Bachelorarbeit, 2016
44 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Abstract
2. Einleitung
3. Biografie des Felix Landau
4. Ostgalizien
5. Ereignisse in Drohobycz
6. Das Tagebuch
7. Verfolgung nach 1945
8. Tätertypologie
9. Quellen und Archivalien
10. Conclusio
11. Quellen- und Literaturverzeichnis
11.1. Veröffentlichte Quellen
11.2. Unveröffentlichte Quellen
11.3. Weiterführende Quellen
11.4. Sekundärliteratur
11.5. Sonstige Quellen
Diese Arbeit analysiert das Leben und die Taten des SS-Mannes Felix Landau unter besonderer Berücksichtigung seines während der NS-Zeit geführten Tagebuchs. Das zentrale Ziel besteht darin, die Rolle dieses Egodokuments als historisches Beweismittel im Kontext der strafrechtlichen Verfolgung Landaus nach 1945 zu untersuchen und zu hinterfragen, wie ein Täter zugleich als gefühlvoller Mensch und als massenmörderischer Funktionär agieren konnte.
Die Ereignisse am 12.7.1941
Um 11 Uhr abends kamen wir zurück zur Dienststelle. Hochbetrieb unten im Keller, den ich noch am Vormittag ausgeräumt hatte. Es stehen 50 Häftlinge, darunter 2 Frauen. Ich löste sofort freiwillig, der bei diesen Wache hatte, ab. Fast alle werden morgen erschossen […] 12.7.1941. Um 6 Uhr früh werde ich plötzlich aus meinem festen Schlaf geweckt. Zur Exekution antreten. Nun gut, spiele ich halt noch Henker und anschließend Totengräber, warum nicht? Ist doch eigentümlich, da liebt man den Kampf, und dann muss man wehrlose Menschen über den Haufen schießen. 23 sollten erschossen werden, darunter befinden sich die schon erwähnten Frauen. […] Ich werde als Schütze eingeteilt und habe eventuell Flüchtende zu erschießen. Wir fahren der Landstraße einen Kilometer entlang und gehen dann rechtsseitig in einen Wald. Wir sind nur 6 Mann augenblicklich und suchen nach einem geeigneten Ort zum Erschießen und Vergraben. Nach wenigen Minuten haben wir so etwas gefunden. Die Todeskandidaten treten mit Schaufeln an, um ihr eigenes Grab zu schaufeln. Zwei weinen von allen. Die anderen haben bestimmt erstaunlichen Mut. Was wohl jetzt in diesem Augenblicke in den Gehirnen vorgehen mag. Ich glaube, jeder hat eine kleine Hoffnung, irgendwie doch nicht erschossen zu werden.
1. Abstract: Bietet einen Überblick über die historische Bedeutung der Arbeit und die zentrale Rolle des Tagebuchs bei der Aufarbeitung der NS-Verbrechen.
2. Einleitung: Führt in die Problematik der "normalen" NS-Täter ein und begründet die Relevanz des Tagebuchs als juristisches Beweisstück.
3. Biografie des Felix Landau: Zeichnet den Werdegang Landaus vom Handwerker zum SS-Mörder und seine Stationen im NS-Apparat nach.
4. Ostgalizien: Analysiert die politische und historische Situation in Ostgalizien sowie die Radikalisierung des Massenmords in diesem Distrikt.
5. Ereignisse in Drohobycz: Beschreibt konkret Landaus Tätigkeit in Drohobycz, seine Funktion im Judenmord und die dortigen Tötungsaktionen.
6. Das Tagebuch: Beleuchtet die Entstehung, das Verschwinden und die Wiederentdeckung sowie die Rolle des Tagebuchs als Beweismittel im Gerichtsverfahren.
7. Verfolgung nach 1945: Arbeitet die strafrechtlichen Ermittlungen in Wien und Stuttgart gegen Landau auf.
8. Tätertypologie: Versucht eine Einordnung Landaus in Täterkategorien wie "Weltanschauungstäter" oder "Exzesstäter".
9. Quellen und Archivalien: Würdigt die verwendeten Dokumente, Akten und Tagebuchabschriften für diese Untersuchung.
10. Conclusio: Fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung des Tagebuchs für die Verurteilung Landaus.
Felix Landau, Nationalsozialismus, Ostgalizien, Drohobycz, Tagebuch, Holocaust, Massenmord, SS, Judenverfolgung, Täterforschung, Strafverfolgung, Antisemitismus, Beweismittel, NS-Verbrechen, Biografie.
Die Arbeit untersucht das Leben und die NS-Verbrechen des Wiener Polizisten und SS-Mannes Felix Landau, wobei sein Tagebuch eine zentrale Rolle in der Analyse einnimmt.
Neben der Biografie Landaus stehen die historischen Ereignisse in Ostgalizien, die Vernichtungspraxis in Drohobycz und die strafrechtliche Aufarbeitung nach 1945 im Fokus.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Tagebuch Landaus als Egodokument historische Ereignisse rekonstruierbar macht und maßgeblich zur juristischen Überführung des Täters beitrug.
Die Arbeit basiert auf einer akribischen Analyse von Gerichtsakten, historischen Primärquellen, insbesondere dem Tagebuch selbst, sowie einschlägiger Sekundärliteratur zur Täterforschung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Darstellung, eine historische Einordnung der Schauplätze, eine Analyse der Mordtaten durch Zeitzeugen und die Rekonstruktion des Tagebuchs als juristisches Beweismittel.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Felix Landau, Holocaust, Täterforschung, Tagebuch, Drohobycz, SS und die juristische Aufarbeitung durch deutsche und österreichische Behörden.
Das Tagebuch zeigt eine ambivalente Persönlichkeit: Einerseits sadistische Grausamkeit gegenüber jüdischen Opfern, andererseits eine sehnsüchtige und gefühlsbetonte Beziehung zu seiner Geliebten.
Landau lebte nach dem Krieg unter Decknamen und konnte durch die Amnestie-Gesetzgebung der 1950er Jahre sowie durch ineffiziente Strafverfolgung in Österreich einer frühen Bestrafung entgehen.
Zeugenaussagen von Überlebenden des Ghettos Drohobycz waren entscheidend, da sie die im Tagebuch beschriebenen Taten bestätigten und Landau die Möglichkeit nahmen, seine Morde als "Arbeitsverweigerung" der Opfer zu verharmlosen.
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