Bachelorarbeit, 2015
37 Seiten
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsstand
1.3 Fragestellung und Zielperspektiven
2 Begriffserklärung
2.1 Kultur
2.2 Interkulturelle Pädagogik
2.3 Interkulturelle Kompetenz
2.4 Interkulturelle Kunstpädagogik
3 Handlungstheoretischer Bezugsrahmen: interkulturelle Pädagogik
3.1 Globalisierung und Lokalisierung
3.2 Postkoloniale Perspektive
3.3 Die Notwendigkeit interkulturellen Lernens
3.4 Neue Anforderungen an das Schulsystem
4 Interkulturelle Kunstpädagogik
4.1 Internationale Ausrichtung der Kunstpädagogik
4.2 Das Konzept der Interkulturelle Kunstpädagogik
4.3 Bildwelten in der interkulturelle Kunstpädagogik
4.4 Nürnberger-Paper
4.5 Reaktionen auf das Nürnberger-Paper
5 Interkulturalität im Lehrerberuf
5.1 Interkulturelle Erziehung in der Lehrerausbildung
5.2 Kompetenzen interkultureller Kunstpädagogen
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit, interkulturelle Ansätze fest in der Kunstpädagogik zu verankern, und analysiert die daraus resultierenden neuen Anforderungen an die Lehrperson im Kontext gesellschaftlicher Globalisierungsprozesse.
3.1 Globalisierung und Lokalisierung
Die Welt im 21. Jahrhundert ist geprägt von verschiedenen Modernisierungsprozessen. Insbesondere die Globalisierung hat eine neue Weltordnung geschaffen, welche die bisherigen Ordnungssysteme und Formen nationalstaatlicher Souveränität in Frage stellt. Wie bereits in der Einleitung dargestellt, wächst die Heterogenität und die internationale Verflechtung in Wirtschaft, Politik, Kultur und Kommunikation steigt an. Die Durchdringung ist von einer Intensivierung der globalen Beziehungen sowohl auf individueller, gesellschaftlicher, institutioneller als auch staatlicher Ebene begleitet.
„Global icons“ und „global brands“, welche ein der Teil der ökonomischen Verflechtung sind, lassen Tendenzen der Vereinheitlichung in der globalen Waren- und Konsumwelt abzeichnen. Auch Interdependenzen in Dimensionen des Normativen und Politischen werden produziert, angefangen von den Menschenrechten bis zu den UNESCO-Konventionen, die für die Kunstpädagogik verbindlich sind. Im Zeitalter der Globalisierung geht es jedoch nicht nur darum, ein geordnetes und friedliches Mit-und Nebeneinander verschiedener Kulturen zu schaffen, sondern auch um das Anerkennen des Faktes, dass Prozesse der Überlagerung und Mischung ebenso an gesellschaftlicher und politischer Bedeutung gewinnen.
Die wachsende Heterogenität, geprägt durch migrationsbedingte Prozesse, hat weitreichende Folgen für die verschiedenen Formen menschlichen Zusammenlebens. Die Pluralisierung, die zunehmende Mobilisierung und die weltweite Vernetzung der Kommunikation lassen hybride Mischformen entstehen. Traditionelle Strukturen, Praktiken und Habitusformen können nicht mehr einzelnen nationalen oder soziokulturellen Milieus zugeordnet werden. Der Zugewinn des Individualisierungsprozesses und damit die steigende gesellschaftliche und ökologische Verantwortung des eigenen Handelns, gefördert durch transkulturelle und transnationale Differenzierungen, radikalisieren und beschleunigen sich. Daraus folgt, dass das Gefühl der subjektiven Zuständigkeit und Verantwortung als massive Überforderung des Einzelnen erfahren werden kann. Die wachsende Autonomie lässt das Gerüst der Gesellschaft und damit die Stabilität fragil erscheinen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen einer globalisierten Gesellschaft für das Bildungssystem und führt in die Problematik einer notwendigen interkulturellen Öffnung der Kunstpädagogik ein.
2 Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert zentrale Termini wie Kultur, interkulturelle Pädagogik und Kompetenz, um ein theoretisches Fundament für die Untersuchung zu legen.
3 Handlungstheoretischer Bezugsrahmen: interkulturelle Pädagogik: Es werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie Globalisierung und postkoloniale Einflüsse erörtert, die ein interkulturelles Lernen im Schulsystem zwingend erfordern.
4 Interkulturelle Kunstpädagogik: Dieses Kapitel fokussiert auf die fachspezifische Ausrichtung der Kunstpädagogik, das Nürnberger-Paper und die notwendige inhaltliche Neuorientierung des Kunstunterrichts.
5 Interkulturalität im Lehrerberuf: Die Ausführungen konzentrieren sich auf die Anforderungen an Lehrkräfte sowie die Notwendigkeit, interkulturelle Kompetenz bereits in der universitären Ausbildung als Querschnittsaufgabe zu verankern.
6 Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse und betont die Dringlichkeit einer systematischen Integration interkultureller Konzepte in die kunstpädagogische Theorie und Praxis.
Interkulturelle Kunstpädagogik, Kulturelle Bildung, Globalisierung, Transkulturalität, Lehrerbildung, Interkulturelle Kompetenz, Postkoloniale Perspektive, Heterogenität, Nürnberger-Paper, Bildwelten, Identität, Diversität, Schulentwicklung, Kunstvermittlung, Migrationsgesellschaft.
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit, interkulturelle Ansätze in der Kunstpädagogik zu etablieren und beschreibt die daraus resultierenden Qualifikationsanforderungen an Lehrkräfte.
Die Arbeit spannt den Bogen von den theoretischen Grundlagen der interkulturellen Pädagogik über die spezifische Anpassung der Kunstpädagogik bis hin zur Lehrerausbildung.
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass ein interkultureller Wandel in der Kunstpädagogik angesichts gesellschaftlicher Pluralität unerlässlich ist und wie dieser professionell umgesetzt werden kann.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse und dokumentarische Auswertung von Fachdiskursen, insbesondere in Bezug auf das "Nürnberger-Paper" und aktuelle erziehungswissenschaftliche Positionen.
Der Hauptteil analysiert die Modernisierungsprozesse der globalisierten Welt, die Rolle der Bilder in der interkulturellen Vermittlung sowie die Anforderungen an das Profil eines interkulturell kompetenten Lehrers.
Die Begriffe Interkulturalität, Transkulturalität, Lehrerprofessionalität und Kunstvermittlung sind für die Argumentationsstruktur der Arbeit maßgeblich.
Das Nürnberger-Paper dient der Arbeit als zentrales Dokument und programmatischer Leitfaden, der Handlungsempfehlungen für die interkulturelle Kunstpädagogik formuliert.
Die Autorin kritisiert das Festhalten an monokulturellen Traditionen und fordert eine grundlegende Neuausrichtung der universitären Ausbildung, um Lehrkräfte auf die Anforderungen einer heterogenen Gesellschaft vorzubereiten.
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