Examensarbeit, 2016
73 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der Hinduismus
2.1. Eine religionsgeschichtliche Einsicht
2.1.1 Definitionsprobleme
2.1.2 Zum Begriff „Hinduismus“
2.1.3 Die Industal- Kultur
2.1.4 Die vedische Religion
2.1.5 Die asketische Bewegung
2.1.6 Der klassische Hinduismus
2.1.7 Die islamische Invasion
2.1.8 Der moderne Hinduismus
2.2 Theologische und sozial- kulturelle Aspekte des Hinduismus
3. Der interreligiöse Dialog
3.1. Die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs
3.2. Probleme und Herausforderungen
3.3 Ziele und Formen des interreligiösen Dialogs
3.3.1 Die Theologie des Dialogs als Leitgedanke des offenen Diskurses
3.3.2 Grundhaltungen für ein gelingendes Gespräch
3.3.3 Die christlich- hinduistische Begegnung
4. Der Hinduismus als Thema des Religionsunterricht im Berufskolleg
4.1 Didaktische Vorüberlegungen
4.1.1 Die interreligiöse Bildung
4.1.2 Interreligiöse Perspektiven am Berufskolleg
4.1.3 Den Hinduismus im Religionsunterricht kennenlernen
4.2 Eine didaktische Analyse ausgewählter Unterrichtsmaterialien
4.2.1 Arbeitsblatt 1 „Ein Hindu ist, was ein Hindu tut“ und Arbeitsblatt 2 „Basisinformationen Hinduismus“
4.2.2 Arbeitsblatt 3 „Samsara“
4.3 Der Hindutempel „ Shankarar Sri Kamadchi Ampal“ als außerschulischer Lernort
5. Deutende Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie der Hinduismus trotz seines vielfältigen und exotischen Charakters als Thema des Religionsunterrichts in der Oberstufe des Berufskollegs behandelt werden kann. Ziel ist es, interreligiöse Lernprozesse anzuregen, die junge Menschen in ihrer Identitätsfindung und Lebensgestaltung unterstützen und dabei helfen, bestehenden Vorurteilen entgegenzuwirken.
2.1.8.1 Mohandas Karamchand Gandhi (1869‐ 1948)
Berühmte Persönlichkeiten der neohinduistischen Bewegung waren Ram Mohan Roy, Ramakrishna, Sri- Aurobindo und Mathatma Gandhi. Alle Reformatoren kennzeichnete das Interesse an einer hinduistisch- nationalen Einheit, was auch den allgemeinen Trend im 19. Jahrhundert widerspiegelte. Vor allem Mohandas Karamchand Gandhi, der später mit dem Ehrentitel „Mahatma“ (große Seele) versehen wurde, ist einer der bekanntesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Als Sohn eines hochgestellten höfischen Ministers erhielt er eine englische Schulausbildung und studierte anschließend Jura in London. Bevor Gandhi seine Unabhängigkeitsbewegung in Indien begann, hatte er sich bereits in Südafrika einen Namen als gewaltfreier Kämpfer gegen den dort herrschenden Rassismus gemacht. Er zeigte damit, dass ihm die Stellung und Behandlung des Inders im Ausland nicht gleichgültig war. 1910 kehrte Gandhi als Rechtsanwalt nach Indien zurück, wo sein politischer Protest gegen die britische Kolonialherrschaft anbrach, nachdem er die sozialen Ungerechtigkeiten und Missstände seines Volkes gesehen hatte.
Gandhis Politik war nicht durch ein reines politisches Kalkül gelenkt. Das für Politiker typische Vorgehen, welches für jede Handlung eine Kosten- Nutzen- Rechnung aufstellt, war in keiner Weise für Gandhi Antrieb, seine Politik zu führen. Sein Prinzip wurzelte in einer spirituellen Moralität. Wahre Politik kann für ihn nur dann funktionieren, wenn sie die Religion und die Bestrebungen sozialer Gemeinschaften mitaufnimmt.
