Bachelorarbeit, 2015
59 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung: Relevanz der Thematik der Bildungsungleichheit
2 Die Arbeitsmigration aus der Türkei: Migrationsgeschichte und der Lebenshintergrund der türkischen Zuwanderer
3 „Klassische Ansätze“ zur Erklärung von Bildungsungleichheiten
3.1 Sozioökonomische Erklärungen und Ressourcenaustattung
3.2 Kulturalistische Erklärungen
4 Stand der empirischen Forschung zu den ethnischen Bildungsungleichheiten
4.1 Türkischstämmige Kinder in Deutschland auf den ersten Stufen des Bildungssystems
4.1.1 Vorschulische Bildung und ihre Bedeutung
4.1.2 Einschulung und Grundschule
4.1.3 Übergang in die Sekundarstufe I
4.2 Bildungsentscheidungen und Handlungsstrategien in den türkischen Familien
5 Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für das im Durchschnitt schlechtere Abschneiden türkischstämmiger Kinder und Jugendlicher im deutschen Bildungssystem. Das primäre Ziel ist es, die komplexen sozioökonomischen, kulturellen und bildungsbiografischen Faktoren zu identifizieren, die zu ethnischen Bildungsdisparitäten führen, und dabei insbesondere die Rolle des frühkindlichen Bildungserwerbs sowie der Bildungsentscheidungen in den Familien zu beleuchten.
Die institutionelle Förderung im frühen Kindesalter
Die institutionelle Förderung im frühen Kindesalter erweist sich als ein sehr wichtiger Faktor, der den bereits auf den ersten Stufen des Bildungssystems entstehenden Bildungsungleichheiten entgegenwirken kann. Insbesondere ist die vorschulische Bildung für die Kinder mit Migrationshintergrund von sehr großer Bedeutung. Denn die ersten Kompetenzunterschiede, die eng mit dem Migrationshintergrund zusammenhängen sind schon im Alter von 3 Jahren vorzufinden. Darüber hinaus wirkt sich die Inanspruchnahme der vorschulischen Betreuungsmöglichkeiten laut Becker positiv auf die bereits bestehenden Entwicklungsdefizite aus und kann somit die Bildungsungleichheiten zwischen den Kindern nivellieren. Diese Einrichtungen zu der Betreuung der Kinder im Vorschulalter übernehmen somit die Funktion, die in den Familien ausbleibenden Ressourcen zu kompensieren. Dies bestätigen die folgenden Worte vom Kratzmann: „Es wird deshalb als besondere Aufgabe des Kindergartens angesehen, fehlende Ressourcen der Familien leistungsschwächerer Kinder auszugleichen.“ Dabei muss jedoch beachtet werden, dass „nicht alleine der Besuch einer frühen institutionellen Fördermaßnahme entscheidend ist, sondern dabei auch die Quantität des Besuchs und die Qualität der Maßnahme eine Rolle spielen“.
Im Besonderen erweisen sich die kompensatorischen Effekte des Kindergartenbesuchs für die sprachliche Entwicklung der Kinder aus zugewanderten Familien von sehr großer Bedeutung. Nicht zu bestreiten ist nämlich die Tatsache, dass bei diesen Kinder ein höherer Deutschförderbedarf besteht und die Leistungsunterschiede demensprechend sehr eng damit zusammenhängen. Darüber hinaus weisen die Schuleingangsuntersuchungen, die in den Jahren 1995-1999 in der Stadt Köln durchgeführt wurden darauf hin, dass insbesondere bei den türkischstämmigen Kindern unzureichende Deutschkenntnisse bei der Einschulung vorhanden sind. Ein längerer Kindergartenbesuch mindert somit die Gefahr des Deutschförderbedarfs bei diesen Kindern. Des Weiteren bewies Becker in ihrer Studie „Wer profitiert mehr vom Kindergarten?“, dass bei den türkischen Kindern, die eine institutionelle Betreuungseinrichtung besuchen, ein größerer Leistungszuwachs festzustellen ist, als bei den Deutschen. Dementsprechend erweist sich der Kindergartenbesuch für die türkischstämmigen Kinder von enormer Bedeutung für deren zukünftige schulische Laufbahn.
