungsmethoden, ergänzt durch die Konstruktion praxisnaher Fallbeispiele.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Ist-Situation nach IAS, die Vorstellung des neuen 5-Schritte-Modells nach IFRS 15 sowie den direkten Vergleich mit den Anforderungen des deutschen HGB und Steuerrechts.
Die Arbeit dreht sich primär um die Begriffe Ertragsrealisierung, IFRS 15, Fertigungsaufträge, Mehrkomponentenverträge und Bilanzierungsmethoden.
Während die IFRS eine Teilgewinnrealisierung über mehrere Perioden (via PoC-Methode) zulassen, orientiert sich das HGB stark am Realisationsprinzip, wodurch Gewinne in der Regel erst nach Übergabe des Auftrags realisiert werden dürfen.
Die Softwarebranche steht vor neuen Herausforderungen bei der Abgrenzung von Leistungsverpflichtungen, etwa bei der Kombination von Softwareverkauf mit Wartungsverträgen, was eine detaillierte Analyse der Vertragsbestandteile erforderlich macht.
Das Management hat ein verdecktes Wahlrecht bei der Schätzung des Fertigstellungsgrades, wodurch der Bilanzansatz beeinflusst werden kann. Kritiker sehen darin ein Potenzial zur Ergebnismanipulation, das der IFRS 15 durch detailliertere Vorgaben einzugrenzen versucht.
Es gibt Bestrebungen, die Gewinnrealisierung für Werkleistungen auch bei Abschlagszahlungen zu ermöglichen, um eine Anpassung an wirtschaftliche Realitäten zu erreichen, obwohl die steuerrechtliche Anwendung der Completed-Contract-Methode weiterhin stark diskutiert wird.
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