Ein Grundpfeiler für das Wirken Gandhis war das unter dem Einfluss des Jainismus und der christlichen Bergpredigt (aus dem Aufsatz von Henry David Thoreau) entstandene Ideal des ahimsa (Gewaltlosigkeit). Diese Verhaltensregel verbietet jede Art von physischer Gewalt, sei es auch die Gewalt der Selbstverteidigung. Es ist der Glaube, dass die allumfassende Liebe zu jedem Lebewesen die Heilighaltung alles Lebens bewahrt. Gandhis zweites politisches Ideal war Satyagraha, das feste Beharren (graha) an der Wahrheit (satja). Der Revolutionär rief dazu auf, den Angriffen des Gegners nicht Widerstand zu leisten, sondern ihnen mit Geduld und Selbstverleugnung zu begegnen.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Wahrnehmung des Hinduismus und Begründung der Relevanz des Themas für den Religionsunterricht am Berufskolleg.
2. Der Hinduismus: Untersuchung der religionsgeschichtlichen Entwicklung, der theologischen Konzepte sowie der sozialen Aspekte des Hinduismus, einschließlich Gandhi als Reformator.
3. Der interreligiöse Dialog: Erörterung der Notwendigkeit, der Herausforderungen und der verschiedenen Ebenen des interreligiösen Dialogs, insbesondere in Bezug auf das Christentum.
4. Der Hinduismus als Thema des Religionsunterricht im Berufskolleg: Didaktische Analyse der interreligiösen Bildung, der Herausforderungen im Unterricht sowie Bewertung konkreter Materialien und außerschulischer Lernorte.
5. Deutende Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Fazit zur Bedeutung des Hinduismus als Unterrichtsthema zur Identitätsbildung und Vorurteilsbekämpfung.
Hinduismus, Religionsunterricht, interreligiöser Dialog, Identitätsbildung, Didaktik, Mahatma Gandhi, Kastensystem, Dharma, interreligiöse Kompetenz, Samsara, Berufskolleg, Weltreligionen, interreligiöses Lernen, Hindu-Tempel, Gotteserfahrung.
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und didaktischen Herausforderungen, den Hinduismus als komplexe Weltreligion im Religionsunterricht an Berufskollegs zu vermitteln und dabei interreligiöses Lernen zu fördern.
Die Arbeit behandelt die geschichtliche und theologische Entwicklung des Hinduismus, die Grundlagen des interreligiösen Dialogs, fachdidaktische Konzepte sowie die praktische Analyse von Unterrichtsmaterialien und außerschulischen Lernorten.
Das primäre Ziel besteht darin aufzuzeigen, wie Schülerinnen und Schüler durch die Thematisierung des Hinduismus ihre religiöse Kompetenz erweitern und zu einer fundierten Identitätsfindung gelangen können.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung religionswissenschaftlicher Erkenntnisse sowie eine didaktische Analyse, die darauf abzielt, Kompetenzmodelle auf ausgewählte Unterrichtsmaterialien anzuwenden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte religionsgeschichtliche Einführung, eine theoretische Diskussion des interreligiösen Dialogs sowie eine detaillierte didaktische Auswertung von Arbeitsblättern und eines Tempelbesuchs.
Die Arbeit ist geprägt durch die Verknüpfung von theologischen Inhalten (wie Karma, Dharma, Reinkarnation) mit pädagogischen Kompetenzbereichen, insbesondere im Kontext der interreligiösen Kompetenzentwicklung.
Der Autor unterscheidet zwischen Materialien, die durch eine subjektiv-kritische Haltung den Dialog potenziell blockieren könnten, und solchen, die neutraler gestaltet sind und den Schülern helfen, das Fremde als Bereicherung zu verstehen.
Außerschulische Orte wie der Sri Kamadchi Ampal-Tempel dienen dazu, theoretisch Gelerntes durch sinnliche Erfahrung in der Realität zu verankern und durch direkte Begegnung Respekt und Verständnis zu fördern.
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