Bachelorarbeit, 2015
29 Seiten, Note: 2,0
1. Politik und Protest – eine Einleitung
2. Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann – Grundlagen
2.1 Die funktionale Differenzierung der modernen Gesellschaft
2.2 System/Umwelt-Differenz
2.3 Binäre Codierung und Autopoiesis
2.4 Kommunikation
2.5 Beobachtung
3. Luhmanns Konzeption von Protestbewegungen
3.1 Die Unterscheidung von Risiko und Gefahr
3.2 Protestbewegungen als soziale Systeme
3.2.1 Protestbewegungen und Risiko/Gefahr
3.2.2 Codierung und Programm
3.2.3 Systemstatus
3.2.4 Gesellschaftliche Funktion von Protestbewegungen
3.3 Massenmedien als Umwelt von Protestbewegungen
3.3.1 Massenmedien als Funktionssystem der Gesellschaft
3.3.2 Massenmedien als Katalysator von Protest
3.4 Das politische System als Umwelt von Protestbewegungen
3.4.1 Das politische System als Funktionssystem der Gesellschaft
3.4.2 Das politische System als Adressat von Protest
4. Die Systemtheorie Luhmanns und die Bewegungsforschung
4.1. Entwicklung der Bewegungsforschung
4.2 Die Konzeption der neuen sozialen Bewegungen
4.3 Kritik innerhalb der Bewegungsforschung
4.4 Die marginalisierte Position der Systemtheorie in der Bewegungsforschung
4.5 Gründe der Ablehnung Luhmanns Theorie in der Bewegungsforschung
4.5.1 Kritik am Universalitätsanspruch
4.5.2 Kritik am Begriff Protestbewegungen
4.5.3 Kritik an binärem Code
4.5.4 Mangel an kritischer Distanz der Bewegungsforschung
5. Nutzen der Systemtheorie für die Bewegungsforschung – Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, welchen Beitrag die Systemtheorie von Niklas Luhmann zur Erforschung sozialer Bewegungen leisten kann, und analysiert, warum dieser theoretische Ansatz in der Bewegungsforschung bislang weitgehend marginalisiert wurde.
3.2.1 Protestbewegungen und Risiko/Gefahr
Protestbewegungen sind nach Luhmann solche sozialen Bewegungen, denen „Protest als Katalysator einer eigenen Systembildung dient“ (Luhmann 1991: S.136). Protest ist demnach die konstituierende Operation von Protestbewegungen als sozialen Systemen und dient der Rekrutierung von Anhängern. Protest ist also eine Konstruktion des Systems Protestbewegung, dessen Ursachen von der Protestbewegung in ihre Umwelt verlagert werden (vgl. ebd.: S.136). Protest und Protestbewegungen sind somit keineswegs gleichzusetzen.
Protestbewegungen lehnen Situationen ab, „in denen man das Opfer des riskanten Verhaltens anderer werden könnte“ (Luhmann 1991: S.146). Die Unterscheidung von Risiko und Gefahr ist somit die Voraussetzung für die Entstehung von Protestbewegungen. Die Bewegungen operieren mit der Form Protest also anhand der Unterscheidung von Risiko und Gefahr respektive von Entscheidern und Betroffenen. Dabei bezeichnen sie die Seite der Gefahr beziehungsweise der Betroffenen. Sie thematisieren die Problematik, dass Betroffene den möglichen Schadensauswirkungen von Entscheidungen Anderer ausgeliefert sind. Damit stehen sie in Konfrontation zu den Entscheidern. Durch Protest kritisieren Protestbewegungen Entscheidungen gesellschaftlicher Teilsysteme und deren Folgen. Ihr Ziel ist es dabei aber nicht, die Aufgaben und Positionen in den von ihnen kritisierten Teilsystemen zu übernehmen, wie etwa die Opposition im politischen System (vgl. ebd.: S.135f.). Jedoch müssen weder die Adressaten des Protests zwangsläufig die Entscheider sein, noch müssen die Anhänger von Protestbewegungen unmittelbar Betroffene sein (vgl. ebd.: S.116).
1. Politik und Protest – eine Einleitung: Einführung in das Phänomen Protest als soziales Phänomen und Darlegung der Forschungsfrage bezüglich des Nutzens der Systemtheorie.
2. Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann – Grundlagen: Darstellung der zentralen systemtheoretischen Konzepte wie funktionale Differenzierung, Kommunikation und Beobachtung.
3. Luhmanns Konzeption von Protestbewegungen: Analyse von Protestbewegungen als soziale Systeme, die sich durch ihre Protestkommunikation und die Unterscheidung von Risiko und Gefahr konstituieren.
4. Die Systemtheorie Luhmanns und die Bewegungsforschung: Untersuchung des historischen Verhältnisses zwischen Bewegungsforschung und Systemtheorie sowie der Gründe für deren bisherige Ablehnung.
5. Nutzen der Systemtheorie für die Bewegungsforschung – Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Potenzials der Systemtheorie zur theoretischen Fundierung der Bewegungsforschung trotz bestehender Rezeptionsbarrieren.
Systemtheorie, Niklas Luhmann, Protestbewegungen, soziale Bewegungen, Bewegungsforschung, funktionale Differenzierung, Kommunikation, Autopoiesis, Risiko, Gefahr, soziale Systeme, gesellschaftliche Selbstreflexion, Massenmedien, politisches System, Sozialwissenschaften.
Die Arbeit untersucht die theoretische Perspektive von Niklas Luhmann auf soziale Bewegungen und deren Verhältnis zur modernen Gesellschaft.
Zu den Schwerpunkten zählen die Systemtheorie, die Struktur von Protestbewegungen, ihre Funktion in der Gesellschaft sowie deren Interaktion mit anderen Systemen wie Medien und Politik.
Ziel ist es, den potenziellen Beitrag der Luhmannschen Systemtheorie für die Bewegungsforschung aufzuzeigen und die Gründe für deren mangelnde Rezeption zu ergründen.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf einer Literaturstudie der Werke Luhmanns sowie der zeitgenössischen Bewegungsforschung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der systemtheoretischen Grundlagen, die spezielle Konzeption von Protestbewegungen durch Luhmann sowie die kritische Reflexion der Bewegungsforschung.
Systemtheorie, Protestbewegungen, soziale Bewegungen, funktionale Differenzierung, Kommunikation, Risiko und Gefahr.
Luhmann wählt den Begriff der Protestbewegung, um die konstituierende Bedeutung der Protestkommunikation für die Systembildung einer solchen Bewegung hervorzuheben.
Sie bildet die Grundlage für das Entstehen von Protest: Bewegungen solidarisieren sich mit den Betroffenen von Entscheidungen (Gefahr) gegen die Entscheider (Risiko).
Kritiker führen ein mangelndes Interesse an empirischen Details, eine als konservativ wahrgenommene Haltung und eine fehlende Passung zur emanzipatorischen Ausrichtung früherer Bewegungsforscher an.
Laut Luhmann handelt es sich um temporäre Systeme, da sie auf die Differenz zur Umwelt angewiesen sind; verschwindet das Thema oder der Anlass, kollabiert das System.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

