Bachelorarbeit, 2015
104 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Methodik
1.3 Gliederung
2 Stand der Wissenschaft
2.1 Die Bedeutung von Blogs
2.1.1 Blogs aus medialer Sicht
2.1.2 Blogs aus wirtschaftlicher Sicht
2.2 Let’s Plays
2.2.1 Was macht einen guten Let’s Player aus?
2.2.2 Die erfolgreichsten deutschen Let’s Player
2.3 Die Zielgruppe
2.3.1 Die Faszination Let’s Play
2.3.2 Ein Blick in die Psychologie
2.4 Die „Stars von morgen“ und ihr Einfluss
2.4.1 Der Star-Hype
2.4.2 Vom Blogger zum Influencer
2.4.3 Die Macht hinter den Kulissen: YouTube-Netzwerke
3 Forschung
3.1 Hypothesen
3.2 Erhebungsmethode
3.3 Durchführung der Erhebung
3.4 Ergebnisse und Analyse
3.4.1 Gesamtergebnisse
3.4.2 Mann vs. Frau
3.4.3 Die Altersgruppen
3.4.4 Vergleiche zu bestehenden Studien
3.5 Belegte Hypothesen
3.6 Ein Blick in die Zukunft
4 Zusammenfassung
7 Anlagen
7.1 Fragebogen der Onlinebefragung, erstellt durch die Verfasserin
7.2 Gesamtergebnisse der Onlinebefragung der Autorin
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die wesentlichen Faktoren für den Erfolg von Videobloggern auf der Plattform YouTube zu identifizieren, wobei der Fokus beispielhaft auf der deutschen Let’s Play Szene liegt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, warum Let’s Player bei ihrer Zielgruppe so erfolgreich sind und welchen Einfluss sie auf das Konsumverhalten ausüben.
2.3.2.2 Das delegierte Genießen
Ein weiterer psychologischer Ansatz, der den Erfolg von Let’s Plays erklären könnte, ist die „Interpassivität“. Dieser Begriff wurde zum ersten Mal von dem österreichischen Philosophen Robert Pfaller in seinem Werk „Die Illusion der anderen“ von 2002 benutzt. Zwar gilt Robert Pfaller nicht als Urheber dieses Begriffs, aber er nahm den Ansatz der „Interpassivität“ in seine Untersuchungen auf, entwickelte ihn weiter und bezog den psychologischen Aspekt auf den Alltag eines jeden Menschen. Die Universität Kiel hat folgende Definition des Begriffs (basierend auf Pfallers Untersuchungen) abgegeben:
„Als Interpassivität bezeichnet man in der psychoanalytischen Theorie des Lachens die Praxis, eigene Handlungen und Empfindungen an äußere Objekte, also Menschen oder Dinge zu delegieren. Die Theorie der Interpassivität bezieht sich hauptsächlich auf den Bereich der Lustempfindungen, weshalb Interpassivität auch als „delegiertes Genießen“ definiert werden kann: Man genießt nicht selbst, sondern durch einen Stellvertreter.“
Um diese Definition zu veranschaulichen, benutzt Pfaller in seiner Untersuchung unter anderem das Beispiel des eingebauten „Konservengelächters“ in amerikanischen Sitcoms. Dieses Gelächter diene nicht dazu, den Zuschauer mit Lachen anzustecken, sondern soll dem Zuschauer das Lachen abnehmen, damit er es selber nicht tun muss. Dieser Gedanke lässt sich noch weiter in die Vergangenheit zurückverfolgen: So haben die Urheber des Begriffes festgestellt, dass in der griechischen Tragödie „Antigone“ ebenfalls Interpassivität beim Publikum festzustellen ist. Der Chor, der zwischen den einzelnen Akten des Stücks auftritt, nimmt dem Publikum Emotionen geradezu ab. „Der Chor lacht, weint, klagt für den Zuschauer, damit dieser es nicht tun muss.“ Aber wie kann das funktionieren? Wie kann der Mensch über einen Stellvertreter genießen? Der Grund hierfür lässt sich anscheinend im menschlichen Gehirn finden und ist den sogenannten Spiegelneuronen zu verdanken, wie eine italienische Forschergruppe 1996 entdeckt hat.
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt die rasante Entwicklung von YouTube sowie die Bedeutung von Let’s Play Videos im deutschsprachigen Raum dar und definiert die Zielsetzung der Bachelorarbeit.
2 Stand der Wissenschaft: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung von Blogs und Let’s Plays, wobei psychologische Konzepte, wirtschaftliche Aspekte und die Rolle von Netzwerken beleuchtet werden.
3 Forschung: Das Kapitel dokumentiert die empirische Untersuchung, inklusive Hypothesenbildung, Erhebungsmethode, Datenauswertung und einen Ausblick auf die Zukunft der Let’s Play Szene.
4 Zusammenfassung: Diese Sektion rekapituliert die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit und beantwortet die zu Beginn aufgestellten zentralen Teilfragen zur Zielgruppe und zum Erfolg von Let’s Playern.
YouTube, Let’s Play, Videoblogger, Influencer, Zielgruppe, Gaming, Internetsoziologie, Interpassivität, Selbstoffenbarung, Marketing, Fan-Art, Medienkonsum, Abonnenten, Wirtschaftsunternehmen, Community.
Die Arbeit untersucht die Erfolgsfaktoren von Videobloggern auf YouTube am Beispiel der deutschen Let’s Play Szene.
Neben der Definition von Blogs und Let’s Plays werden psychologische Motive der Zuschauer, die Rolle von Multi-Channel-Netzwerken und die Bedeutung von Influencer Marketing behandelt.
Das Ziel ist es, herauszufinden, warum Let’s Player auf YouTube so erfolgreich sind und wie sie ihre Zielgruppe binden und beeinflussen.
Die Autorin führte eine vollstandardisierte Online-Befragung unter 1.465 Teilnehmern durch und kombinierte diese mit einer theoretischen Analyse.
Der Hauptteil umfasst den Stand der Wissenschaft, eine detaillierte Erläuterung der Forschungsmethodik sowie die Analyse und Interpretation der gewonnenen Umfragedaten.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Let’s Play, YouTube, Influencer, Zielgruppe, Interpassivität und Erfolgsfaktoren.
Psychologische Ansätze wie die „Selbstoffenbarung“ des Bloggers und das Konzept der „Interpassivität“ (das „delegierte Genießen“) erklären, warum Zuschauer eine enge Bindung zu den Akteuren aufbauen.
Netzwerke professionalisieren die Videoproduktion und übernehmen die Vermarktung, haben dabei jedoch auch ein Mitspracherecht bei Kooperationen, um die Reichweite der Inhalte zu steigern.
Die Gründe sind vielfältig: Hohe Kosten für Spiele oder Ausrüstung, fehlende Gaming-Skills oder der Wunsch, die Reaktionen des Let’s Players zu beobachten, stehen hierbei im Vordergrund.
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