Diplomarbeit, 2004
59 Seiten, Note: 1,0
1 Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland
2 Deutscher Mittelstand in der Krise
3 Die Auswirkungen von Basel II auf den deutschen Mittelstand
4 Analyse der Finanzierungsstruktur von Unternehmen in Deutschland
4.1 Geringe Eigenkapitalquote bei deutschen Unternehmen
4.2 Bankkredit stellt wichtigste Säule der Unternehmensfinanzierung dar
4.3 Kreditvergabe durch Banken wird restriktiver
4.4 Die Notwendigkeit zur Nutzung alternativer Finanzierungsinstrumente
5 Neue Finanzierungsinstrumente für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland
5.1 Finanzierungsinstrumente mit Eigenkapitalcharakter
5.1.1 Börsengang
5.1.2 Private Equity und Venture Capital
5.1.3 Stille Gesellschaft
5.2 Finanzierungsinstrumente mit Fremdkapitalcharakter
5.2.1 Leasing
5.2.2 Factoring
5.2.3 Asset Backed Securities
5.2.4 Anleihen
5.3 Mezzanine Finanzierung
6 Die Rolle der öffentlich – rechtlichen Bankeninstitute bei der Mittelstandsfinanzierung in Deutschland
6.1 Sparkassen als „bevorzugter Partner“ des Mittelstandes
6.2 Wegfall der Gewährträgerhaftung ab 2005
7 Die wichtigsten Förderinstitute für KMU’s in Deutschland
7.1 Förderung durch die Europäische Union
7.2 Förderung durch den Bund
7.3 Förderung durch die Bundesländer
8 Entwicklung eines Produktes für die Finanzierung von KMU’s in Deutschland
8.1 Generelle Anforderungen an ein Förderprodukt
8.2 Das Mikrodarlehen der KfW
8.3 Probleme des Mikrodarlehens
8.4 Kriterien, die zur Inanspruchnahme des Produktes erfüllt werden müssen
8.5 Probleme des Hausbankenprinzips
9 Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht die veränderten Finanzierungsbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland unter Einfluss von Faktoren wie Basel II und einer restriktiveren Kreditvergabe. Ziel ist es, Probleme bei der KMU-Finanzierung aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen zur Effizienzsteigerung der staatlichen Förderung sowie zur Nutzung alternativer Finanzierungsinstrumente zu geben.
8.1 Generelle Anforderungen an ein Förderprodukt
Da Förderungen durch die öffentliche Hand immer durch Steuergelder finanziert werden, ist eine wesentliche Voraussetzung für eine Förderung der Schutz vor Missbrauch. Es muss also vermieden werden, dass die Gelder, die Unternehmen oder Einzelpersonen erhalten, für andere Zwecke genutzt werden, als für die eigentlich vorgesehenen. Aus diesem Grunde ist es sinnvoll, die Fördergelder Zweckzubinden und eine regelmäßige Berichterstattung seitens der Unternehmen zu verlangen, um Schaden von der öffentlichen Hand und letzten Endes auch vom Steuerzahler abzuwenden.
Verglichen mit der Situation einer Aktiengesellschaft ist dies gerechtfertigt. Hier ist der Vorstand ebenfalls verpflichtet dem Aufsichtsrat bzw. den Aktionären Rechenschaft über seine Entscheidungen abzulegen. Deshalb sollten auch Unternehmen, die öffentliche Gelder erhalten, in regelmäßigen Abständen über die Verwendung der Gelder und die Entwicklung des Unternehmens an die zuständigen Stellen berichten. Dabei soll die öffentliche Hand in keiner Weise die Tätigkeiten des Unternehmens beeinflussen, es soll nur gewährleistet werden, dass die Gelder auch tatsächlich für die Zwecke genutzt werden, für die sie auch bereit gestellt worden sind.
Im Rahmen des Hausbankenprinzips, wenn also die Hausbanken für die Kredite der Unternehmen voll oder teilweise haften, wird dies bereits praktiziert. Die Banken stehen mit ihren Kunden im permanenten Kontakt und werden regelmäßig über die neuesten Entwicklungen unterrichtet.
