Bachelorarbeit, 2012
52 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Abgrenzung Prokrastination
2.1.1 Akademische Prokrastination
2.1.2 State- und Trait-Prokrastination
2.2 Prävalenz
2.3 Korrelierende Personenmerkmale
2.4 Kognitive, affektive und behaviorale Merkmale von Prokrastination
2.4.1 Handlungsvorbereitung und Handlungsplanung
2.4.2 Selbstwirksamkeitdefizite und Attributionsstile
2.4.3 Konkurrierende Aktivitäten und Konditionierung
2.5 Depressivität
2.5.1 Abgrenzug Depressivität
2.5.2 Rumination
2.5.3 Zusammenhang zwischen Prokrastination und Depressivität
2.6 Angst
2.6.1 Abgrenzung Angst
2.6.2 Leistungs- und Prüfungsgsangst
2.6.3 Zusammenhang zwischen Angst und Prokrastination
2.7 Schulunlust
2.8 Forschungsfragen und Hypothesen
3 Methoden
3.1 Vorbereitung und Durchführung der Untersuchung
3.2 Untersuchungsstichprobe
3.3 Instrumente
4. Ergebnisse
4.1 Reliabilität
4.2 Verteilung der Konstrukte
4.3 Geschlechtsspezifische und alterspezifische Unterschiede in Bezug auf Prokrastination
4.4 Korrelationen der Konstrukte
5. Diskussion und Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht das bisher wenig erforschte Phänomen der Prokrastination im schulischen Kontext bei 13- bis 16-jährigen Schülern. Ziel ist es, die Existenz und Ausprägung von Aufschiebeverhalten zu analysieren und dessen Zusammenhänge mit psychologischen Faktoren wie Depressivität, Angst, Prüfungsangst und Schulunlust empirisch zu evaluieren.
2.4.1 Handlungsvorbereitung und Handlungsplanung
Ein substantielles Merkmal der Prokrastination sind volitionale Defizite, die als Intention-Action-Gap charakterisiert werden können. Kennzeichnend für prokrastinationsorientiertes Verhalten ist eine Diskrepanz zwischen Handlungsintentionen und der tatsächlichen Handlungsausführung. In diesem Sinne kann Prokrastination auch als selbstregulatorische Dysfunktionalität verstanden werden, die sich in Form einer fehlenden Handlungsaktivierung bzw. eines frühzeitigen Handlungsabbruches manifestiert. Insbesondere der Aspekt des ansteigenden Handlungsdruckes ist in diesem Zusammenhang von zentraler Bedeutung: Aktivität wird häufig solange vermieden, bis dem Individuum keine Aufschiebeoptionen mehr verbleiben (bspw. Abgabetermine, Klausurtermine) (vgl. Ferrari et al., 1995).
Die empirische Befundlage der Prokrastination, im Kontext akademischer Lernprozesse impliziert, dass es für Prokrastinierer charakteristische Kompetenzdefizite in den Bereichen der präaktionalen Lernphase (Handlungs-planung) geben könnte. Insbesondere die sinnvolle Strukturierung von Lerninhalten und die Anwendung von zielführenden Lernstrategien ist für die Betroffenen mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Die Antizipation einer angemessenen und realistischen Zeitplanung, als auch die Ausgestaltung von adäquaten Subzielen der Handlungsausführung (betreffend der Lernaufgabe) sind möglicherweise bei Prokrastinierern beeinträchtigt (vgl. Helmke & Schrader, 2000; Steel, 2007). Diese Phänomene lassen sich beispielhaft an zwei Gegenpolen der Aufgabenplanung illustrieren: Prokrastinierer tendieren entweder zu einer exzessiven Zeitplanung oder initiieren keinerlei Planungs-aktivitäten. Werden äußerst detailreiche Planungsprozesse angestoßen, so können diese für den Prokrastinierer eine funktionale Komponente besitzen: Zielführend ist die Vermeidung von aversiven Lernaktivitäten im Sinne eines self-handycappings (vgl. Helmke & Schrader, 2000; Ferrari et al., 2000).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Prokrastination ein, grenzt es von bloßer Arbeitsstörung ab und motiviert die Untersuchung im schulischen Kontext bei Heranwachsenden.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert den aktuellen Forschungsstand zu Prokrastination, State- und Trait-Eigenschaften sowie deren Korrelationen mit Depression, Angst und Schulunlust.
3 Methoden: Hier werden das Untersuchungsdesign, die Stichprobe von 104 Schülern sowie die eingesetzten psychometrischen Instrumente (TPS-D, DIKJ, AFS) detailliert beschrieben.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der erhobenen Daten, inklusive der Reliabilitätsprüfungen und Korrelationsanalysen zwischen den untersuchten Konstrukten.
5. Diskussion und Zusammenfassung: Der abschließende Teil interpretiert die Ergebnisse im Lichte der Forschungsfragen, diskutiert deren Implikationen und zeigt Limitationen sowie zukünftige Forschungsbedarfe auf.
Prokrastination, Aufschieberitis, Schule, Jugendliche, Prüfungsangst, Depressivität, Selbstregulation, Lernstrategien, Handlungsvorbereitung, Schulunlust, psychische Belastung, empirische Untersuchung, Selbstwirksamkeit, Vermeidungsverhalten, akademische Leistung.
Die Arbeit untersucht das Aufschiebeverhalten (Prokrastination) bei Schülern im Alter von 13 bis 16 Jahren und analysiert, inwiefern dieses mit anderen psychischen Konstrukten wie Angst oder Depressivität korreliert.
Die zentralen Themen sind Prokrastination, Angst (speziell Prüfungsangst), Depressivität sowie die allgemeine Schulunlust im Kontext von Lernprozessen bei Heranwachsenden.
Das primäre Ziel ist es, die Verbreitung und Relevanz von dysfunktionalem Aufschiebeverhalten bei Schülern zu belegen und Zusammenhänge zu Angst- und Depressivitätsmerkmalen empirisch zu prüfen.
Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie durchgeführt, bei der 104 Schüler einen Fragebogen bearbeiteten, der standardisierte Instrumente zur Erfassung von Prokrastination, Depressivität und Angst kombinierte.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Konzepte der Prokrastination und korrelierender Merkmale dargestellt, gefolgt von einer detaillierten Beschreibung des methodischen Vorgehens und einer umfangreichen Auswertung der statistischen Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Prokrastination, schulisches Umfeld, Prüfungsangst, Schulunlust und Selbstregulationsdefizite.
Der Autor ordnet Prokrastination als Arbeitsstörung oder selbstregulatorische Dysfunktionalität ein, die oft mit kognitiven und emotionalen Defiziten verbunden ist, statt sie lediglich auf mangelnden Ehrgeiz zurückzuführen.
Die Arbeit konnte eine hohe positive Korrelation zwischen Prokrastination und Schulunlust nachweisen, was darauf hindeutet, dass sich Schüler bei negativer Einstellung zur Schule eher in Vermeidungsverhalten flüchten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

