Diplomarbeit, 2004
61 Seiten, Note: 1,8
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung
2. Charakterisierung der standardisierten Dienstleistungsproduktion
2.1 Charakterisierung von Dienstleistungen
2.2 Grundlagen und Besonderheiten der Dienstleistungsproduktion
2.3 Merkmale und Möglichkeiten der standardisierten Dienstleistungsproduktion
3. Kapazitätstheoretische Grundlagen
3.1 Kapazitätsbegriff
3.2 Einflussgrößen der Kapazitätsauslastung
3.2.1 Analyse des Kapazitätsangebotes
3.2.2 Analyse der Kapazitätsnachfrage
3.3 Spannungsfeld zwischen Kapazitätsangebot und –nachfrage
4. Darstellung und Beurteilung absatzpolitischer Maßnahmen zur Anpassung der Kapazitätsnachfrage an das Kapazitätsangebot
4.1 Zielsetzung und grundlegende Möglichkeiten der Kapazitätsnachfrageanpassung
4.2 Preispolitische Anpassung der Kapazitätsnachfrage
4.2.1 Preispolitische Grundlagen und Besonderheiten beim Absatz standardisiert produzierter Dienstleistungen
4.2.2 Anpassung durch zeitlich differenzierte Preise
4.2.3 Sonstige preispolitische Anpassungsmaßnahmen
4.2.4 Grenzen preispolitischer Anpassungsmaßnahmen
4.3 Kommunikationspolitische Anpassung der Kapazitätsnachfrage
4.3.1 Kommunikationspolitische Grundlagen und Besonderheiten beim Absatz standardisiert produzierter Dienstleistungen
4.3.2 Anpassung durch zeitlich differenzierte Werbeintensität
4.3.3 Sonstige kommunikationspolitische Anpassungsmaßnahmen
4.3.4 Grenzen kommunikationspolitischer Anpassungsmaßnahmen
5. Zusammenfassende Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie ein gewinnorientiertes Unternehmen der standardisierten Dienstleistungsproduktion seine Kapazitätsauslastung durch absatzpolitische Maßnahmen steuern kann, wobei insbesondere die Nachfrageseite betrachtet wird. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert auf die zieladäquate Anpassung von Kapazitätsangebot und -nachfrage.
Kapazitätsbegriff
Der Ursprung des Kapazitätsbegriffes liegt im Lateinischen und wird in etwa mit Fassungsvermögen übersetzt. In dieser Form fand die Kapazität zunächst in technisch-naturwissenschaftliche Zusammenhänge Eingang. Heute wird dieser Terminus in der Betriebswirtschaft angewandt, hierbei jedoch im Unterschied zur ursprünglichen Bedeutung durch eine zeitliche Dimension erweitert.
Fast durchgängig wird in der Ökonomie auf die sehr allgemeine Begriffsauffassung von KERN zurückgegriffen, welche unter der Kapazität „die Leistungsfähigkeit einer wirtschaftlichen oder technischen Einheit beliebiger Art, Größe und Struktur in einem Zeitabschnitt“ versteht.
Diese Definition ist sehr allgemein gehalten und daher für jede Art der Produktion geeignet. Allerdings lassen sich damit naturgemäß nicht alle Besonderheiten der Dienstleistungsproduktion erfassen. Die Begriffsfassung bedarf sowohl hinsichtlich der Einheit, deren Leistungsfähigkeit gemessen werden soll, als auch der Festlegung des Zeitabschnitts, der der Messung zugrunde liegt sowie der Größen, die die Leistungsfähigkeit ausdrücken sollen, einer Konkretisierung.
Die Leistungseinheit kann sich auf einzelne Produktionsfaktoren, deren Aggregationen sowie auf das gesamte Unternehmen beziehen. Es wird zwischen einer qualitativen und einer quantitativen Kapazität der Leistungseinheiten unterschieden. Stehen artmäßige Aspekte im Vordergrund, handelt es sich um eine qualitative Kapazitätsbetrachtung. Die quantitative Perspektive stellt hingegen mengenmäßige Aspekte in den Vordergrund.
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung: Einführung in die Relevanz der Kapazitätsplanung in Dienstleistungssektoren und Strukturierung des methodischen Vorgehens.
2. Charakterisierung der standardisierten Dienstleistungsproduktion: Erläuterung der Merkmale und Besonderheiten von Dienstleistungen im Vergleich zur Sachgüterproduktion mit Fokus auf die Standardisierung.
3. Kapazitätstheoretische Grundlagen: Herleitung des Kapazitätsbegriffs und Analyse der Determinanten von Kapazitätsangebot und -nachfrage im Spannungsfeld der Produktion.
4. Darstellung und Beurteilung absatzpolitischer Maßnahmen zur Anpassung der Kapazitätsnachfrage an das Kapazitätsangebot: Detaillierte Untersuchung von Preis- und Kommunikationsstrategien zur Optimierung der Auslastung bei schwankender Nachfrage.
5. Zusammenfassende Schlussbetrachtung und Ausblick: Synopse der Ergebnisse zur Kapazitätsanpassung und Aufzeigen künftigen Forschungsbedarfs.
Dienstleistungsproduktion, Kapazitätsangebot, Kapazitätsnachfrage, Standardisierung, Preispolitik, Kommunikationspolitik, Kapazitätsauslastung, Gewinnmaximierung, Absatzpolitik, Nachfrageschwankungen, Grenzkosten, Grenzumsatz, Peak-Load-Pricing, Leerkosten, Dienstleistungsmanagement.
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten von Dienstleistungsunternehmen, ihre Kapazitäten an ein schwankendes Nachfrageverhalten anzupassen, um so den Gewinn zu maximieren.
Die Arbeit verknüpft produktionstheoretische Ansätze mit absatzpolitischen Instrumenten, speziell der Preis- und Kommunikationspolitik, innerhalb der standardisierten Dienstleistungserstellung.
Das primäre Ziel ist die Untersuchung und Modellierung von Anpassungsstrategien, die es erlauben, Kapazitätsangebot und -nachfrage in einer Weise aufeinander abzustimmen, die fixkostenintensive Kapazitäten effizient auslastet.
Der Autor nutzt modelltheoretische Ansätze, insbesondere die LAGRANGE-Methode zur Optimierung von Zielfunktionen unter Nebenbedingungen, um Preis- und Werbeentscheidungen herzuleiten.
Im Hauptteil werden zunächst die Kapazitätstheorie und die Besonderheiten von Dienstleistungen (z. B. Nichtlagerbarkeit) erörtert, gefolgt von der quantitativen Optimierung von Preisen und Kommunikationsbudgets bei unterschiedlichen Nachfragebedingungen.
Zentrale Begriffe sind Kapazitätsmanagement, Standardisierung, Dienstleistungsproduktion, Preisdifferenzierung und Marktsteuerung.
Die Standardisierung ist die Voraussetzung dafür, dass der Produktionsprozess ex ante planbar wird und homogene Einheiten entstehen, auf die ökonomische Optimierungsmodelle überhaupt erst angewendet werden können.
Da Dienstleistungen nicht lagerbar sind, müssen Preise aktiv dazu genutzt werden, die Nachfrage in weniger stark ausgelastete Phasen zu verschieben, um Leerkosten zu minimieren und Spitzenlasten zu bewältigen.
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