Diplomarbeit, 2004
51 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
3 indexierte Optionen
4 Empirie
4.1 Überblick
4.2 Daten und Modellierung
4.3 Vergleich der Studien
4.3.1 Buchführungskennzahlenorientiert
4.3.2 Marktwertorientiert
4.4 Resultat
5 Ursachen
6 Bewertung und Ausblick
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das theoretisch vorteilhafte, in der Praxis jedoch selten beobachtete Konzept der relativen Leistungsbewertung (rel. LB) bei der Vergütung von Top-Managern zu analysieren. Dabei wird untersucht, warum dieses Instrument trotz seiner theoretischen Fähigkeit, externe Risiken von der Managervergütung zu entkoppeln, nur begrenzt Anwendung findet und welche Faktoren (wie Steuern, Anreizstrukturen oder Hedging-Möglichkeiten) dieses Ergebnis beeinflussen.
4.2 Daten und Modellierung
Im Folgenden wird für jede Studie aufgeführt, woher deren Verfasser die notwendigen Daten bezogen haben, welche Performancemaße verwendet wurden und welche Vergütungskomponenten mit einbezogen worden sind. Teilweise wird auch kurz auf mögliche Beweggründe eingegangen, die zur Durchführung der Studien beigetragen haben. Ausführlich werden diese in Kapitel 5 behandelt.
Antle/Smith (1986) untersuchen sämtliche Vergütungsbestandteile (Grundgehalt, Boni, langfristige Komponenten) der drei bestbezahlten Manager nach Steuern in 39 Unternehmen der Flugzeug-, elektro-, und chemischen Industrie von 1947 bis 1977. Die Unternehmensperformance wird anhand des ROA und des Marktwertes gemessen, welche in systematische und unsystematische Komponenten unterteilt und miteinander verglichen werden. Antle und Smith betrachten Veränderungen der Vergütung in Bezug auf Veränderungen der relativen Performance.
Gibbons/Murphy (1990) abweichend zu Antle und Smith betrachten Gibbons und Murphy lediglich den Zusammenhang zwischen relativer Performance und der Veränderung der Vergütung. In Ihre Untersuchungen beziehen sie anfangs nur Barvergütungskomponenten mit ein, welche sie Forbes 1974-1986 entnehmen. Da sie die Indexierung langfristiger Vergütungsbestandteile nicht ausschließen, werden diese in einem nächsten Schritt ebenfalls erfasst.
1 Einleitung: Hinführung zum Thema der relativen Leistungsbewertung bei Top-Managern und Problemstellung bezüglich des seltenen Einsatzes trotz theoretischer Vorteile.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Prinzipal-Agenten-Theorie und wie relative Leistungsbewertung zur Verbesserung der Risikoallokation beiträgt.
3 indexierte Optionen: Analyse der Bedeutung indexierter Optionen als spezielle Form der relativen Leistungsbewertung im Vergleich zu konventionellen Optionen.
4 Empirie: Detaillierter Überblick über diverse empirische Studien, deren Datenbasis und Methoden zur Untersuchung der relativen Leistungsbewertung.
5 Ursachen: Umfassende Diskussion der Gründe für das häufige Nichtauffinden relativer Leistungsbewertung in der Praxis, wie Sabotage, Steuern oder Arbeitsmarkteffekte.
6 Bewertung und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der aktuellen Tendenz zur Verwendung relativer Leistungsbewertung sowie ein Ausblick auf die Situation in Deutschland.
Relative Leistungsbewertung, Prinzipal-Agenten-Theorie, Managementvergütung, Top-Manager, Marktwert, Rechnungswesenkennzahlen, indexierte Optionen, Risikoallokation, Leistungsanreize, Hedging, Arbeitsmarkttheorie, Vergütungsverträge, Unternehmensperformance.
Die Diplomarbeit untersucht die Anwendung und Wirksamkeit der relativen Leistungsbewertung (rel. LB) in Vergütungsverträgen von Top-Managern. Dabei steht die Frage im Zentrum, warum dieses theoretisch sinnvolle Instrument in der Praxis oft nicht oder nur eingeschränkt eingesetzt wird.
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen der Prinzipal-Agenten-Theorie, den empirischen Vergleich verschiedener Studien zur Managementvergütung sowie die kritische Analyse der Ursachen für die Diskrepanz zwischen Theorie und Anwendung.
Ziel ist es, die Gründe für das „Nichtbeobachten“ relativer Leistungsbewertung bei Top-Managern zu identifizieren, wobei insbesondere externe Einflüsse, steuerliche Rahmenbedingungen und strategische Anreizprobleme analysiert werden.
Der Autor führt eine umfassende Literaturanalyse und einen Vergleich verschiedener empirischer Studien durch, um die Wirksamkeit und Verbreitung der relativen Leistungsbewertung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Leistungsmaße (Marktwert vs. Buchführungskennzahlen) zu bewerten.
Der Hauptteil konzentriert sich auf eine detaillierte empirische Aufarbeitung bestehender Studien (u.a. Antle/Smith, Gibbons/Murphy) und diskutiert anschließend ausführlich mögliche Ursachen für das Scheitern oder die geringe Verbreitung des Konzepts, wie Sabotage, Kollusion oder das Hedging-Verhalten der Manager.
Wichtige Begriffe sind unter anderem die relative Leistungsbewertung, Prinzipal-Agenten-Theorie, indexierte Optionen, Risikoallokation, marktwert- und rechnungswesenorientierte Kennzahlen sowie das Trittbrettfahrerverhalten.
Steuerliche Nachteile führen dazu, dass indexierte Optionen oft nicht als performancebasiert eingestuft werden, was bei Gehältern über 1 Million US$ zu steuerlichen Problemen führt, weshalb Unternehmen eher auf herkömmliche, nicht indexierte Optionen zurückgreifen.
Studien deuten darauf hin, dass jüngere Manager seltener relative Leistungsbewertung erhalten, da sie ihr Vergütungsrisiko schlechter selbst durch Hedging in privaten Portfolios reduzieren können als erfahrenere, ältere Top-Manager.
Der S&P 500 wird in vielen Studien als Referenzgruppe oder Marktindex verwendet, um die relative Performance von Unternehmen zu bestimmen, wobei sich jedoch zeigt, dass viele Firmen zusätzlich auf selbsterstellte Indizes zurückgreifen.
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