1 Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland: Einführung in die Thematik der restriktiveren Finanzierungsbedingungen für KMU und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Deutscher Mittelstand in der Krise: Beschreibung der ökonomischen Situation des deutschen Mittelstands in den Jahren vor 2004 und der Auswirkungen der konjunkturellen Schwäche.
3 Die Auswirkungen von Basel II auf den deutschen Mittelstand: Analyse der Eigenkapitalvorschriften und deren potenziellen Einfluss auf die Bonitätsbewertung und Zinskonditionen für KMU.
4 Analyse der Finanzierungsstruktur von Unternehmen in Deutschland: Untersuchung der Abhängigkeit vom Bankkredit und der geringen Eigenkapitalausstattung bei gleichzeitig restriktiver werdender Kreditvergabe.
5 Neue Finanzierungsinstrumente für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland: Vorstellung und Bewertung von Instrumenten mit Eigenkapital- sowie Fremdkapitalcharakter als Alternativen zum klassischen Kredit.
6 Die Rolle der öffentlich – rechtlichen Bankeninstitute bei der Mittelstandsfinanzierung in Deutschland: Diskussion der Bedeutung von Sparkassen und der Auswirkungen des Wegfalls der Gewährträgerhaftung.
7 Die wichtigsten Förderinstitute für KMU’s in Deutschland: Detaillierte Darstellung der Förderstrukturen von EU, Bund und Bundesländern am Beispiel Niedersachsens.
8 Entwicklung eines Produktes für die Finanzierung von KMU’s in Deutschland: Ausarbeitung von Anforderungen an Förderprodukte, kritische Analyse des KfW-Mikrodarlehens und Diskussion des Hausbankenprinzips.
9 Schlussfolgerungen: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der KMU-Finanzierung in Deutschland.
KMU, Mittelstand, Unternehmensfinanzierung, Basel II, Bankkredit, Eigenkapitalquote, staatliche Förderung, Mikrodarlehen, Förderdschungel, Finanzierungsinstrumente, Hausbankenprinzip, Private Equity, Leasing, Factoring, Gewährträgerhaftung.
Die Arbeit untersucht die veränderten Finanzierungsbedingungen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt des zunehmenden Drucks auf die klassische Bankkreditfinanzierung.
Die zentralen Themen sind die Auswirkungen von Basel II, die Struktur der Unternehmensfinanzierung in Deutschland, alternative Finanzierungsinstrumente sowie die Rolle staatlicher Förderprogramme.
Das Ziel ist es, Probleme bei der KMU-Finanzierung zu identifizieren und Handlungsempfehlungen zu formulieren, um die Finanzierung dieser Unternehmen effizienter und zugänglicher zu gestalten.
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse und Auswertung bestehender Studien, Daten der Bundesbank, der KfW sowie Branchenberichte, um die Situation des Mittelstandes fundiert abzubilden.
Der Hauptteil analysiert die Finanzierungsstruktur von KMU, stellt neue Finanzierungsinstrumente vor, untersucht die Rolle öffentlich-rechtlicher Institute und bewertet kritisch staatliche Förderinstrumente wie das KfW-Mikrodarlehen.
Wesentliche Schlüsselbegriffe sind KMU, Mittelstand, Unternehmensfinanzierung, Basel II, Bankkredit, Eigenkapitalquote, staatliche Förderung und Mikrodarlehen.
Der Autor bewertet den Förderdschungel kritisch und fordert eine Bündelung von Programmen sowie einen Abbau bürokratischer Hürden, da die Vielzahl der Angebote für KMU oft unübersichtlich und abschreckend wirkt.
Das Hausbankenprinzip ist der Standardweg der staatlichen Förderung, bei dem die Hausbank die Due-Dilligence-Prüfung übernimmt. Der Autor sieht hier jedoch ein Problem, da die Banken bei einer Teilhaftung weiterhin ein erhebliches Risiko tragen, was die Kreditvergabe erschweren kann.
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