1 Einleitung: Relevanz der Thematik der Bildungsungleichheit: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Bildungsungleichheit ein und betont die zentrale Rolle des Bildungserfolgs für den sozialen Status.
2 Die Arbeitsmigration aus der Türkei: Migrationsgeschichte und der Lebenshintergrund der türkischen Zuwanderer: Es wird die Geschichte der türkischen Einwanderung nach Deutschland, die Anfänge der "Gastarbeit" und die daraus resultierenden prekären Lebensbedingungen der ersten Generation dargelegt.
3 „Klassische Ansätze“ zur Erklärung von Bildungsungleichheiten: Die wichtigsten theoretischen Erklärungsansätze, insbesondere humankapitaltheoretische sowie kulturalistische Modelle, werden dargestellt und auf ihre Anwendbarkeit geprüft.
4 Stand der empirischen Forschung zu den ethnischen Bildungsungleichheiten: Dieses umfangreiche Kapitel analysiert anhand empirischer Daten die Nachteile für türkischstämmige Kinder auf verschiedenen Bildungsebenen, angefangen bei der Vorschule bis hin zu den Übergängen in die Sekundarstufe I.
5 Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, wonach der niedrige Informiertheitsgrad über das deutsche Bildungssystem als maßgeblicher verstärkender Faktor für Bildungsdisparitäten identifiziert wird.
Bildungsungleichheit, türkischstämmige Kinder, Migration, Humankapital, Bildungsaspirationen, Kindergarten, Einschulung, Schulerfolg, Bildungsentscheidungen, Segregation, Sprachförderung, Integrationsprozess, soziale Herkunft, Bildungsübergang, Sekundarstufe I.
Die Arbeit untersucht die Ursachen, warum türkischstämmige Kinder und Jugendliche im Vergleich zu ihren deutschen Mitschülern im deutschen Bildungssystem häufig schlechtere Leistungen erbringen.
Zu den Schwerpunkten zählen die Migrationsgeschichte der türkischen Gastarbeiter, theoretische Erklärungsansätze für Bildungsdisparitäten, die Bedeutung der vorschulischen Förderung sowie Bildungsentscheidungen innerhalb der Familien.
Das Hauptziel besteht darin, die Mechanismen und Faktoren zu identifizieren, die zu ungleichen Bildungschancen für Kinder mit türkischem Migrationshintergrund führen, und hierbei insbesondere die Rolle der Informiertheit über das Bildungssystem zu analysieren.
Die Arbeit basiert primär auf einer Auswertung quantitativer empirischer Studien, darunter Längsschnittanalysen wie Daten des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP) und PISA-Ergebnisse.
Der Hauptteil analysiert detailliert Bildungsstufen vom Elementarbereich bis zum Übergang in die Sekundarstufe I, wobei Selektionsprozesse und die Bedeutung des sozialen und kulturellen Kapitals im Vordergrund stehen.
Wichtige Begriffe sind Bildungsungleichheit, türkischstämmige Kinder, Migration, Humankapital, Schulerfolg, Kindergarten, Sprachförderung und Bildungsübergänge.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass türkische Eltern oft weniger gut über Anforderungen und Hürden des deutschen Bildungssystems informiert sind, was dazu führt, dass sie häufiger Einrichtungen wählen, die ihre Kinder weniger effektiv fördern.
Ja, die Studie weist darauf hin, dass türkische Eltern zwar überdurchschnittlich hohe Bildungsaspirationen für ihre Kinder haben, diese jedoch aufgrund systemischer Barrieren und mangelnder Informationen häufig nicht in den entsprechenden Schulerfolg umgesetzt werden können.
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