Magisterarbeit, 2010
114 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Der Amoklauf von Winnenden und Wendlingen
2.1 School Shootings
2.2 Der Tatablauf in Winnenden und Wendlingen
2.3 Die Amokläufe an Schulen und die Medienberichterstattung
2.3.1 Trittbrettfahrer und Nachahmer
2.3.2 Medienempfehlungen
2.3.3 Der Deutsche Presserat
3 Die Medien und der Amoklauf von Winnenden und Wendlingen
3.1 Netzgezwitscher
3.1.1 Twitter-Ereignisse
3.1.2 Twitter und der Amoklauf von Winnenden und Wendlingen
3.2 Fehlrecherchen
3.3 Medienkritik in „Winnenden: Stadt im Ausnahmezustand“
4 Eine korpusbasierte Untersuchung zur Nachrichtenberichterstattung über den Amoklauf von Winnenden und Wendlingen
4.1 Die Hypothesenformulierung
4.2 Kriterien für die Nachrichtenanalyse
4.3 Analyse 11.03.2009
4.3.1 ARD, Tagesschau
4.3.2 ZDF, heute
4.3.3 RTL, RTL aktuell
4.3.4 ARD, Tagesschau
4.3.5 ZDF, heute journal
4.3.6 RTL, Nachtjournal
4.4 Analyse 12.03.2009
4.4.1 ARD, Tagesschau
4.4.2 ZDF, heute
4.4.3 RTL, RTL aktuell
4.4.4 ARD, Tagesschau
4.4.5 ZDF, heute journal
4.4.6 RTL, Nachtjournal
4.5 Analyse 13.03.2009
4.5.1 ARD, Tagesschau
4.5.2 ZDF, heute
4.5.3 RTL, RTL aktuell
4.5.4 ARD, Tagesthemen
4.5.5 ZDF, heute journal
4.5.6 RTL, Nachtjournal
4.6 Gesamtergebnis
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Magisterarbeit analysiert die Nachrichtenberichterstattung über den Amoklauf von Winnenden und Wendlingen im Zeitraum vom 11. bis zum 13. März 2009. Das primäre Ziel besteht darin, zu prüfen, ob sich die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF in der Art ihrer Berichterstattung an den privaten Sender RTL angleichen, oder ob weiterhin eine Abgrenzung besteht, wobei insbesondere die Konvergenztheorie kritisch untersucht wird.
2.1 School Shootings
Amokläufe an Schulen oder School Shootings sind in Deutschland, im Vergleich zu den Vereinigten Staaten, erst seit einigen Jahren zu beobachten und aufgrund dessen gibt es hierzu relativ wenig Literatur. In der deutschsprachigen Fachliteratur führt Robertz, im Zusammenhang mit schweren zielgerichteten Gewalttaten an Schulen, den Begriff des ‚School Shootings’ ein. Ursprünglich hat sich dieser Begriff im angloamerikanischen Bereich entwickelt. Dort setzte er sich spätestens nach den Ereignissen in Littleton (Colorado) nicht nur in den Medien, sondern auch in der Wissenschaft durch. Um den Begriff School Shooting näher zu erläutern, wird er in einer Studie des United States Secret Service und des United States Department of Education folgendermaßen definiert:
For the purposes of this study, an incident of targeted school violence was defined as any incident where (i) a current student or recent former student attacked someone at his or her school with lethal means (e.g., a gun or knife); and, (ii) where the student attacker purposefully chose his or her school as the location of the attack.
Robertz versteht allerdings unter School Shootings keine Taten, die aufgrund von Banden oder Drogenkriminalität stattfinden, wie dies z.B. in den Vereinigten Staaten häufig der Fall ist. Nach der Ansicht von Robertz und Wickenhäuser, sind dies auch keine Handlungen, die aus Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Schülern resultieren – also aufgrund interpersoneller Konflikte zwischen zwei Schülern. Ihre Definition lautet:
School Shootings bezeichnen Tötungen oder Tötungsversuche durch Jugendliche an Schulen, die mit einem direkten und zielgerichteten Bezug zu der jeweiligen Schule begangen werden. Dieser Bezug wird entweder in der Wahl mehrerer Opfer deutlich, oder in dem demonstrativen Tötungsversuch einer einzelnen Person, insofern sie aufgrund ihrer Funktion an der Schule als potenzielles Opfer ausgewählt wurde.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert die Herausforderungen für Journalisten im Zeitalter des Web 2.0 sowie das Ziel der Untersuchung.
2 Der Amoklauf von Winnenden und Wendlingen: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Amoklaufs, analysiert School Shootings und erörtert medienethische Richtlinien sowie die Rolle des Deutschen Presserats.
3 Die Medien und der Amoklauf von Winnenden und Wendlingen: Der Fokus liegt hier auf den Herausforderungen durch soziale Medien wie Twitter, Fehlrecherchen und der medienkritischen Aufarbeitung des Ereignisses.
4 Eine korpusbasierte Untersuchung zur Nachrichtenberichterstattung über den Amoklauf von Winnenden und Wendlingen: In diesem empirischen Hauptteil werden die Nachrichtensendungen von ARD, ZDF und RTL systematisch anhand zuvor definierter Kriterien ausgewertet und die Konvergenzhypothese geprüft.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Untersuchungsergebnisse und reflektiert über die Lehren aus der Medienberichterstattung bei Großereignissen.
Amoklauf, Winnenden, Wendlingen, Medienberichterstattung, Journalismus, School Shootings, Twitter, Konvergenztheorie, Nachrichtenanalyse, ARD, ZDF, RTL, Medienethik, Bürgerjournalismus, Pressekodex
Die Arbeit untersucht die mediale Berichterstattung über den Amoklauf in Winnenden und Wendlingen im Jahr 2009 und hinterfragt die journalistische Praxis im Kontext neuer digitaler Medien.
Die Untersuchung behandelt medienethische Richtlinien bei Amokläufen, die Auswirkungen von Twitter auf die Nachrichtenlage und die Frage der Angleichung zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern.
Es soll geprüft werden, ob sich die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF in ihrer Berichterstattung an das private Fernsehen (RTL) anpassen (Konvergenz) oder ob sie ihren seriösen Anspruch wahren konnten.
Die Autorin führt eine korpusbasierte Nachrichtenanalyse durch, bei der Nachrichtensendungen über drei Tage hinweg anhand spezifischer Kriterien (z.B. Nennung des Täternamens, Zeigen von Täterfotos) bewertet werden.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Haupt- und Spätnachrichten der Sender ARD, ZDF und RTL über den Zeitraum vom 11. bis 13. März 2009.
Wichtige Begriffe sind Amoklauf, Medienethik, Konvergenztheorie, Twitter, Nachrichtenqualität und professioneller Journalismus versus Bürgerjournalismus.
Twitter wird als "erstes Twitter-Ereignis" in Deutschland analysiert und als Faktor beschrieben, der sowohl Chancen für Echtzeitinformationen bietet als auch erhebliche Risiken für die Verbreitung von Falschmeldungen birgt.
Die Arbeit zeigt kritisch auf, dass auch Ermittlungsbehörden aufgrund des massiven Zeit- und Aktualitätsdrucks auf Fälschungen aus dem Internet (z.B. gefälschte Chatprotokolle) hereingefallen sind.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

