Bachelorarbeit, 2014
70 Seiten, Note: 2,0 (11 Punkte)
1 Einleitung
2 Der Konstruktivismus und seine Wirklichkeitsbestimmungen
3 Wirklichkeitskonstruktion und Massenmedien
3.1 Die verzerrte Wirklichkeit in den Medien
3.2 Die Wirklichkeit als mediale Konstruktion
3.3 Die Inszenierung einer Realität
4 Darstellung der islamischen Welt: Das Islambild der Medien
4.1 Fallstudie
4.2 Forschungsstand
4.3 Daten und Methoden
4.4 Kontrastive Betrachtung: Bedeutung und Konzepte
4.4.1 Fatwa
4.4.2 Dschihad
4.4.3 Salafismus
4.4.4 Scharia
4.5 Ergebnisse
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Wissen und sozialer Wirklichkeit und analysiert dabei linguistisch, welches Bild deutsche Printmedien vom Islam erzeugen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit Medien als Instanzen der Wirklichkeitskonstruktion fungieren und ob sie den Islam stigmatisierend in die Nähe von Terror und Gewalt rücken.
3.1 Die verzerrte Wirklichkeit in den Medien
Wie verhalten sich Medien und Realität zueinander? Bereits vor über 100 Jahren wurde festgestellt: „Our newspapers do not record the really serious happenings, but only the sensations, the catastrophes of history“ (Speed 1893, 710). Was an Speeds Aussage irritieren mag, ist, dass gewisse Sensationen oder die Katastrophen der Geschichte für ihn als nicht really serious happenings gelten, wobei diese doch gerade hervorgehoben und durchaus als ernst eingestuft werden müssten. Dieses Ergebnis schien zur damaligen Zeit jedoch insofern von Bedeutung gewesen zu sein, da es aus einer der wohl ersten empirischen Untersuchungen zu diesem Thema resultierte.
In den Folgejahren bzw. ersten Jahrzehnten nach Speed hat sich die Kommunikationsforschung weiterhin darum bemüht, der Frage nachzugehen, „[…] ob Medien die Realität angemessen wiedergeben oder ob es sich dabei um eine unzutreffende Verzerrung handelt“ (Burkart 2002, 271). Schulz kam diesbezüglich zu folgendem Schluss: Die Berichte der Medien sind oft ungenau und verzerrt, sie bieten manchmal eine ausgesprochen tendenziöse und ideologisch eingefärbte Weltsicht. Die in den Medien dargebotene Wirklichkeit repräsentiert in erster Linie Stereotype und Vorurteile der Journalisten, ihre professionellen Regeln und politischen Einstellungen, die Zwänge der Nachrichtenproduktion und die Erfordernisse medialer Darstellung.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des gesellschaftlichen Pluralismus und der medialen Konstruktion von Wirklichkeit ein und formuliert die Forschungsfrage zur Darstellung des Islam.
2 Der Konstruktivismus und seine Wirklichkeitsbestimmungen: Dieses Kapitel erläutert die erkenntnistheoretischen Grundlagen des Konstruktivismus und des Sozialkonstruktivismus als Basis für das Verständnis von Wirklichkeitserzeugung.
3 Wirklichkeitskonstruktion und Massenmedien: Hier werden die Medien als aktive Instanzen der Wirklichkeitsgenerierung und -inszenierung analysiert, wobei die Mechanismen der Selektion und Deutung im Vordergrund stehen.
4 Darstellung der islamischen Welt: Das Islambild der Medien: Dieser Abschnitt bietet eine historische und aktuelle empirische Analyse, wie Begriffe wie Dschihad oder Scharia in den Medien in einen Kontext von Terror und Gewalt eingebettet werden.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der linguistischen Untersuchung zusammen und reflektiert kritisch die These der einseitigen, medialen Wirklichkeitskonstruktion.
Sozialkonstruktivismus, Wirklichkeitskonstruktion, Massenmedien, Islam, Printmedien, Inhaltsanalyse, Feindbild, Dschihad, Fatwa, Salafismus, Scharia, Medienrealität, Diskursanalyse, Repräsentation, Politische Kommunikation
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie soziale Wirklichkeit konstruiert wird und welche zentrale Rolle dabei mediale Instanzen spielen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie des Sozialkonstruktivismus, der journalistischen Nachrichtenproduktion und der diskursiven Darstellung der islamischen Welt in Deutschland.
Ziel ist es zu bestimmen, welches Bild von Muslimen und dem Islam durch deutsche Printmedien erzeugt wird und ob hierbei eine systematische Stigmatisierung stattfindet.
Es wird eine methodische Kombination aus theoretischer Fundierung des Konstruktivismus und einer empirischen, qualitativen sowie quantitativen Inhaltsanalyse der Zeitung "Die Zeit" angewendet.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte der Wirklichkeitserzeugung und untersucht empirisch die Frequenz und den Kontext der Begriffe Fatwa, Dschihad, Salafismus und Scharia.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wirklichkeitskonstruktion, Medieneinfluss, Islamophobie und Inhaltsanalyse treffend beschreiben.
Der Begriff beschreibt die Problematik, dass Medien bei der Berichterstattung zwangsläufig Aspekte ausblenden müssen, was eine objektive Darstellung der Realität unmöglich macht.
Das Datum dient als Zäsur, um zu untersuchen, wie sich die Häufigkeit und der Kontext der Berichterstattung über den Islam vor und nach diesem Ereignis verändert haben.
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